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Robinhood Prognose: Crash-Chance trotz 59% Asset-Boom

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26.02.26 16:30 Uhr

Robinhood Markets, Inc.

Ist der heftige Absturz der Robinhood-Aktie schon Bereinigung nach dem Hype – oder erst der Auftakt zu einem größeren Crash?

Robinhood Prognose: Wie stark war der Crash wirklich?

Nach dem starken Jahr 2025, in dem der Kurs von Robinhood Markets, Inc. nahezu verdreifacht hatte, folgte Anfang 2026 die schmerzhafte Gegenbewegung. Die Aktie liegt seit Jahresanfang rund 31 bis 37 % im Minus und hat vom letzten Hoch um die 40 bis 50 % verloren. Aktuell notiert Robinhood bei 76,81 US‑Dollar und damit knapp 10 % über dem jüngsten Tief, was technisch als erste Erholungsphase nach dem Abverkauf gewertet werden kann.

Auslöser der Korrektur waren vor allem die verfehlten Umsatzerwartungen im Q4 2025 sowie der deutliche Rückgang bei Bitcoin, der von seinen Hochs immer noch rund 50 % entfernt ist. Beides belastet eine Plattform, deren Nutzeraktivität stark von Marktstimmung und Kryptovolatilität abhängt. Dennoch sehen einige Marktbeobachter im Rückgang nach dem steilen Anstieg 2025 eher eine Normalisierung der Bewertung als einen strukturellen Bruch im Geschäftsmodell.

Robinhood Markets: Fundamentale Trends trotz Volatilität

Fundamental kann Robinhood Markets, Inc. mit einem deutlichen Anstieg der Kundenvermögen punkten. Die verwalteten Plattform-Assets legten im Januar 2026 im Jahresvergleich um 59 % auf 324,4 Milliarden US‑Dollar zu. Das deutet auf eine wachsende Kundenbasis und höhere durchschnittliche Guthaben hin – wichtige Treiber für künftige Transaktions- und Zinseinnahmen.

Parallel arbeitet der Broker an einem „High-Margin Makeover“: weg von einseitigen Orderflow-Erlösen, hin zu margenstärkeren Produkten in den Bereichen Brokerage, Krypto und dem breiten Wett- und Tradingmarkt. Dazu zählen Optionen, Krypto-Handel, Zinseinnahmen auf Cash und Wertpapierkredite sowie neue Ertragsquellen aus innovativen Finanzwetten und Prediction-Märkten. Diese Diversifizierung soll das Ergebnis robuster machen und das zyklische Risiko reiner Trading-Umsätze abfedern.

Die aktuelle Schwächephase spiegelt daher weniger eine operative Krise als vielmehr eine Neubewertung nach einem Bewertungs-Hype wider. In Szenarienrechnungen wird ein Kurszielkorridor von 110 bis 120 US‑Dollar in diesem Jahr für möglich gehalten – ein Upside von 60 bis 70 % gegenüber dem aktuellen Niveau, falls sich das Marktumfeld normalisiert und die Profitabilitätsinitiative greift.

Robinhood Markets, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Robinhood Prognose und Krypto-Momentum: Kommt der Rebound?

Zentral für jede Robinhood Prognose bleibt die Entwicklung im Kryptomarkt. Die jüngste Kursstabilisierung bei Bitcoin und ein kräftiger Kurssprung bei Krypto-nahen Titeln wie Circle nähren die Hoffnung, dass der aktuelle „Kryptowinter“ eher ein kürzeres Intermezzo war. Sollte sich ein neuer Aufwärtstrend etablieren und die Marke um 72.000 US‑Dollar bei Bitcoin nachhaltig überwunden werden, dürfte das Handelsvolumen bei Robinhood spürbar anziehen.

Charttechnisch hat sich um 66 bis 70 US‑Dollar bei Robinhood eine interessante Unterstützungszone herausgebildet, die zuvor als Widerstand fungierte. Hier könnte sich ein Plateau etablieren, von dem aus eine Gegenbewegung in Richtung des 50‑Tage‑Durchschnitts einsetzt. Trader setzen deshalb verstärkt auf Knock-out-Produkte mit moderatem Hebel oder auf Discount-Optionsscheine, um von einer potenziellen Bodenbildung bei begrenztem Kapitaleinsatz zu profitieren.

Ein Beispiel ist ein Discount-Optionsschein mit Fälligkeit im September und Cap bei 87,50 US‑Dollar, der eine Maximalrendite von über 100 % bietet, falls Robinhood bis dahin oberhalb dieser Marke notiert. Der Kursrückgang nach dem Crash wird von kurzfristig orientierten Tradern als historisch attraktive Einstiegsgelegenheit gesehen, während langfristige Anleger auf die strukturelle Ertragsverbesserung setzen.

Robinhood Markets: Wie ordnen Analysten die Lage ein?

Analysten verweisen auf die hohe Sensitivität von Robinhood Markets, Inc. gegenüber Marktstimmung, Kryptopreisen und Zinsen. Häuser wie Citigroup, Goldman Sachs, Morgan Stanley und RBC Capital Markets fokussieren sich in ihren Einschätzungen besonders auf die Kombination aus wachsender Asset-Basis und der Transformation hin zu margenstärkeren Erträgen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das Unternehmen nachhaltig höhere Nettomargen erzielen kann, ohne das Wachstum der Nutzerbasis zu gefährden.

