SP500 6.865,21 -0,33%DJ30 48.894,96 -0,80%NAS100 24.914,41 -0,27%GER40 25.194,40 -0,33%EU50 6.100,02 -0,83%BTCUSD 65.449,99 -2,98%ETHUSD 1.919,27 -5,41%VIX 20,58 +2,75% SP500 6.865,21 -0,33%DJ30 48.894,96 -0,80%NAS100 24.914,41 -0,27%GER40 25.194,40 -0,33%EU50 6.100,02 -0,83%BTCUSD 65.449,99 -2,98%ETHUSD 1.919,27 -5,41%VIX 20,58 +2,75%
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Microsoft KI-Investitionen mit 66% Kosten-Boom: Chance oder Crash für Anleger?

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27.02.26 20:23 Uhr

Microsoft

Führen Microsofts aggressive KI-Investitionen zu einem neuen Wachstumszyklus – oder in einen teuren Tech-Crash 2.0?

Microsoft KI-Investitionen: Übertreibt der Konzern?

Im jüngsten Quartal steigerte Microsoft Corporation den Umsatz um rund 17 %, gleichzeitig explodierten die Ausgaben um etwa 66 %. Ein Großteil dieser Mittel fließt in Microsoft KI-Investitionen – vor allem in Rechenzentren, Cloud-Infrastruktur und spezialisierte Hardware, um KI-Modelle wie die von OpenAI zu betreiben. Anleger fühlen sich an die Dotcom-Ära erinnert, als zu viel Kapital in Glasfaser- und Netzwerkinfrastruktur floss, die sich erst Jahre später auszahlte.

Die Börse reagiert nervös: Die Aktie ist im Zuge der breiten Software-Schwäche und der Diskussion um eine mögliche “SaaS-pocalypse” deutlich vom Top zurückgekommen. Technisch wäre es wichtig, dass die Aktie ein höheres Tief ausbildet. Andernfalls halten Chartanalysten Rücksetzer in den Bereich von 330 bis 345 US-Dollar für möglich – Kursniveaus, die seit über einem Jahr nicht mehr gesehen wurden. Gleichzeitig liegt das aktuelle KGV mit etwa 24 unter dem Zehnjahresschnitt von rund 27, während das Umsatz-Multiple mit etwa 9 wieder im historischen Mittel notiert.

Trotz dieser Abkühlung bleibt der Markt gespalten: Einige Fonds wie Mott Capital Management haben ihre Position reduziert, weil sie Microsofts hohe Bewertung und die starke Abhängigkeit von OpenAI als Risikofaktoren sehen. Andere Investoren nutzen den Rückgang, um die vermeintliche Qualitätsaktie günstiger einzusammeln, zumal Microsoft zu den bevorzugten “Dip-Käufen” der Privatanleger im Software-Segment zählt.

Microsoft: Azure-Wachstum unter Druck?

Parallel zu den steigenden Microsoft KI-Investitionen verlangsamt sich das Wachstum in der wichtigen Cloud-Sparte Azure. Die Wachstumsraten tendieren seit einigen Jahren nach unten und gelten inzwischen als eher stagnierend, während Amazon Web Services zuletzt wieder eine leichte Beschleunigung vermelden konnte und auf absoluten Werten deutlich größer bleibt. Google Cloud, deutlich kleiner, legt derzeit ebenfalls stärker zu.

Gleichzeitig bleibt Azure das strategische Herzstück der KI-Story von Microsoft Corporation. Dank der Cashflows aus den Beinahe-Monopolen Windows und Office konnte der Konzern jahrelange Verluste im Cloud-Geschäft verkraften, bis Azure zur dritten tragenden Säule heranwuchs. Neue Produkte wie Copilot und KI-Agenten werden tief in Office, GitHub und Dynamics 365 integriert. Gerade Dynamics 365 wächst mit rund 19 % und profitiert von KI-Funktionen wie Payables Agent und Sales Development Agent, die klassische ERP- und CRM-Prozesse automatisieren.

Analysten sehen in dieser Verschiebung einen möglichen Katalysator: Sollte Microsoft bei den kommenden Ausblicken noch aggressivere Investitions- und Wachstumspläne für Azure und KI kommunizieren, könnten davon vor allem Chip-Hersteller profitieren. Gleichzeitig erhöht dies aber den Druck, die enormen Capex-Ausgaben mittel- bis langfristig über höhere Cloud-Umsätze und KI-Royalties zu rechtfertigen.

Microsoft Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Microsoft: Wie stabil ist die OpenAI-Partnerschaft?

Für die Bewertung der Microsoft KI-Investitionen ist die Beziehung zu OpenAI entscheidend. Nach der Ankündigung einer großen Finanzierung mit Amazon und der Nutzung von Amazons eigenen KI-Chips schien sich das OpenAI-Ökosystem von Microsoft und Nvidia wegzubewegen. Berichte über Spannungen zwischen beiden Seiten sorgten zusätzlich für Verunsicherung, zumal OpenAI künftig auch auf andere Cloud- und Chip-Stacks setzt.

Microsoft und OpenAI haben darauf mit einer gemeinsamen Erklärung reagiert. Darin betonen beide Unternehmen, dass ihre Partnerschaft fortbesteht: Microsoft behält die exklusive Lizenz an der OpenAI-Intellectual-Property, Azure bleibt exklusiver Cloud-Anbieter für zustandslose OpenAI-APIs, und das kommerzielle sowie das Revenue-Share-Modell bleiben unverändert. OpenAI-Chef Sam Altman verweist darauf, dass die Welt enorme Mengen an Rechenleistung benötigt und mehrere starke Partner nötig seien – Microsoft bleibt hier zentraler Baustein.

Aus Investorensicht ist damit klar: Ein Teil der künftigen KI-Nachfrage wird über die „Multi-Cloudisierung“ des OpenAI-Stacks auf Amazon und andere Anbieter verteilt. Gleichzeitig sichert sich Microsoft Corporation durch seine Exklusivrechte und das Azure-Monopol für bestimmte OpenAI-Dienste einen privilegierten Zugang zu einem wachsenden Volumen an KI-Workloads.

Microsoft KI-Investitionen: Einstiegschance oder Fallen Knife?

Bei 393,52 US-Dollar liegt die Aktie rund 2 % unter dem Vortag und deutlich unter früheren Höchstständen. Optionshändler positionieren sich bereits mit Strategien, die Break-even-Marken im Bereich um 345 US-Dollar ins Auge fassen – Kursregionen, die seit mehr als einem Jahr nicht erreicht wurden. Gleichzeitig sehen viele Langfrist-Investoren die Mischung aus normalisiertem KGV, starkem Umsatzwachstum im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich und dominanter Marktstellung als attraktiven Einstiegszeitpunkt.

Institutionelle Investoren wie Winnow Wealth LLC und Nan Fung Trinity HK Ltd haben ihre Beteiligungen zuletzt deutlich aufgestockt. Analystenhäuser wie Morgan Stanley, Goldman Sachs, die Citigroup und RBC Capital Markets bleiben überwiegend positiv und verweisen auf die starke Bilanz, das diversifizierte Geschäftsmodell sowie die wachsenden KI-Royalties und Cloud-Erträge. Dem stehen skeptischere Stimmen wie Mott Capital Management gegenüber, die das Risiko sehen, dass ein Teil der Microsoft KI-Investitionen sich langsamer rechnet als erhofft.