Kritische Stimmen, etwa in großen US-Wirtschaftsmagazinen, heben das Risiko eines längeren Krypto-Bärenmarkts, einer anhaltenden Abkühlung im Optionshandel und der erhöhten Volatilität der Aktie hervor. Befürworter betonen hingegen, dass Robinhood einen der stärksten Retail-Marken in den USA aufgebaut hat und mit neuen Produkten in Brokerage, Krypto und dem Wettmarkt zusätzliche Ertragssäulen etabliert.

Damit hängt die weitere Kursentwicklung stark von zwei Faktoren ab: Erstens, ob die Gewinnmargen wie geplant steigen und zweitens, ob der Markt die Plattform-Assets und das Krypto-Exposure wieder als Chance statt als Risiko bewertet. Beides bestimmt letztlich, ob sich die optimistische Robinhood Prognose mit Kurszielen nahe 120 US‑Dollar durchsetzt oder ob der Titel länger in einer volatilen Seitwärtsphase verharrt.

Robinhood bleibt nach dem Crash ein spekulativer, aber spannender Hebel auf die Rückkehr von Risikoappetit und Krypto-Momentum.
— Redaktion Börsenblog

Fazit

Unterm Strich bleibt die Robinhood Prognose ein Balanceakt zwischen kurzfristiger Volatilität und langfristiger Ergebnisfantasie. Der deutliche Rückgang seit Jahresbeginn trifft auf stark gestiegene Plattform-Assets und eine klare strategische Ausrichtung hin zu margenstärkeren Geschäftsbereichen. Für risikobewusste Anleger bietet der aktuelle Kursbereich Chancen auf ein Comeback, während die Entwicklung im Kryptomarkt und die nächsten Quartalszahlen zeigen werden, ob der erhoffte Trendwechsel tatsächlich trägt.

Weiterführende Quellen

Deutsche Telekom Quartal: 120 Mrd Umsatz, Rekorddividende und Glasfaser-Boom

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26.02.26 16:06 Uhr

Deutsche Telekom

Kann das aktuelle Deutsche Telekom Quartal mit Rekordzahlen, US-Wachstum und Glasfaser-Offensive den Kurs nachhaltig weiter antreiben?

Deutsche Telekom Quartal: Wie stark waren Umsatz und Gewinn?

Die Deutsche Telekom AG hat für das abgelaufene Geschäftsjahr rund 119,1 bis 120 Milliarden Euro Umsatz gemeldet, ein Plus von etwa 2,9 % gegenüber dem Vorjahr. Das um Sondereffekte bereinigte Ebitda AL kletterte konzernweit auf 44,2 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 2,8 % entspricht. Operativ erwirtschaftete der Konzern damit über 40 Milliarden Euro und erfüllte die Erwartungen der Analysten weitgehend. Negative Überraschungen blieben aus, der bestätigte Ausblick für 2026 liegt im Rahmen der Konsensschätzungen.

Die Kursreaktion fällt dennoch verhalten aus: Die Aktie der Deutschen Telekom (DTE) notiert aktuell bei 33,01 Dollar und damit rund 1,93 % unter dem Vortageskurs von 33,66 Dollar. Nach einer starken Rally seit Anfang Februar werten Marktbeobachter die Bewegung als gesunde Konsolidierung. Technisch gilt die Unterstützung im Bereich um 26 Euro als zentrale Marke, während auf der Oberseite Kursziele bis 35,90 Euro im Blick bleiben.

Im Fokus des nächsten Deutsche Telekom Quartal stehen vor allem Margenstabilität im Kerngeschäft und Währungseffekte, nachdem der schwache US-Dollar die ausgewiesenen Erlöse zuletzt gebremst hatte.

Deutsche Telekom: Was treibt das Wachstum in den USA?

Wichtigster Wachstumsmotor bleibt die US-Tochter T‑Mobile US, an der die Deutsche Telekom AG rund 52 % hält. Das Mobilfunkgeschäft in den Vereinigten Staaten sorgt seit Jahren für steigende Kunden- und Serviceumsätze und stützt damit maßgeblich das gesamte Deutsche Telekom Quartal. Ohne die Dollar-Schwäche wäre das Umsatzwachstum des Konzerns noch kräftiger ausgefallen.

Für Anleger interessant: T‑Mobile US liefert nicht nur hohe operative Cashflows, sondern erhöht auch die strategische Flexibilität der Mutter – etwa für weitere Netz-Investitionen, Schuldenabbau oder Aktienrückkäufe. Investmentbanken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley verweisen in ihren Telekom-Branchenstudien regelmäßig auf die starke Wettbewerbsposition von T‑Mobile im 5G-Markt, was der Telekom-Bewertung Rückenwind gibt.

Mit einem KGV von rund 14 erscheint die Bewertung der Deutschen Telekom im Branchenvergleich moderat. Mehrere Häuser, darunter Citi (Citigroup) und RBC Capital Markets, sehen im europäischen Telekomsektor selektiv Aufholpotenzial, auch wenn konkrete Einzelkursziele für die Deutsche Telekom im aktuellen Datenstand nicht genannt werden. Entscheidend wird sein, ob T‑Mobile US im nächsten Deutsche Telekom Quartal sein Wachstumstempo halten kann.

Deutsche Telekom AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Deutsche Telekom: Glasfaser-Offensive und KI-Fantasie

Neben Mobilfunk rückt der Festnetzbereich zunehmend in den Vordergrund. 2025 baute die Deutsche Telekom AG in Deutschland rund 2,5 Millionen neue Glasfaseranschlüsse – mehr als alle Wettbewerber zusammen. Bereits 12,6 Millionen Haushalte sind an die Glasfaser-Infrastruktur des Konzerns angebunden, bis 2030 sollen es mindestens 25 Millionen sein. Die Zahl der aktiven Glasfaser-Kunden stieg, die Quote der Haushalte mit Vertrag kletterte von 14,8 % auf 16,4 %.

Die Glasfaser-Offensive dürfte auch in kommenden Berichtsperioden das Deutsche Telekom Quartal prägen. Für dieses Jahr peilt der Konzern erneut mindestens 2,5 Millionen zusätzliche Anschlüsse an, 2027 soll die Zahl der jährlichen Neukunden im Glasfasersegment auf rund eine Million steigen. Parallel dazu investiert die Telekom in neue Wachstumsfelder: In München wurde gemeinsam mit NVIDIA ein KI-Rechenzentrum eröffnet, das leistungsfähige Infrastruktur für künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste bereitstellt.

Anleger profitieren derweil direkt von der guten Geschäftsentwicklung: Die Dividende soll auf 1,00 Euro je Aktie steigen – so hoch wie noch nie. Durch eine spezielle Struktur wird sie für viele Investoren weitgehend quellensteuerfrei ausgeschüttet, was den Titel für Dividendenjäger zusätzlich attraktiv macht.

Deutsche Telekom Quartal: Wie ist die Aktie jetzt einzuordnen?

Charttechnisch wirkt die Aktie nach der starken Rally der vergangenen Wochen „heiß gelaufen“. Mehrere Analysten raten daher, einen Rücksetzer oder eine Seitwärtsphase abzuwarten, bevor neue Positionen aufgebaut werden. Gleichzeitig unterstreichen die stabilen Zahlen im jüngsten Deutsche Telekom Quartal, dass der fundamentale Unterbau stimmt: Wachstum in den USA, steigende Glasfaser-Penetration in Deutschland, KI-Fantasie und eine Rekorddividende formen ein robustes Gesamtbild.

Für langfristig orientierte Anleger könnte die aktuelle Konsolidierung eine Gelegenheit sein, Engagements zu überprüfen oder schrittweise aufzustocken. Kurzfristig hängen die Kursimpulse vom nächsten Deutsche Telekom Quartal, möglichen Währungseffekten und der allgemeinen Marktlage ab.

Unser Schwungrad trägt uns weiterhin, die Zahlen stimmen.
— Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG

Fazit

Die Deutsche Telekom AG überzeugt mit soliden Kennzahlen, wachstumsstarken Sparten und einer Rekorddividende, sodass das jüngste Deutsche Telekom Quartal ein insgesamt positives Signal für Investoren sendet. Langfristige Anleger finden in dem moderat bewerteten Dividendentitel eine defensive Beimischung mit Wachstumsoption. Die kommenden Quartalszahlen werden zeigen, ob die Glasfaser-Offensive und T‑Mobile US das Momentum weiter hochhalten können.

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Halbleiter KI-Boom: NVIDIA -3,6% nach Gewinn-Rekord und Engpässen

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26.02.26 16:03 Uhr

NVIDIA

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26.02.26 16:03 Uhr

Advanced Micro Devices Inc.

Ist der Halbleiter KI-Boom für NVIDIA & Co. erst der Anfang – oder kippt der Hype jetzt in eine gefährliche Überhitzung?

Wie stark profitiert NVIDIA vom Halbleiter KI-Boom?

NVIDIA bleibt das Symbol des Halbleiter KI-Boom. Im Markt für KI-Beschleuniger dominiert der Konzern mit einem Anteil von bis zu 80–90 %, getrieben vom massiven Ausbau von Rechenzentren. Die jüngsten Quartalszahlen zeigten ein Umsatzplus von 73 % und außergewöhnliche Bruttomargen von rund 75 %, angetrieben vor allem vom Geschäft mit Rechenzentren. Der Nettogewinn der letzten zwölf Monate soll sich auf etwa 120 Milliarden Dollar summieren – ein Niveau, das den Bewertungsaufschlag aus Investorensicht stützt.

Trotz dieses Wachstums reagierte der Markt nach den frischen Zahlen verhalten. NVIDIA übertraf zwar die Erwartungen beim Gewinn pro Aktie und gab einen starken Ausblick, die Aktie bewegte sich jedoch nur innerhalb der zuvor eingepreisten Schwankungsbreite. Das deutet auf einen “überfüllten Trade” hin, bei dem hohe Erwartungen bereits im Kurs stecken. Hinzu kommen operative Risiken: Die Nachfrage nach KI-Chips übersteigt das Angebot mit einem Verhältnis von etwa 12 zu 1, während es weiter Engpässe bei High Bandwidth Memory (HBM) und Packaging-Kapazitäten gibt.

Analysten wie Morgan Stanley sprechen dennoch von einem der saubersten “Beat-and-Raise”-Zyklen der Branche und sehen NVIDIA weiterhin als Kernprofiteur des Halbleiter KI-Boom. Gleichzeitig warnen sie vor der hohen Abhängigkeit von wenigen Hyperscalern und den Exportbeschränkungen für Hochleistungs-Chips nach China, etwa bei H200-Systemen.

Wie positioniert sich AMD im Schatten von NVIDIA?