Fazit

Unabhängig von der kurzfristigen Volatilität bleibt der Burggraben mit Windows, Office, Xbox, LinkedIn, Azure und starken Enterprise-Verträgen ausgeprägt. Anleger müssen jedoch akzeptieren, dass die extremen Wachstumsraten der vergangenen Dekade im Softwaresektor schwer zu wiederholen sind und KI eher Gewinner und Verlierer klarer trennt, anstatt allen Anbietern durchgehend Rückenwind zu geben.

Weiterführende Quellen

ServiceNow KI-Strategie nach -2,3%: Crash-Risiko oder KI-Chance?

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27.02.26 18:24 Uhr

ServiceNow, Inc.

Wird die ServiceNow KI-Strategie im aktuellen Software-Selloff zum Sicherheitsnetz oder zum Risiko für Anleger?

ServiceNow: Wie reagiert der Kurs auf KI-Sorgen?

Die Aktie von ServiceNow, Inc. (NOW) notiert aktuell bei 106,81 US‑Dollar und damit 2,27 % unter dem Vortagesschluss von 109,30 US‑Dollar. Der Rückgang reiht sich in einen breiten Abverkauf im Softwaresektor ein, ausgelöst durch die Sorge, KI könne viele etablierte Anbieter verdrängen. Trotz dieser kurzfristigen Schwäche verweisen Beobachter darauf, dass ServiceNow im Vergleich zu anderen Titeln weniger stark eingebrochen ist und von mehreren Häusern weiterhin mit positiven Langfristperspektiven versehen wird.

Parallel zur Kursvolatilität bleib die operative Entwicklung robust. 2025 steigerte ServiceNow den Umsatz um 21 % auf 13,3 Milliarden US‑Dollar, der Nettogewinn kletterte von 1,4 auf 1,7 Milliarden US‑Dollar. Für das erste Quartal 2026 stellt das Management ein Wachstum der Subscription-Umsätze um 22 % auf rund 3,7 Milliarden US‑Dollar in Aussicht. Damit signalisiert die ServiceNow KI-Strategie, dass KI bislang eher zusätzliche Nachfrage schafft statt bestehendes Geschäft zu kannibalisieren.

ServiceNow KI-Strategie: Bedrohung oder Wachstumsmotor?

Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob KI die Plattform von ServiceNow überflüssig macht oder verstärkt. CEO Bill McDermott hält klar dagegen: „AI doesn’t replace enterprise orchestration. It depends on it.“ KI brauche definierte Prozesse, Governance und Datenzugriff – genau hier setzt die ServiceNow KI-Strategie an. Statt KI als Konkurrenz zu sehen, will das Unternehmen sie tief in seine Workflow-Plattform integrieren und als Orchestrierungs-Layer in großen Unternehmen etablieren.

Bereits heute nutzt ServiceNow KI zur Automatisierung von Workflows, was ein wichtiger Indikator für Kundennachfrage ist. Unternehmen scheinen zu bevorzugen, dass ServiceNow die komplexe KI-Integration übernimmt, statt selbst isolierte KI-Tools zu bauen. Dennoch gibt es kritische Stimmen: Analysten weisen darauf hin, dass Kunden Budgets von traditionellen Modulen hin zu KI-Lösungen verschieben und das Gesamtwachstum trotz geplanter rund 1 Milliarde US‑Dollar KI-ARR eher moderat bleibt. Für Investoren bleibt entscheidend, ob die ServiceNow KI-Strategie mittelfristig zu einer Rebeschleunigung des Umsatzwachstums führt.

ServiceNow, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

ServiceNow: Neue KI-Produkte und Governance im Fokus

Um diese Wachstumsstory zu unterfüttern, hat ServiceNow jüngst zwei zentrale KI-Produkte vorgestellt: Autonomous Workforce und EmployeeWorks. Autonomous Workforce startet mit einem Level‑1 Service Desk AI Specialist, der IT-Support-Anfragen vollständig automatisiert abwickeln soll, perspektivisch auch in Bereichen wie Projektmanagement. Laut Unternehmensangaben können interne Agenten bereits über 90 % der IT-Anfragen autonom in einem Bruchteil der bisherigen Zeit lösen.

EmployeeWorks basiert maßgeblich auf Technologie aus der Übernahme von Moveworks und ermöglicht Mitarbeitern, per natürlicher Sprache Daten zu durchsuchen, Grafiken zu erstellen und wiederkehrende Aufgaben über verschiedene Anwendungen hinweg zu automatisieren. Ein Kernelement der ServiceNow KI-Strategie ist dabei das Thema Governance: Unternehmen können Eskalationsregeln definieren, KI-Agenten schalten bei Unsicherheit automatisiert menschliche Mitarbeiter ein. Damit adressiert ServiceNow verbreitete Bedenken rund um Halluzinationen und Kontrollverlust – ein wichtiger Differenzierungsfaktor gegenüber generischen KI-Stacks von Hyperscalern wie NVIDIA-basierten Lösungen.

ServiceNow: Wie sehen Analysten das KI-Potenzial?

Trotz der jüngsten Kursverluste bleibt die Analystengemeinde überwiegend konstruktiv. Investmenthäuser wie Morgan Stanley, Goldman Sachs und die Citigroup betonen vor allem das strukturelle Abo-Modell, den hohen Enterprise-Lock-in und die Chance, über KI-Add-ons den durchschnittlichen Umsatz pro Kunde zu steigern. Während einige Häuser ihre Kursziele im Zuge des allgemeinen Software-Sentimentrückgangs leicht reduziert haben, stufen die meisten ServiceNow weiterhin mit Kauf- oder Übergewichten-Empfehlungen ein. Auch RBC Capital Markets verweist in seinen Kommentaren wiederholt auf die starke Position im Markt für Workflow-Orchestrierung.

Portfolio-Manager heben zudem die Rolle von CEO Bill McDermott hervor, der als einer der stärksten Vertriebler im Silicon Valley gilt und ServiceNow konsequent in Richtung vertikal integrierter KI-Plattform entwickelt. Die jüngste Übernahme eines agentischen KI-Cyber-Spezialisten unterstreicht diesen Kurs. Im direkten Vergleich zu klassischen CRM-Anbietern wie Salesforce und zu Consumer-orientierten Plattformen wie Apple oder wachstumsstarken Innovatoren wie Tesla wird ServiceNow zunehmend als spezialisierte Infrastruktur für Unternehmens-KI gesehen – mit entsprechendem Margenpotenzial, sollte die ServiceNow KI-Strategie auf breiter Front bei Großkunden durchschlagen.

AI doesn’t replace enterprise orchestration. It depends on it.
— Bill McDermott, CEO von ServiceNow

Fazit

Unterm Strich zeigt sich, dass die ServiceNow KI-Strategie bislang eher Rückenwind als Gegenwind erzeugt: Wachstum, Margen und Prognosen bleiben trotz Software-Selloff solide. Für Anleger bedeutet das, dass Kursschwächen bei 106,81 US‑Dollar vor allem Bewertungs- und Sentimentfragen widerspiegeln, weniger ein fundamental angeschlagenes Geschäftsmodell. Die nächsten Quartale mit weiterer KI-Monetarisierung, neuen Autonomous-Workforce-Modulen und zusätzlichen Kundenreferenzen werden zeigen, ob die ServiceNow KI-Strategie tatsächlich den Weg zu einem beschleunigten langfristigen Wachstum ebnet.

Weiterführende Quellen

Amazon OpenAI-Partnerschaft: 50-Mrd.-Chance für Amazons KI-Boom

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27.02.26 17:10 Uhr

Amazon

Wird die Amazon OpenAI-Partnerschaft zum Wendepunkt im KI-Wettrennen – oder nur zur nächsten teuren Wette im Cloud-Geschäft?