AMD versucht, im Halbleiter KI-Boom über Partnerschaften und maßgeschneiderte Lösungen Marktanteile von NVIDIA zu gewinnen. Kooperationen wie der jüngste Deal mit Nutanix, bei dem AMD 150 Millionen Dollar in Aktien investiert und weitere 100 Millionen Dollar für gemeinsame Projekte bereitstellt, zeigen den strategischen Fokus auf Rechenzentrums- und KI-Workloads. Zudem arbeiten Hyperscaler zunehmend an eigenen ASIC-Lösungen, bei denen AMD als Technologiepartner in Frage kommt.

Im Wettbewerb zählt nicht mehr nur die reine Rechenleistung, sondern vor allem die Energieeffizienz, da der globale Strombedarf der KI-Rechenzentren rasant wächst. Hier versuchen AMD und auch eigene Lösungen großer Cloud-Konzerne, NVIDIA anzugreifen. Anleger müssen jedoch berücksichtigen, dass NVIDIA durch seine etablierte Software- und Ökosystem-Dominanz kurzfristig weiter deutlich vorn liegt.

Citigroup und RBC Capital Markets verweisen in ihren Einschätzungen auf das große Marktpotenzial für beide Anbieter, mahnen aber, dass die Bewertungsniveaus im Sektor zunehmend zyklisch hinterfragt werden. Rücksetzer wie der aktuelle Kursabschlag bei NVIDIA und AMD könnten für langfristig orientierte Anleger dennoch attraktive Chancen im Halbleiter KI-Boom bieten.

Chip-Branche und KI-Infrastruktur Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Welche Rolle spielen Intel, MU, AVGO und IFX?

Neben den offensichtlichen KI-Gewinnern richtet sich der Blick verstärkt auf die zweite Reihe im Halbleiter KI-Boom. Intel arbeitet daran, im KI-Rechenzentrumsmarkt Boden gutzumachen, während MU als Speicher-Spezialist von den stark gestiegenen Memory-Preisen profitiert. Die Knappheit bei HBM-Speicherchips macht Anbieter in diesem Segment zu zentralen Engpass-Managern der Branche.

AVGO (Broadcom) und Ausrüster wie Applied Materials sichern mit Netzwerk- und Fertigungslösungen die physische Infrastruktur der neuen KI-Rechenzentren. Infineon (IFX) profitiert darüber hinaus von der Elektrifizierung und zunehmenden Software-Integration im Automobilbau, wo immer leistungsfähigere Halbleiter für Fahrerassistenz, Infotainment und perspektivisch autonomes Fahren benötigt werden.

Der ETF SMH spiegelt diese Breite des Sektors wider und legte in den vergangenen zwölf Monaten um rund 80 % zu, was die enorme Dynamik, aber auch das Bewertungsrisiko des gesamten Halbleiter KI-Boom verdeutlicht.

Drohen Überhitzung und geopolitische Bremsklötze?

Die Branche steht gleichzeitig vor strukturellen und konjunkturellen Risiken. Lagerbestände sind teils um über 110 % angestiegen, weil Hersteller sich für einen anhaltenden Nachfrageschub wappnen. Sollte die Monetarisierung der KI-Infrastruktur bei Endkunden langsamer verlaufen als erhofft oder ein konjunktureller Abschwung eintreten, drohen Stornierungen von Rechenzentrumsprojekten.

Geopolitisch bleibt der eingeschränkte Zugang zum chinesischen Markt ein zentrales Risiko. US-Exportauflagen für Hochleistungs-Chips wie H200 bremsen das Wachstum, auch wenn in Einzelfällen Lizenzen mit hohen Zöllen erteilt werden. Gleichzeitig fordert die US-Politik zunehmend, dass Tech-Konzerne ihre Energieversorgung für neue KI-Rechenzentren selbst sicherstellen, um das öffentliche Netz zu entlasten.

Trotz dieser Unsicherheiten spricht der Mix aus massiven CapEx-Budgets der Hyperscaler, der Verlagerung zu einjährigen Produktzyklen und den Engpässen im Speichersektor dafür, dass der Halbleiter KI-Boom den Sektor noch mehrere Jahre prägen wird.

NVIDIA ist der Michael Jordan des Halbleitersektors – doch der Wettbewerb im KI-Zeitalter wird in den nächsten Jahren härter, nicht leichter.
— Morgan-Stanley-Halbleiterteam

Fazit

Der Halbleiter KI-Boom sorgt für eine historische Sonderkonjunktur, von der NVIDIA, AMD und spezialisierte Speicher- sowie Infrastrukturanbieter überproportional profitieren. Für Anleger bedeutet das: Rücksetzer in führenden Titeln können Chancen sein, erfordern aber ein wachsames Auge für Bewertungsniveaus, Speicherengpässe und geopolitische Risiken. Wer den Halbleiter KI-Boom spielen will, sollte auf führende Qualitätswerte setzen und gleichzeitig die zunehmende Sektor-Differenzierung und mögliche Regulierungsschübe im Blick behalten.

Weiterführende Quellen

AMD Nutanix-Partnerschaft: Milliarden-KI-Chance im Duell mit NVIDIA

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25.02.26 22:00 Uhr
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26.02.26 15:08 Uhr

Advanced Micro Devices Inc.

Wird die AMD Nutanix-Partnerschaft zum fehlenden Puzzleteil, um im KI-Rennen endlich ernsthaft zu NVIDIA aufzuschließen?

Wie ist AMD an der Börse positioniert?

Die Aktie von Advanced Micro Devices, Inc. notiert aktuell bei rund 210,86 US‑Dollar und liegt damit etwa 1,4 % unter dem Vortagesschluss von 213,84 US‑Dollar. Im vorbörslichen Handel werden um 207,85 US‑Dollar gehandelt, was einem weiteren Minus von gut 1,4 % entspricht. Nach der jüngsten Rally im Zuge des großen KI-Deals mit Meta und des allgemeinen Hypes um KI-Infrastruktur kommt es damit zu einer technisch nachvollziehbaren Verschnaufpause. Wichtiger als die kurzfristige Kursreaktion ist für viele professionelle Anleger, dass AMD sich mit der AMD Nutanix-Partnerschaft tiefer im Software- und Plattformgeschäft für Rechenzentren verankert.

Während NVIDIA mit seinen GPUs und hohen Margen den Markt dominiert, positioniert sich AMD zunehmend als ernstzunehmende Alternative. Analysten verweisen darauf, dass Hyperscaler wie Microsoft, Meta, Alphabet und Amazon ihre KI-Budgets auf mehrere Anbieter verteilen wollen, um Abhängigkeiten zu reduzieren und Preismacht zu begrenzen.

Was steckt strategisch hinter der AMD Nutanix-Partnerschaft?

Kern der AMD Nutanix-Partnerschaft ist der Einstieg von AMD bei Nutanix über den Kauf von Aktien im Volumen von 150 Millionen US‑Dollar. Parallel dazu stellen die Amerikaner weitere bis zu 100 Millionen US‑Dollar bereit, um gemeinsam eine Infrastrukturplattform für KI-Anwendungen zu entwickeln und zu vermarkten. Nutanix bringt seine Software für die Verwaltung von Rechenzentren, Cloud-Umgebungen und Speichersystemen ein, AMD seine KI-Beschleuniger und CPUs.

Damit verfolgt AMD das Ziel, Kunden nicht nur einzelne Chips, sondern komplette, schlüsselfertige KI-Lösungen anzubieten. Besonders im lukrativen Enterprise-Segment, in dem klassische Konzerne ihre eigenen Agenten- und KI-Workloads in privaten oder hybriden Clouds aufbauen, könnte die AMD Nutanix-Partnerschaft als Türöffner fungieren. Barron’s betont in seiner Analyse, dass Nutanix-Aktien nach der Ankündigung zeitweise um mehr als 20 % sprangen – ein klares Signal, dass der Markt den Schulterschluss mit AMD als Werttreiber interpretiert.

Advanced Micro Devices, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Welche Rolle spielt der Konkurrenzkampf mit NVIDIA?

Im KI-Sektor wird NVIDIA häufig mit Michael Jordan verglichen – AMD ist in dieser Analogie der Scottie Pippen: noch nicht der dominante Star, aber für das Spiel unverzichtbar. Branchenbeobachter schätzen, dass AMD technologisch zwar noch zwei bis vier Jahre hinter den Top-GPUs von NVIDIA zurückliegt, gleichzeitig aber massiv von der überlaufenden Nachfrage profitiert. Hyperscaler wie Meta haben jüngst mehrjährige Vereinbarungen über mehrere Gigawatt GPU-Kapazität auf AMD-Basis abgeschlossen. Proactive Investors berichtet, dass Bank of America sowohl für Meta als auch für AMD ein „Buy“-Rating bekräftigt und den Deal als strukturelle Stärkung der langfristigen Marktposition wertet.

NVIDIA-Chef Jensen Huang bereitet Investoren laut Reuters bereits auf einen verschärften Wettbewerb mit AMD und Intel vor – nicht nur bei GPUs, sondern auch bei CPUs. Der Druck auf NVIDIA wird auch durch die hohen Preise und Bruttomargen von rund 75 % verstärkt, die den Raum für günstigere Alternativen wie AMD öffnen. Die AMD Nutanix-Partnerschaft ist vor diesem Hintergrund ein weiterer Baustein in der Strategie, sowohl bei Hyperscalern als auch im klassischen Unternehmenskundengeschäft attraktiver zu werden.

Was bedeutet die Allianz mit Nutanix für Wachstum und Risiken?

Mit der AMD Nutanix-Partnerschaft adressiert AMD einen Milliardenmarkt: Die KI-Infrastrukturinvestitionen der großen Cloud-Anbieter summieren sich nach aktuellen Schätzungen in diesem Jahr auf rund 650 Milliarden US‑Dollar. Ein Großteil fließt zwar weiterhin zu NVIDIA, doch AMD gewinnt über Deals mit Meta, OpenAI und nun Nutanix sichtbar an Reichweite. Gleichzeitig bleibt das China-Geschäft ein Unsicherheitsfaktor. AMD erzielte im jüngsten Quartal dort noch rund 390 Millionen US‑Dollar Umsatz, erwartet für das laufende Quartal jedoch nur etwa 100 Millionen US‑Dollar – ein deutliches Signal für die geopolitischen Risiken und Lizenzbeschränkungen.

Analystenhäuser wie Bank of America und andere große US-Banken heben hervor, dass die hohen KI-CAPEX zwar die freie Liquidität der Tech-Konzerne belasten, aber auch langfristig hohe Nachfrage nach Rechenzentrums-Hardware sichern. Für AMD bedeutet das: Solange der KI-Boom anhält und sich gleichzeitig der Wunsch nach Lieferanten-Diversifizierung verstärkt, könnten Partnerschaften wie die mit Nutanix zum wichtigen Hebel werden, um Marktanteile von NVIDIA zu gewinnen und neue margenstarke Software- und Serviceerlöse zu erschließen.