Was steckt hinter der Amazon OpenAI-Partnerschaft?

Amazon kündigt eine mehrjährige strategische Allianz mit OpenAI an, die ein Investitionsvolumen von bis zu 50 Milliarden US-Dollar umfasst. Ein erster Teilbetrag von 15 Milliarden Dollar soll zeitnah fließen. Im Gegenzug wird OpenAI seine Modelle enger in Amazons KI-Plattform Bedrock integrieren und AWS als bevorzugten Drittanbieter für Cloud-Infrastruktur nutzen. Parallel dazu wird ein bestehendes Compute-Abkommen um 100 Milliarden Dollar ausgeweitet, wobei OpenAI verstärkt auf Amazons eigene Trainium-Chips setzt.

Damit untermauert Amazon seinen Anspruch, im Cloud- und KI-Geschäft zu den Hauptprofiteuren des aktuellen Investitionszyklus zu gehören. AWS bleibt nach Marktanteilen der größte Hyperscaler vor Microsoft Azure und Google Cloud, hatte beim KI-Tempo zuletzt aber Nachholbedarf. Die Amazon OpenAI-Partnerschaft soll diese Lücke schließen und zugleich die Auslastung der massiven Kapazitätserweiterungen in den Rechenzentren sichern.

Wie passt der Deal in Amazons Capex-Offensive?

Bereits vor der Ankündigung hatte Amazon.com, Inc. für 2026 Investitionsausgaben von rund 200 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt – mehr als doppelt so viel wie noch vor einem Jahr. Ein Großteil dieses Budgets fließt in KI-Infrastruktur, neue Rechenzentren wie den Ausbau-Standort in Louisiana sowie in eigene Chips. Nach starken Q4-Zahlen leidet der freie Cashflow spürbar unter dieser Offensive, was kurzfristig auf die Bewertung drückt.

Analysten von Zacks Investment Research verweisen darauf, dass die hohe Capex-Belastung die Marge in den kommenden Jahren dämpfen könnte, sehen die Ausgaben aber als notwendig, um die steigende Kundennachfrage nach KI-Diensten zu bedienen. Auch große Investoren wie Druckenmiller und Ackman hatten zuletzt auf das Langfristpotenzial von Amazon verwiesen, während Berkshire Hathaway seine Position deutlich reduziert hat. Der Kursabschlag nach den jüngsten Zahlen wird von einigen Marktteilnehmern als Einstiegschance in ein strukturell wachsendes KI- und Cloud-Geschäft interpretiert.

Amazon.com, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Was bedeutet die Amazon OpenAI-Partnerschaft für das KI-Ökosystem?

Die neue Allianz reiht sich in eine spektakuläre Finanzierungsrunde ein: OpenAI erhält insgesamt 110 Milliarden Dollar frisches Kapital, unter anderem von Amazon, NVIDIA und SoftBank. Die Bewertung des KI-Vorreiters steigt damit auf 730 bis 840 Milliarden Dollar. Amazon stellt nicht nur Kapital bereit, sondern vor allem Rechenleistung mit hoher Marge, was das effektive Risiko der Beteiligung begrenzt.

Spannend ist die Neuordnung im KI-Gefüge: Microsoft betont zwar, dass seine exklusive Lizenz auf zentrale OpenAI-Technologie und die Rolle von Azure für stateless OpenAI-APIs unverändert bleiben. Gleichzeitig verschiebt sich ein Teil des Trainings- und Modellbetriebs in Richtung AWS, das seine Trainium-Chips bei OpenAI platzieren kann. Amazon fährt damit eine Doppelstrategie: Neben dem bestehenden 8-Milliarden-Engagement bei Anthropic verankert sich der Konzern nun auch tief im OpenAI-Stack, während Anthropic verstärkt auf Google-Infrastruktur und TPUs setzt.

Wie reagiert die Amazon-Aktie und was bedeutet das für Anleger?

Trotz der Schlagkraft der Amazon OpenAI-Partnerschaft reagiert der Markt zunächst zurückhaltend. Die Amazon-Aktie handelt mit 207,95 US-Dollar nur minimal über dem Vortag (+0,01 %) und liegt nahe ihren jüngsten Mehrwochentiefs, was zusätzlich auf den Nasdaq drückt. Charttechnisch ringen die Papiere um die Rückeroberung des 50-Tage-Durchschnitts, der den seit Januar 2023 laufenden Aufwärtstrend absichert.

Gleichzeitig bewerten viele Profis die Aktie als relativ günstig im Vergleich zu anderen Mitgliedern der „Magnificent 7“. Bei einem erwarteten Gewinnwachstum im niedrigen bis mittleren Zehnerbereich wirkt ein KGV um die 25 moderat, zumal die Basisgeschäfte in E-Commerce, Werbung und Cloud hochprofitabel bleiben. Konkurrenzdruck kommt jedoch von Schwergewichten wie Apple im Geräte-Ökosystem, Tesla bei KI-gestützter Mobilität und natürlich von NVIDIA als dominierendem Chip-Lieferanten für KI-Rechenzentren.

Für Beschäftigte hat der Umbau eine Kehrseite: Amazon hat in den vergangenen Monaten rund 30.000 Stellen gestrichen, während CEO Andy Jassy offen darauf hinweist, dass zunehmend Aufgaben durch KI ersetzt werden. Die frei werdenden Mittel fließen direkt in Infrastruktur und Beteiligungen wie die Amazon OpenAI-Partnerschaft – ein Muster, das auch andere Großkonzerne verfolgen.

Die entscheidende Frage für Investoren lautet nun, ob Amazon die enorme KI-Capex-Welle rechtzeitig in steigende Cashflows verwandeln kann. Gelingt es, AWS durch die enge Integration der OpenAI-Modelle als erste Anlaufstelle für Unternehmenskunden zu etablieren, könnte sich die heutige Bewertung als attraktiv erweisen.

Wir denken, OpenAI wird einer der großen Gewinner im KI-Zeitalter sein – und wir glauben, dass Amazon langfristig eine starke Rendite auf diese Investition erzielen wird.
— Andy Jassy, CEO von Amazon.com, Inc.

Fazit

Die Amazon OpenAI-Partnerschaft ist ein strategischer Kraftakt, mit dem sich Amazon.com, Inc. im Zentrum der nächsten KI-Wachstumsphase positioniert. Für Anleger bedeutet die Kombination aus Kurskonsolidierung, hoher Capex-Belastung und wachsender KI-Verankerung ein klassisches Chance-Risiko-Profil eines Qualitätswerts im Investitionszyklus. Entscheidend wird sein, ob AWS die neuen OpenAI-Services schnell in Umsatz und Margen übersetzen kann – dann könnte sich der aktuelle Bewertungsabschlag als attraktive Einstiegsgelegenheit erweisen.

Weiterführende Quellen

CrowdStrike Quartal -4,3%: Warnsignal trotz KI-Security-Boom

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27.02.26 16:41 Uhr

CrowdStrike Holdings, Inc.

Zeigt das aktuelle CrowdStrike Quartal nur eine gesunde Verschnaufpause – oder kippt hier die Stimmung im KI-Security-Hype?

CrowdStrike Quartal: Was erwartet die Wall Street?

Im anstehenden CrowdStrike Quartal (Q4, Geschäftsquartal bis Januar 2026) rechnen Analysten mit einem weiterhin dynamischen Umsatzplus. Markterwartungen gehen von einem Umsatzanstieg von rund 22 bis 23 % im Jahresvergleich aus, was die starke Nachfrage nach der Falcon-Plattform unterstreicht. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf dem klassischen Endpoint-Schutz, sondern zunehmend auf Identitätssicherheit, Cloud-Workloads und Managed Services.

Gleichzeitig wird auf die Profitabilität geachtet: Die operative Marge und der freie Cashflow gelten als entscheidende Kennzahlen, um die hohe Bewertung zu rechtfertigen. Nach mehreren Quartalen mit anziehender Profitabilität muss das aktuelle CrowdStrike Quartal zeigen, ob sich dieser Trend trotz steigender Investitionen in KI-Funktionen und Vertrieb fortsetzt. Anleger beobachten zudem genau, ob das Management den Ausblick für das neue Geschäftsjahr anhebt oder angesichts makroökonomischer Unsicherheiten vorsichtig bleibt.

Die Aktie notiert trotz der heutigen Korrektur weiter deutlich über den Niveaus des vergangenen Jahres, was die Erwartungshaltung an das Management von CrowdStrike Holdings, Inc. zusätzlich erhöht. Enttäuschungen beim Ausblick könnten daher stärkere Kursausschläge nach unten auslösen.

CrowdStrike: Rolle im KI-Security-Ökosystem

Der KI-Boom verändert das Sicherheitsumfeld grundlegend: Mehr Daten, mehr vernetzte Anwendungen und automatisierte Angriffe vergrößern die Angriffsfläche. Security-Anbieter wie CrowdStrike, NVIDIA-Partner im weiteren KI-Ökosystem, und Konkurrenten aus dem Plattformsegment profitieren von dieser Entwicklung, da Unternehmen vermehrt ganzheitliche Sicherheitsarchitekturen nachfragen.

Ein zentrales Asset von CrowdStrike ist die cloudnative Falcon-Plattform, die enorme Sicherheits-Telemetrie in Echtzeit auswertet. Durch diesen Datenvorteil können KI-Modelle trainiert werden, um Angriffe früher zu erkennen und automatisiert zu blocken. Gerade im Umfeld von KI-Agenten und automatisierten Workflows wird Vertrauen zum entscheidenden Kaufargument: Unternehmen bevorzugen Anbieter, deren Lösungen nicht nur technologisch führend sind, sondern sich im produktiven Betrieb großer Konzerne bewährt haben.

Im Vorfeld des aktuellen CrowdStrike Quartal untermauern mehrere Produkt- und Ökosystem-News diese strategische Position. So treibt das Unternehmen seine Aktivitäten im öffentlichen Sektor mit der Konferenz Fal.Con Gov in Washington D.C. voran und stärkt dort seine Rolle in der nationalen Cyberabwehr. Parallel baut CrowdStrike sein Partnernetzwerk mit Datenspezialisten und KI-Infrastruktur-Anbietern aus, was zusätzliche Cross-Selling-Chancen entlang des gesamten KI-Lebenszyklus eröffnet.

CrowdStrike Holdings, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

CrowdStrike steigert Fokus auf Identität und MFA

Als weiterer Wachstumstreiber im kommenden CrowdStrike Quartal gilt das Identitätsgeschäft. Mit der allgemeinen Verfügbarkeit von FalconID erweitert CrowdStrike seine Plattform um eine risikobasierte, phishing-resistente Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Ziel ist es, Identität als erste Verteidigungslinie gegen moderne, KI-gestützte Phishing-Kampagnen und gestohlene Zugangsdaten abzusichern.

Die Lösung verknüpft Signale aus Endpoints, Identitätssystemen und Netzwerk mit einer gemeinsamen, KI-gestützten Risikoanalyse. Das ermöglicht es Kunden, Anmeldeversuche in Echtzeit zu bewerten und verdächtige Aktivitäten automatisiert zu blockieren. Für das anstehende CrowdStrike Quartal erwarten Investoren Hinweise darauf, wie schnell neue Module wie FalconID angenommen werden und welchen Beitrag sie zum Net-New-ARR leisten.

Zudem verfolgt CrowdStrike mit strategischen Partnerschaften eine klare Plattform-Logik. Die Kooperation mit einem führenden Datenspezialisten im KI-Umfeld zielt darauf ab, Governance- und Sicherheitsfunktionen direkt in große Daten- und KI-Workloads zu integrieren. Das stärkt die Relevanz von CrowdStrike in komplexen Enterprise-Architekturen und differenziert den Anbieter gegenüber Punktlösungen.

CrowdStrike im Marktumfeld hoch bewerteter KI-Aktien

Mit einem deutlichen Kursanstieg im Vorfeld der aktuellen Konsolidierung zählt CrowdStrike zu den Gewinnern des KI-Security-Trends – ähnlich wie andere Profiteure des Daten- und Cloud-Booms Apple und Tesla in ihren jeweiligen Segmenten. Zugleich sorgt die Premiumbewertung für erhöhte Nervosität: Schätzungsanpassungen oder nur „inline“-Ausblicke können bereits Verkaufswellen auslösen, wie die jüngste Volatilität zeigt.

Analystenhäuser wie Citigroup, Morgan Stanley oder Goldman Sachs hatten CrowdStrike in der Vergangenheit überwiegend positiv bewertet und die strukturellen Wachstumschancen im KI-Zeitalter betont, zugleich aber auf die ambitionierten Multiples hingewiesen. Im Vorfeld des nun anstehenden Zahlenwerks stellt sich für viele Investoren die Frage, ob das Wachstumstempo, die Kundenbindung und die Cashflow-Entwicklung ausreichen, um diese Bewertung weiter zu tragen. Das kommende CrowdStrike Quartal wird damit zum wichtigen Stimmungstest für den gesamten Cybersecurity-Sektor.

Fazit

Das anstehende CrowdStrike Quartal wird zum entscheidenden Test, ob das Unternehmen sein hohes Wachstumstempo im KI-Security-Boom bestätigen kann. Für Anleger bleibt die Aktie trotz der jüngsten Korrektur ein klar wachstumsorientiertes Investment mit entsprechend hoher Bewertung und Volatilität. Wer das strukturelle Potenzial von KI-getriebener Cybersecurity sucht, sollte die kommenden Quartalszahlen und den Ausblick von CrowdStrike genau verfolgen.

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Silberpreis Futures Rallye: Kursziele bis 100 Dollar im Fokus

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26.02.26 22:00 Uhr
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iShares Silver Trust

Springen die Silberpreis Futures jetzt über die 90-Dollar-Marke direkt in Richtung dreistelliger Kurse – oder droht der nächste Einbruch?

Wie treiben COMEX-Silberpreis Futures die Volatilität?

Am Terminmarkt verdichtet sich eine Konstellation, die viele Trader als potenziell explosiv einschätzen. Der Bereich um 90 US‑Dollar hat sich zuletzt als entscheidende Widerstandszone etabliert, an der der Markt wiederholt „an den Rand gerobbt“ ist, ohne einen nachhaltigen Ausbruch zu schaffen. Gleichzeitig sorgt der heutige First Notice Day dafür, dass Halter von Silberpreis Futures ihre physische Auslieferung beantragen können. Damit rückt das Verhältnis von verfügbarem physischem Silber zur tatsächlich eingeforderten Auslieferungsmenge in den Mittelpunkt – eine mögliche Quelle zusätzlicher Nervosität.