Fazit

Für Anleger bleibt AMD damit ein klarer KI-Hebel mit erhöhtem Wettbewerbs- und China-Risiko. Die AMD Nutanix-Partnerschaft stärkt jedoch das Ökosystem und unterstreicht den strategischen Anspruch, sich vom reinen Chip-Lieferanten zum Plattformanbieter zu entwickeln.

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TSMC KI-Rally im Nvidia-Sog: Boomchance oder Überhitzungs-Warnung?

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26.02.26 12:32 Uhr

Taiwan Semiconductor Manufacturing

Steht die TSMC KI-Rally vor einem langen Superzyklus – oder kippt der Nvidia-Boom schneller als Anleger hoffen?

TSMC KI-Rally: Wie stark ist der Nvidia-Effekt?

Die jüngste Prognoseanhebung von Nvidia hat den gesamten Halbleitersektor erneut befeuert. Vor allem Aktien, die unmittelbar vom Ausbau der KI‑Rechenzentren profitieren, legten zu – darunter TSMC, Dell Technologies und Micron. Nvidia stellte für das laufende Quartal Erlöse von rund 78 Milliarden US‑Dollar in Aussicht, deutlich über den bisherigen Konsensschätzungen. An der Wall Street sorgt das für die Hoffnung, dass der massive KI‑Capex der Hyperscaler länger anhält als bislang unterstellt. Davon profitiert TSMC direkt, da ein großer Teil der modernsten KI‑Beschleuniger von Nvidia und anderen Kunden in den taiwanischen High‑End‑Fabs gefertigt wird. Entsprechend gilt die TSMC KI-Rally vielen Investoren als Stellvertreter für den gesamten KI‑Ausbau in Asien.

Gleichzeitig bleibt die Reaktion auf Nvidia‑Zahlen an der Börse auffallend nervös. Analysten verweisen darauf, dass die Erwartungen inzwischen extrem hoch sind und jeder kleinste Dämpfer bei Auftrags- oder Capex‑Guidance unmittelbar auf die Bewertung von Zulieferern wie TSMC durchschlagen könnte. Der Kurs von TSMC liegt zwar klar im Aufwärtstrend, bewegt sich aber nach den jüngsten Rekorden der Taiwan‑Börse in einem technisch überkauften Bereich.

TSMC im Zentrum des asiatischen KI-Ökosystems

In Asien gilt TSMC als Herzstück des globalen KI‑Ökosystems. Marktbeobachter verweisen darauf, dass praktisch alle großen Anbieter von KI‑Chips – Nvidia, AMD, aber auch spezialisierte Start‑ups – auf die Fertigungskapazitäten des Konzerns angewiesen sind. Ein Teil der jüngsten Kursgewinne geht auf die Erwartung zurück, dass neue Chip-Generationen wie Nvidias Rubin‑Plattform den Bedarf an modernsten 3‑nm‑ und künftig 2‑nm‑Strukturen weiter in die Höhe treiben werden. Für TSMC bedeutet das langfristig hohe Auslastung, aber kurzfristig einen enormen Investitionsdruck.

Genau hier setzen zunehmend auch warnende Stimmen an. Fondsmanager, die sich auf das globale KI‑Thema spezialisiert haben, betonen, dass die Kapitalintensität des Sektors historische Höchststände erreicht. Der Capex der großen Cloud‑Konzerne liegt gemessen am Umsatz deutlich über früheren Zyklen. Sollte es zu einer Abkühlung der Investitionsbereitschaft kommen, wäre TSMC als zentraler Auftragsfertiger besonders sensibel. Die TSMC KI-Rally preist nach Einschätzung vieler Marktteilnehmer daher bereits einen sehr langen, nahezu störungsfreien KI‑Superzyklus ein.

Wie schätzen Analysten TSMC aktuell ein?

Investmentbanken verweisen übereinstimmend auf die starke strategische Position von TSMC, mahnen aber zur Vorsicht bei kurzfristigen Rücksetzern. Die Citigroup hebt vor allem hervor, dass TSMC der strukturelle Gewinner des Übergangs zu KI‑zentrierten Rechenzentren bleibt, da sowohl GPUs als auch spezialisierte TPUs und Netzwerk‑Chips auf hochmoderne Fertigung angewiesen sind. Das Chance‑Risiko‑Verhältnis sei weiterhin attraktiv, wenngleich nach dem starken Lauf der Aktie eine Konsolidierung nicht überraschen würde.

RBC Capital Markets verweist in seinen Einschätzungen auf das bessere Risiko‑Profil im Vergleich zu reinen KI‑Plays wie Nvidia. Während Entwickler‑Aktien sehr stark von einzelnen Produkteinführungen und Margen im Chipdesign abhängen, partizipiert TSMC breiter an der gesamten Nachfrage nach Spitzentechnologie – von KI‑Beschleunigern über High‑Bandwith‑Memory bis zu Co‑Package‑Optics‑Lösungen. Auch Morgan Stanley sieht TSMC als Kernbaustein in Portfolios, die auf eine Fortsetzung der TSMC KI-Rally sowie auf den Ausbau der asiatischen Halbleiter‑Wertschöpfungsketten setzen.

Überhitzung oder Einstiegschance bei TSMC?