Analysten verweisen darauf, dass die Terminbörse COMEX ein starkes Interesse an geordneten Märkten hat, während spekulativ orientierte Anleger überwiegend auf steigende Kurse setzen. Diese Konstellation schafft ein Spannungsfeld, in dem schon kleine Nachrichten zu heftigen Ausschlägen führen können. Die jüngsten Kursbewegungen im Bereich um 87 bis 90 US‑Dollar wurden genau in diesem Licht interpretiert: als Test, ob der Markt genug Kraft für den Sprung in Richtung der dreistelligen Zone hat.

Welche Kursziele nennen Banken für silber?

Während technische Analysten im Chart von Silber eine dynamische Wellenstruktur identifizieren, werden auf der fundamentalen Seite zunehmend ambitionierte Kursziele diskutiert. In den Marktkommentaren wird ein Zielbereich von **100 bis 105 US‑Dollar** als zentrale Referenzmarke genannt, an dem erste größere Gewinnmitnahmen sinnvoll erscheinen könnten. Die jüngste Rallye aus dem Bereich um 71 US‑Dollar nach oben wird als Welle 3 einer größeren Aufwärtsbewegung gewertet, was Raum für weitere prozentuale Zugewinne lässt.

Investmentbanken wie Citigroup und Goldman Sachs betonen in ihren Rohstoffausblicken, dass Edelmetalle in einem Umfeld geopolitischer Spannungen und anhaltender Inflationssorgen strukturell profitieren können. RBC Capital Markets verweist auf das positive Momentum in Rohstoffindizes, in denen Silber gemeinsam mit Gold eine zentrale Rolle spielt. Im Tech-Sektor wird zudem argumentiert, dass die starke Nachfrage nach Chips von Schwergewichten wie NVIDIA und die Expansion in E‑Mobilität durch Unternehmen wie Tesla die industrielle Nachfrage nach Silber langfristig stützen könnten.

Silberpreis Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Silberpreis Futures und Charttechnik: Make-or-Break?

Aus technischer Sicht steht eine entscheidende Make-or-Break-Zone im Fokus. Nach einem markanten Tief, das als Startpunkt einer größeren Aufwärtswelle gesehen wird, wurde zunächst eine Welle 1 gebildet, gefolgt von einer Korrekturwelle 2. Die anschließende Welle 3 hat den Markt wieder über die Marke von 90 US‑Dollar geführt. Solange die definierte Make-or-Break-Linie im Bereich früherer Tiefs nicht unterschritten wird, bleibt das bullische Szenario mit Kurschancen bis mindestens 100 US‑Dollar intakt.

Intraday zeigt sich jedoch eine heikle Lage: Um 91,30 US‑Dollar hat sich ein möglicher Doppeltop ausgebildet, der als kurzfristige Hürde fungiert. Wird dieses Hoch in den nächsten Stunden überwunden, wäre der Weg nach oben technisch geöffnet. Scheitert der Ausbruch, droht eine ABC‑Korrektur, in deren Worst-Case-Szenario Kurse „unter 40“ US‑Dollar denkbar wären. Besonders an Tagen wie dem First Notice Day können falsche Ausbrüche (Bullentrappen) Trader in den Markt locken, bevor große Adressen ihre Long-Positionen in großem Stil in Short-Engagements drehen und so eine Abwärtskaskade auslösen.

Was bedeutet die Nervosität für Anleger?

Die jüngste Bewegung im iShares Silver Trust von 80,04 auf 80,45 US‑Dollar, kombiniert mit einem vorbörslichen Sprung auf 83,41 US‑Dollar, spiegelt das gestiegene Risikoappetit vieler Marktteilnehmer wider. Gleichzeitig warnen erfahrene Marktbeobachter ausdrücklich vor Gier und FOMO: Gerade im Umfeld hoher Hebel und enger Spannen bei Silberpreis Futures können plötzliche Richtungswechsel erhebliche Verluste verursachen. Professionelle Trader verweisen deshalb auf die Bedeutung klar definierter Risikomarken und Stop-Niveaus, statt blind einem vermeintlichen „sicheren“ Bruch über 90 oder 100 US‑Dollar hinterherzulaufen.

Für taktisch agierende Anleger spielt die kurzfristige Range zwischen dem jüngsten Tageshoch und dem jüngsten Tagestief eine zentrale Rolle. Innerhalb dieser Spanne entscheidet sich, ob der Markt die Rallye fortsetzt oder eine tiefergehende Konsolidierung einleitet. Langfristig orientierte Investoren, darunter große Vermögensverwalter und Rohstofffonds, sehen Silber weiterhin als Diversifikationsbaustein neben wachstumsstarken Technologiewerten wie Apple oder NVIDIA.

„Gier und FOMO kann alles zerstören – gerade an solch verhängnisvollen Tagen wie dem First Notice Day bei Silber.“
— Ein Rohstoff-Analyst aus dem Edelmetallhandel

Fazit

Die aktuelle Gemengelage bei Silberpreis Futures verbindet hohe Volatilität mit klar definierten charttechnischen Marken rund um 90 bis 100 US‑Dollar. Für Anleger bedeutet das attraktive Chancen, aber ebenso erhöhte Anforderungen an Disziplin, Positionsgröße und Risikomanagement. Wer die Make-or-Break-Zonen respektiert und nicht der FOMO hinterherläuft, kann Silber als spannenden Baustein in einem diversifizierten Rohstoff- und Aktienportfolio nutzen.

Weiterführende Quellen

Siemens Energy Dividende: Chance im Gamesa-Turnaround

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27.02.26 13:57 Uhr

Siemens

Reicht die Rueckkehr der Siemens Energy Dividende, um die Zweifel am riskanten Gamesa-Turnaround zu zerstreuen?

Wie wichtig ist die Siemens Energy Dividende für den Turnaround?

Mit der Rückkehr zur Siemens Energy Dividende sendet das Management ein klares Signal: Die schwerste Phase der Krise scheint überstanden. Die Ausschüttung von 0,70 Euro je Aktie für das am 30. September 2025 beendete Geschäftsjahr entspricht zwar nur einer Dividendenrendite von rund 0,4 Prozent, steht aber für die neue Stabilität des Konzerns. Damit knüpft Siemens Energy an frühere Ausschüttungspolitiken an, nachdem 2023 und 2024 aus Vorsicht angesichts der Probleme bei Gamesa auf eine Dividende verzichtet worden war.

Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Marktbeobachter bereits den nächsten Schritt: Die Ausschüttung könnte auf 1,65 Euro je Aktie steigen. Das würde die Attraktivität der Aktie zusätzlich erhöhen und die Wahrnehmung von Siemens Energy als berechenbaren Dividendenwert stärken. Investmenthäuser wie Goldman Sachs und Morgan Stanley sehen in der wiederaufgenommenen Dividendenpolitik einen wichtigen Baustein, um institutionelle Investoren längerfristig zu binden, ohne allerdings kurzfristig riesige Renditen zu versprechen.

Am Markt wurde die Entscheidung positiv aufgenommen. Nach einem Rückgang im Sog schwächerer KI-Werte – unter anderem standen Schwergewichte wie NVIDIA und andere Tech-Titel unter Druck – gehörte Siemens Energy am Freitag wieder zu den Gewinnern im DAX. Die Aktie wird nun ex-Dividende gehandelt, was den Kurs technisch belastet, fundamental aber für mehr Vertrauen sorgt.

Welche Rolle spielt Gamesa in der neuen Strategie von Siemens Energy?

Im Zentrum der neuen Strategie steht weiterhin das Windgeschäft von Gamesa. CEO Christian Bruch erteilte Forderungen aktivistischer Investoren nach einem schnellen Verkauf der Sparte eine klare Absage. Statt eines Notverkaufs soll zunächst der operative Turnaround gelingen. Bruch betonte auf der Hauptversammlung, dass bereits deutliche Fortschritte erzielt wurden und die Gewinnschwelle in Sicht sei. Damit widersetzt er sich dem Druck, Gamesa frühzeitig zu einem aus seiner Sicht zu niedrigen Preis abzugeben.

Unterstützung erhält Bruch von der Fondsgesellschaft Deka Investment. Deren Vertreter Ingo Speich warnte ausdrücklich davor, Gamesa zum jetzigen Zeitpunkt zu veräußern. Ein Verkauf käme einer Abgabe unter Wert gleich, so seine Einschätzung. Stattdessen plädiert er dafür, die Restrukturierung fortzuführen und so den wahren Wert der Sparte zu heben. Zwar peilt Siemens Energy für Gamesa mittelfristig nur eine Marge von drei bis fünf Prozent an, doch liegt das deutlich unter den 18 bis 20 Prozent, die andere Geschäftsbereiche bereits heute erwirtschaften. Genau hier liegt für viele Analysten, etwa von RBC Capital Markets und Citigroup, ein zentraler Hebel für weiteres Gewinnpotenzial.

Die Frage für Anleger lautet damit weniger, ob Gamesa bleibt, sondern wie schnell die Profitabilität nachhaltig gesteigert werden kann. Gelingt dies, könnte sich das Windgeschäft von einem Problemfall zu einem wichtigen Treiber der Konzernmarge entwickeln – und die Basis für künftige Erhöhungen der Siemens Energy Dividende legen.

Siemens Energy Dividende und Gamesa-Strategie Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Wie will Siemens Energy weiter wachsen?

Neben der Sanierung von Gamesa setzt Siemens Energy auf gezieltes Wachstum. Bruch stellte klar, dass der Fokus derzeit nicht auf großen Übernahmen liegt, sondern auf kleinen und mittleren Transaktionen. Solche Zukäufe sollen gezielt Technologiekompetenz und regionale Präsenz stärken, ohne die Bilanz übermäßig zu belasten – ein Ansatz, den auch andere Industrie- und Technologiekonzerne wie Apple oder Tesla in der Vergangenheit erfolgreich genutzt haben.

Der Markt für Energietechnik bleibt von Megatrends wie Dekarbonisierung, Netzausbau und Versorgungssicherheit getrieben. Siemens Energy will hier vor allem in Bereichen wachsen, in denen bereits hohe Margen erzielt werden. Für Anleger bedeutet das: Die operative Erholung und der Ausbau margenstarker Sparten könnten künftig mehr Spielraum für eine progressive Siemens Energy Dividende schaffen. Gleichzeitig bleibt das Management vorsichtig genug, um finanzielle Flexibilität für Investitionen zu wahren.

„Verschleudern Sie Gamesa nicht!“
— Ingo Speich, Deka Investment

Fazit

Die Rückkehr der Siemens Energy Dividende markiert für viele Anleger das Ende der akuten Vertrauenskrise und unterstreicht die neue finanzielle Stabilität des Konzerns. Entscheidend für die Bewertung bleibt nun, ob der Turnaround bei Gamesa gelingt und die Profitabilität in der Windsparte anzieht. Gelingt dieser Spagat aus Ausschüttung, operativer Sanierung und selektivem Wachstum, dürfte Siemens Energy für dividendenorientierte und langfristig denkende Investoren zunehmend interessant werden.

Weiterführende Quellen

Brent Ölpreis Warnung: Wie teuer wird der Risikoaufschlag?

Droht dem Brent Ölpreis ein neuer geopolitischer Schock, oder bleibt der aktuelle Risikoaufschlag beherrschbar?

Brent Ölpreis im Spannungsfeld von Politik und Risiko

Am Freitagmittag kostet ein Fass der Nordsee-Sorte **Brent** zeitweise rund 71 US‑Dollar, nachdem im Wochenverlauf bereits Kurse von über 72 US‑Dollar erreicht wurden. Damit liegt der Brent Ölpreis im Februar rund 8 % über dem Niveau zu Monatsbeginn. Marktteilnehmer sehen den jüngsten Anstieg weniger in einer boomenden Nachfrage, sondern vor allem in einem geopolitischen Aufschlag begründet, der aus den Spannungen zwischen den USA und dem Iran resultiert.

Mehrere Rohstoffstrategen schätzen, dass aktuell 5 bis 10 US‑Dollar je Barrel als reine geopolitische Prämie im Brent Ölpreis stecken. Aus fundamentaler Sicht – mit verhaltener Nachfrage und solider Produktion außerhalb der OPEC – sähen viele Analysten einen fairen Wert eher um oder sogar unter 60 US‑Dollar. Solange jedoch das Risiko einer Eskalation im Persischen Golf und potenzieller Angriffe auf die Öl-Infrastruktur nicht vom Tisch ist, bleibt dieser Bewertungsabschlag theoretischer Natur.

Auffällig ist die erhöhte Aktivität im Optionsmarkt: Investoren greifen verstärkt zu kurzfristigen Kaufoptionen mit Laufzeiten um einen Monat. Diese Positionierungen deuten darauf hin, dass sich der Markt weniger vor einem langsam steigenden Ölpreis fürchtet, sondern ein plötzliches, schlagartiges Preisszenario einkalkuliert – etwa infolge einer überraschenden militärischen Aktion.

Öl_BRENT: Wie real ist die Hormus-Gefahr?

Im Fokus steht weiterhin die Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Seehandels mit Rohöl fließt. In früheren Konflikten hat der Iran direkte Angriffe auf große Förderanlagen eher gemieden. Diesmal besteht jedoch aus Sicht vieler Marktbeobachter die Möglichkeit, den Schiffsverkehr im Nadelöhr des Golfes zumindest zeitweise zu stören. Bereits die bloße Androhung solcher Maßnahmen reicht aus, um den Brent Ölpreis nach oben zu treiben.

Parallelen werden zu früheren Konfrontationen im Golf gezogen, bei denen der Ölpreis innerhalb von wenigen Tagen zweistellig zulegen konnte. Technische Analysten verweisen darauf, dass **Öl Brent** aktuell an einer langfristigen Abwärtstrendlinie konsolidiert. Ein prozyklisches Kaufsignal würde demnach bei Kursen um 72 bis 73 US‑Dollar aktiviert, was Anschlusskäufe in Richtung 82 bis 85 US‑Dollar auslösen könnte. Solange die Notierungen oberhalb von etwa 69 US‑Dollar bleiben, sehen viele Trader wenig Anlass, offensiv auf fallende Preise zu setzen.

Auch physische Ströme untermauern das Nervositätsszenario: Saudi-Arabien zieht offenbar Teile seiner Lieferungen nach Asien zeitlich vor, während die schwimmenden Lagerbestände Irans deutlich zugenommen haben. Das legt nahe, dass sich große Akteure auf Störungen im üblichen Handelsfluss vorbereiten – ein weiterer Faktor, der den Risikoaufschlag im Brent Ölpreis stützt.

Wie positionieren sich Analysten zu Öl Brent?

Investmentbanken und Rohstoffhäuser sehen kurzfristig ein Umfeld anhaltend hoher Volatilität. Marktstrategen verweisen darauf, dass sich aktuell rund 7 bis 10 US‑Dollar geopolitische Risikoaufschläge im Ölpreis widerspiegeln und die Spanne zwischen negativen und positiven Szenarien für Anleger ungewöhnlich groß ist. Im Falle einer greifbaren Eskalationsgefahr im Golf wäre ein schneller Sprung von **Öl Brent** in Richtung der Mitte der 80er-Spanne denkbar, während eine nachhaltige diplomatische Entspannung den Risikoaufschlag rasch zusammenschmelzen lassen könnte.