Für kurzfristige Trader ist die Ausgangslage ambivalent. Auf der einen Seite stützen starke Zahlen aus dem KI‑Sektor und positive Signale zu kommenden Nvidia‑Generationen die Fantasie für weitere Auftragszuwächse bei TSMC. Auf der anderen Seite deuten Indikatoren wie der Relative‑Stärke‑Index des taiwanischen Leitindex darauf hin, dass der Markt überkauft ist und bereits viel Optimismus eingepreist wurde. Rückschläge bei Nvidia oder ein unerwartet vorsichtiger Capex‑Ausblick der großen Hyperscaler könnten rasch Gewinnmitnahmen in der TSMC KI-Rally auslösen.

Für langfristig orientierte Anleger bleibt der strategische Investment‑Case dennoch intakt. TSMC ist der zentrale Fertigungspartner für praktisch alle führenden KI‑Chipdesigns, profitiert von der Verlagerung westlicher Chipproduktion nach Asien und baut seine technologische Führungsposition mit jeder neuen Strukturbreite aus. Kursschwankungen im Zuge von KI‑Euphorie und Überhitzungssignalen dürften daher eher Einstiegs- als Ausstiegschancen markieren – vorausgesetzt, der globale KI‑Investitionszyklus bricht nicht abrupt ab.

TSMC ist der zentrale Gewinner des globalen KI-Investitionszyklus – aber eben auch einer der sensibelsten Titel, falls der Capex-Pfad der Hyperscaler ins Stocken gerät.
— Ein asiatischer Technologie-Stratege

Fazit

Die TSMC KI-Rally spiegelt die zentrale Rolle des Konzerns im globalen KI‑Ausbau wider, bringt aber zugleich wachsende Bewertungs- und Zyklusrisiken mit sich. Während Citigroup, RBC Capital Markets und Morgan Stanley TSMC weiterhin als Kernprofiteur der KI‑Welle sehen, sollten Anleger kurzfristige Rücksetzer in dem volatilen Umfeld einplanen. Wer an einen anhaltenden Ausbau von Rechenzentren glaubt, kann Kursdellen in der TSMC KI-Rally als Gelegenheit nutzen, um Positionen in dem asiatischen Chip-Champion schrittweise aufzubauen.

Weiterführende Quellen

The Trade Desk Quartal: -15% Einbruch nach schwacher Prognose

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26.02.26 01:59 Uhr

The Trade Desk, Inc.

Bricht die Wachstumsgeschichte von The Trade Desk nach der schwachen Prognose und dem Kurssturz nun dauerhaft ein?

Wie fielen Umsatz und Gewinn bei The Trade Desk aus?

The Trade Desk, Inc. meldete für das vierte Quartal 2025 einen Umsatz von rund 847 Mio. US‑Dollar, was einem Wachstum von 14 % im Jahresvergleich entspricht. Damit konnte das Unternehmen die Markterwartungen nur leicht übertreffen, der Umsatz lag etwa 6 Mio. US‑Dollar über den Konsensschätzungen. Beim bereinigten Gewinn je Aktie wurden 0,59 US‑Dollar ausgewiesen, exakt auf Höhe der durchschnittlichen Analystenprognose und unverändert gegenüber dem Vorjahresquartal.

Auf Jahressicht erzielte The Trade Desk 2025 rund 2,9 Mrd. US‑Dollar Umsatz und konnte nach eigenen Angaben weiterhin deutliche Profitabilität und Cashflows generieren. Dennoch zeigt der Blick auf den Verlauf der einzelnen Quartale, dass das Wachstum klar an Schwung verloren hat: Nach 25 % Umsatzplus im ersten Quartal 2025 verlangsamte sich das Wachstum auf 19 % in Q2, 18 % in Q3 und nun 14 % im vierten Quartal. Dieser Trend ist der Kern der aktuellen Wachstums-Skepsis rund um das The Trade Desk Quartal.

Warum verunsichert die Guidance von The Trade Desk?

Für das laufende erste Quartal 2026 stellt The Trade Desk einen Umsatz von mindestens 678 Mio. US‑Dollar in Aussicht. Das entspricht nur etwa 10 % Wachstum im Jahresvergleich und liegt klar unter den bisherigen Markterwartungen von rund 699 Mio. US‑Dollar. Für ein Unternehmen, das lange als struktureller Gewinner des digitalen Werbemarktes galt, wirkt dieser Ausblick enttäuschend.

Noch problematischer ist die Prognose für das bereinigte EBITDA. The Trade Desk rechnet im ersten Quartal 2026 mit einem Wert von etwa 195 Mio. US‑Dollar und damit unter den 208 Mio. US‑Dollar des Vorjahres. Einige Marktbeobachter hatten zuvor mit einem sehr deutlichen Plus gerechnet. Die Kombination aus langsamerem Umsatzwachstum und rückläufiger Profitabilität signalisiert, dass steigende Kosten und Wettbewerbsspannungen stärker auf die Marge drücken als bislang erhofft.

CEO Jeff Green verweist zwar auf ein schwieriges makroökonomisches Umfeld und Zurückhaltung insbesondere bei Kunden aus der Auto- und Konsumgüterbranche. Zugleich zeigt der Vergleich mit Schwergewichten wie Meta, deren Werbeumsätze momentan deutlich schneller wachsen, dass The Trade Desk in dieser Phase nicht mehr als klarer Outperformer wahrgenommen wird.

The Trade Desk, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Welche Rolle spielen Bewertung, CFO-Wechsel und Konkurrenz?