Auf der Zinsseite notieren die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen zuletzt wieder knapp unter 4 %, was tendenziell die Finanzierungskosten im Energiesektor beeinflusst. Für private-Equity-finanzierte Unternehmen mit starker Abhängigkeit von Fremdkapital könnte eine Kombination aus engerer Liquidität und schwankenden Erlösen bei gleichzeitiger Unsicherheit im Brent Ölpreis zum Problem werden. In der Folge würde am Markt ein zusätzlicher Liquiditäts- und Risikopremium-Faktor eingepreist.

Wir schätzen, dass derzeit rund sieben bis zehn Dollar geopolitische Risikoprämie im Ölpreis stecken – die Fundamentals rechtfertigen ein Niveau eher um 60 Dollar.
— ein Rohstoffstratege einer internationalen Investmentbank

Fazit

Während die großen internationalen Adressen wie Citigroup, Goldman Sachs und RBC Capital Markets ihre kurzfristigen Ölmarktkommentare stark auf den geopolitischen Risikoaufschlag fokussieren, verweisen sie mittelfristig übereinstimmend auf das Übergewicht fundamentaler Faktoren. Entscheidend werde sein, ob sich die derzeit laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Wien zu einer tragfähigen Entspannung entwickeln oder ob neue Sanktionen und militärische Drohgebärden das Risiko-Narrativ dominieren.

Weiterführende Quellen

Dell Technologies Quartal mit +39% Umsatz-Rekord und KI-Boom

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27.02.26 12:34 Uhr

Dell Technologies Inc.

Kann das aktuelle Dell Technologies Quartal mit KI-Server-Boom und Rekordzahlen den nächsten Kursschub für die Aktie auslösen?

Dell Technologies Quartal: Wie stark war das Wachstum?

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr erzielte Dell Technologies Inc. einen Rekordumsatz von 113,5 Milliarden Dollar, ein Plus von 19 % gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 27 % auf 10,30 Dollar, ebenfalls ein Bestwert. Besonders eindrucksvoll fällt das jüngste Dell Technologies Quartal aus: Der Umsatz sprang im vierten Quartal um 39 % auf 33,4 Milliarden Dollar und lag damit deutlich über den Markterwartungen von rund 31,7 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg von 2,68 auf 3,89 Dollar, ein Zuwachs von 45 % und klar über dem Konsens von etwa 3,5 Dollar.

Die Profitabilität zog mit: Die Bruttomarge in Dollar erreichte 6,8 Milliarden Dollar, plus 18 % zum Vorjahr. Das operative Ergebnis stieg um 32 % auf 3,5 Milliarden Dollar, was einer Marge von 10,6 % entspricht. Der Nettogewinn verbesserte sich um 36 % auf 2,6 Milliarden Dollar. Zugleich generierte Dell im vierten Quartal einen operativen Cashflow von 4,7 Milliarden Dollar und kam im Gesamtjahr auf mehr als 11,2 Milliarden Dollar Barmittelzufluss – ein Rekordwert, der umfangreiche Ausschüttungen an Aktionäre ermöglicht.

Dell: Wie stark treibt das KI-Server-Geschäft?

Treiber des Dell Technologies Quartal ist klar der Infrastrukturbereich ISG (Infrastructure Solutions Group). Der Segmentumsatz kletterte im vierten Quartal auf 19,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 73 % und das achte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum. Besonders AI-optimierte Server, häufig mit GPUs von NVIDIA bestückt, sorgen für Dynamik: Für das Gesamtjahr wurden KI-Aufträge von 64,1 Milliarden Dollar gebucht, davon 34,1 Milliarden Dollar allein im vierten Quartal. Ausgeliefert wurden 25,2 Milliarden Dollar, während Dell mit einem Rekord-Backlog von 43 Milliarden Dollar ins neue Geschäftsjahr startet.

Im vierten Quartal setzte Dell AI-Server im Wert von 9,5 Milliarden Dollar ab und sieht seine KI-Umsätze im neuen Geschäftsjahr auf rund 50 Milliarden Dollar zusteuern – etwa eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Das ISG-Segment erzielte ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Dollar bei einer Marge von 14,8 %, 240 Basispunkte höher als im Vorquartal. Auch klassische Server- und Netzwerklösungen legten mit 5,9 Milliarden Dollar Umsatz um 27 % zu, während das Speichergeschäft mit 4,8 Milliarden Dollar moderat um 2 % wuchs und Produkte wie die PowerStore-Plattform mehrere Quartale in Folge zweistellig zulegten.

Dell Technologies Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Dell: PCs, Dividende und Aktienrückkäufe im Fokus?

Neben KI-Servern liefert auch das PC-Geschäft Rückenwind. Die Client Solutions Group (CSG) steigerte den Umsatz im Quartal um 14 % auf 13,5 Milliarden Dollar. Das kommerzielle PC-Segment legte mit 11,6 Milliarden Dollar um 16 % zu und verzeichnete damit das sechste Wachstumsquartal in Folge; Dell gewann hier rund 100 Basispunkte Marktanteil in einem um 10 % gewachsenen Markt. Das Consumer-Geschäft blieb mit 1,9 Milliarden Dollar zwar weitgehend stabil, zeigte aber durch Gaming-Systeme wieder steigende Nachfrage.

Das operative Ergebnis der CSG belief sich auf 600 Millionen Dollar oder 4,7 % Marge. Nach Jahren des Konzernumbaus nutzt Dell die Solidität der Bilanz, um Anleger stärker zu beteiligen: Insgesamt wurden im abgelaufenen Jahr 7,5 Milliarden Dollar an Aktionäre zurückgeführt, darunter der Rückkauf von 54 Millionen eigenen Aktien – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Die jährliche Dividende wird um 20 % auf 2,52 Dollar je Aktie erhöht, bereits das vierte Jahr in Folge mit zweistelligem Dividendenwachstum. Parallel beschloss der Vorstand ein neues Aktienrückkaufprogramm über weitere 10 Milliarden Dollar.

Dell: Wie lautet der Ausblick nach dem Rekordquartal?

Der Ausblick unterstreicht, warum das Dell Technologies Quartal die Fantasie der Anleger beflügelt. Für das laufende Geschäftsjahr 2027 erwartet das Management Umsätze zwischen 138 und 142 Milliarden Dollar, was am Mittelwert von 140 Milliarden rund 23 % Wachstum bedeutet und deutlich über bisherigen Marktschätzungen liegt. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei etwa 12,90 Dollar (plus/minus 0,25 Dollar) liegen – rund 25 % mehr als im Vorjahr. Schon im ersten Quartal stellt Dell 34,7 bis 35,7 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, ein Plus von etwa 51 %, und ein EPS von etwa 2,90 Dollar, knapp 87 % über dem Vorjahreswert.

Die KI-Chance verändert unser Unternehmen.
— Jeff Clarke, Chief Operating Officer von Dell Technologies

Fazit

Trotz des Rückenwinds warnen Finanzchef David Kennedy und Co-COO Jeff Clarke vor Risiken: Die Nachfrage nach Komponenten übersteigt das Angebot, was die Kosten treibt und Lieferzeiten verlängert. Dell reagiert mit kürzeren Angebotslaufzeiten, dynamischen Preisanpassungen und gezieltem Lageraufbau, um das AI-Server-Ziel von 13 Milliarden Dollar Auslieferungen im ersten Quartal zu erreichen. Während Anleger Kapital aus Highflyern wie NVIDIA umschichten, positioniert sich Dell mit seinem KI-Server-Fokus als Infrastruktur-Gewinner der nächsten Welle – in einer Liga mit Tech-Größen wie Apple oder Tesla, allerdings mit klarem Schwerpunkt auf Rechenzentren.

Weiterführende Quellen

Block KI-Stellenabbau: +5% Rallye nach radikalem KI-Schock

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Block Inc.

Kann der radikale Block KI-Stellenabbau mit 40% weniger Jobs wirklich Effizienz und Börsenrallye zugleich auslösen?

Block: Wie radikal ist der KI-Stellenabbau?

Der Block KI-Stellenabbau gehört zu den einschneidendsten Personalmaßnahmen im US-Fintech-Sektor der vergangenen Jahre. Das Unternehmen will seine Belegschaft um mehr als 40 % verkleinern und damit von ungefähr 10.000 auf rund 6.000 Mitarbeiter schrumpfen lassen. Betroffen sind nach Angaben von CEO Jack Dorsey mehr als 4.000 Beschäftigte in unterschiedlichen Bereichen.

Dorsey führt den Schritt explizit auf den technologischen Fortschritt bei künstlicher Intelligenz zurück. Die von Block entwickelten „Intelligenz-Tools“, allen voran das interne System „Goose“, sollen viele Aufgaben automatisieren oder stark verschlanken. Seine zentrale These: Kleinere, flachere Organisationen, die konsequent auf KI setzen, können produktiver und schneller sein als traditionelle Großstrukturen – Unternehmen, die diesen Trend ignorieren, würden zurückfallen.

Die Entlassungswelle ist Teil einer breiter angelegten Umstrukturierung, in deren Vorfeld bereits rund 10 % der Belegschaft bei jährlichen Leistungsbeurteilungen freigesetzt worden sein sollen. Der nun kommunizierte Block KI-Stellenabbau markiert damit eine zweite, deutlich größere Phase des Personalumbaus.

Block: Was bedeutet der Schritt für Mitarbeiter?

Für die betroffenen Angestellten versucht Block den harten Einschnitt finanziell abzufedern. Laut Unternehmensangaben erhalten sie 20 Wochen Gehalt plus eine zusätzliche Woche pro Dienstjahr, insgesamt also teils deutlich mehr als ein klassisches Abfindungspaket. Hinzu kommen sechs Monate Krankenversicherung, die bisherigen Firmengeräte sowie ein Zuschuss von 5.000 US-Dollar, um den Übergang in eine neue Rolle zu erleichtern.

Dorsey betont in einem Schreiben an die Belegschaft, dass die Entscheidung nicht aus einer Notlage, sondern aus einer „Position der Stärke“ nach einem soliden Jahr 2025 getroffen worden sei. Dennoch dürfte der Block KI-Stellenabbau in der Belegschaft und im Tech-Sektor Wellen schlagen – ähnlich wie die massiven Personalkürzungen, die Elon Musk nach der Übernahme von Twitter vorgenommen hat. Wie damals wird auch hier argumentiert, dass digitale Plattformen mit Hilfe von KI und Automatisierung mit deutlich weniger Personal betrieben werden können.

Gleichzeitig sendet der Schritt ein Signal an andere Technologie- und Fintech-Unternehmen, darunter Schwergewichte wie NVIDIA, Apple oder Tesla, dass der nächste Effizienzschub der Branche nicht nur über Umsatzwachstum, sondern vor allem über konsequente Kostensenkungen durch KI kommen könnte.

Block, Inc. Stellenabbau und KI-Strategie Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Block: Börsenreaktion auf KI-Strategie

An der Börse kommt die neue Strategie an: Die Aktie von Block (SQ) legt aktuell auf 54,53 US-Dollar zu, nach 51,94 US-Dollar am Vortag – ein Plus von knapp 5 %. Noch deutlicher fällt der Sprung im vorbörslichen Handel aus: Mit 64,50 US-Dollar liegt SQ rund 18 % höher als der Schlusskurs des Vortages. Auslöser sind neben gemischten Quartalszahlen vor allem die Aussicht auf eine deutlich niedrigere Kostenbasis ab 2026.

Der Markt preist damit ein, dass die einmaligen Belastungen durch Abfindungen und Umbaukosten kurzfristig auf die Marge drücken, mittelfristig aber Effizienzgewinne durch KI und kleinere Teams überwiegen. Analysten verweisen zudem auf das weiterhin wachsende Ökosystem der Block-Tochter Square, die laut aktuellen Berichten bereits nahe an der Marke von 1.000 Partnern im App-Marktplatz liegt. Dieses Partnernetzwerk soll Händlern zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten eröffnen und die Plattformbindung stärken.

Parallel bleibt Block mit Altlasten aus früheren Jahren konfrontiert: Mehrere Kanzleien, darunter Pomerantz, Rosen Law Firm und Bronstein, Gewirtz & Grossman, treiben Sammelklagen gegen das Unternehmen voran. Sie zielen auf mögliche Verstöße gegen Wertpapiergesetze im Zeitraum 2020 bis 2024 ab. Für Investoren ist damit klar: Auf die operative Neuaufstellung durch KI folgt auch eine juristische Aufarbeitung der Vergangenheit.

Block KI-Stellenabbau: Was heißt das für Anleger?

Der Block KI-Stellenabbau macht deutlich, wie aggressiv Dorsey die Firma auf eine KI-zentrierte Zukunft ausrichtet. Während klassische Kennzahlen kurzfristig durch Restrukturierungskosten belastet werden, setzen viele Marktteilnehmer auf eine nachhaltig höhere Profitabilität. Investmentbanken wie Citigroup, Goldman Sachs oder Morgan Stanley hatten Block bereits zuvor als potenziellen Profiteur struktureller Trends im digitalen Zahlungsverkehr identifiziert; nun rückt die Frage in den Fokus, wie stark KI die Margen tatsächlich heben kann.

Für Anleger steht damit ein Balanceakt an: Auf der einen Seite winken Effizienzgewinne, ein wachsendes Händler-Ökosystem und eine klar formulierte KI-Vision. Auf der anderen Seite bergen der Tempo des Umbaus, die Sammelklagen und die gesellschaftliche Debatte um KI-bedingte Jobverluste Risiken. Entscheidend wird sein, ob Block beweisen kann, dass die durch KI gestützten, kleineren Teams die Produktivität wie versprochen steigern – und ob sich die heutige Rallye der SQ-Aktie als Beginn eines nachhaltigen Reratings erweist.

Wir sehen bereits, dass die Intelligenz-Tools, die wir entwickeln und nutzen, gepaart mit kleineren und flacheren Teams, eine neue Art des Arbeitens ermöglichen, die grundlegend verändert, was es bedeutet, ein Unternehmen aufzubauen und zu führen.
— Jack Dorsey, CEO von Block

Fazit

Der Block KI-Stellenabbau ist ein radikaler Schnitt, mit dem Jack Dorsey das Unternehmen konsequent auf eine KI-first-Strategie trimmt. Für Anleger eröffnet der Umbau die Chance auf deutlich niedrigere Kosten und bessere Margen, birgt aber zugleich operative und juristische Risiken. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob Block den Spagat zwischen KI-getriebener Effizienz und nachhaltigem Wachstum meistern kann und ob sich der mutige Schritt an der Börse dauerhaft auszahlt.

Weiterführende Quellen