Nach dem nachbörslichen Einbruch auf rund 21 US‑Dollar je Aktie liegt das KGV von The Trade Desk auf Basis des 2025er GAAP-Gewinns von 0,90 US‑Dollar bei etwa 23. Für ein Qualitätsunternehmen ist das kein extremes Bewertungsniveau, es wirkt aber ambitioniert, wenn das Wachstum im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich verharren sollte. Genau hier setzt derzeit die Kritik der eher vorsichtigen Analysten an.

Zusätzliche Unsicherheit bringt ein erneuter Wechsel auf der Finanzseite: The Trade Desk arbeitet aktuell mit einem Interim-CFO, während nach einem dauerhaften Nachfolger gesucht wird. Ein Interimsmanager ist zwar kein unmittelbares Alarmzeichen, schwächt aber in einer Phase schwächerer Kennzahlen das Vertrauen mancher institutioneller Investoren.

Auch der Wettbewerb verschärft sich. Große Plattformen wie Meta oder andere geschlossene Werbe-Ökosysteme bündeln ihre Angebote und ziehen Ad-Budgets in eigene Kanäle. Analystenhäuser wie Wedbush verweisen auf diese Entwicklung und sehen darin einen Grund, bei The Trade Desk zunächst vorsichtig zu bleiben. Gleichzeitig gibt es positive Stimmen, etwa von Zacks Investment Research, die weiterhin auf die technologische Stärke – etwa im CTV-Bereich und mit der Ventura-Plattform – und die langfristige Marktposition setzen.

Fazit

Für Anleger bleibt der Blick auf das nächste The Trade Desk Quartal entscheidend: Gelingt es, das Wachstum wieder zu beschleunigen und gleichzeitig die Profitabilität zu stabilisieren, könnte das aktuelle Bewertungsniveau im Rückblick attraktiv erscheinen. Bleibt das Wachstum jedoch in der aktuellen Spanne, dürften viele Investoren eine noch günstigere Einstiegsgelegenheit abwarten.

Weiterführende Quellen

Micron AI-Speicher +57% Boom: Wie nachhaltig ist der Margen-Rekord?

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs
429,00$
+2,63%
25.02.26 22:00 Uhr
Außerbörslich
423,47$
-1,29%
26.02.26 01:59 Uhr

Micron Technology, Inc.

Kann der Micron AI-Speicher-Boom mit ausverkauftem HBM und Margenrekord den brutalen Speicherzyklus dauerhaft aushebeln?

Micron Technology: Wie stark läuft das KI-Geschäft?

Micron Technology gehört zu den heißesten KI-Werten zum Start ins Jahr 2026. Nach einem Plus von rund 239 % im Jahr 2025 liegt die Performance 2026 bereits bei etwa 50 %. Der Schlusskurs von 429,00 US‑Dollar (Vortag: 418,01 US‑Dollar, +2,63 %) zeigt, dass Anleger weiter auf den Micron AI-Speicher setzen. Im nachbörslichen Handel gaben die Papiere leicht auf 423,47 US‑Dollar nach.

Fundamental profitiert Micron von einem massiven Nachfrageboom in seinen Kernmärkten DRAM und NAND. Rund 80 % des Umsatzes stammen aus DRAM, der Rest vor allem aus NAND-Flash. Beide Segmente sind inzwischen wieder in Angebotsknappheit, nachdem die Speicherpreise nach der Pandemie zunächst eingebrochen waren. Besonders dynamisch wächst der Markt für High-Bandwidth Memory (HBM), der direkt an GPUs wie die von Nvidia gekoppelt wird, um KI-Modelle mit extrem hohen Datenraten zu versorgen.

Microns HBM-Kapazität für dieses Jahr gilt als vollständig ausverkauft. Das Unternehmen verhandelt über mehrjährige Lieferverträge und baut seine Kapazitäten deutlich aus, um eine erwartete jährliche Nachfragezunahme von rund 40 % bis 2028 bedienen zu können. Der Micron AI-Speicher wird damit zu einem zentralen Baustein der globalen KI-Infrastruktur.

Micron Technology: Margensprung durch HBM und NAND

Der KI-Boom schlägt sich klar in den Zahlen nieder. Im jüngsten Quartal kletterte der Umsatz um 57 %, während die Bruttomarge von 38,4 % auf 56 % ansprang. Micron generierte zudem einen kräftigen freien Cashflow von 3,9 Milliarden US‑Dollar – ein deutlicher Turnaround nach der tiefen Speicherkrise der vergangenen Jahre.

Die Ursachen liegen nicht nur im Micron AI-Speicher-Segment HBM, sondern auch in der deutlichen Erholung des NAND-Geschäfts. Nachdem Flash-Speicher nach der Pandemie so stark im Überangebot war, dass teilweise unter Herstellungskosten verkauft werden musste, hatten die großen Hersteller ihre Kapazitäten radikal gekürzt. Inzwischen treibt der Aufbau riesiger KI-Rechenzentren den Bedarf an SSDs mit hoher Kapazität – und damit die Preise – wieder kräftig an.

Zusätzlich fokussieren sich die Speicherhersteller auf HBM, das etwa die dreifache Waferkapazität von Standard-DRAM benötigt und aufgrund größerer Chipflächen andere Produkte verdrängt. Diese Verengung des Angebots stützt die Preise im gesamten DRAM-Markt. Für den Micron AI-Speicher bedeutet das: bessere Mixeffekte, langlaufende Verträge und strukturell höhere Margen, wodurch der klassische zyklische Charakter des Geschäfts zumindest abgemildert wird.

Micron Technology AI-Speicherboom Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Micron AI-Speicher: Wie ist die Aktie bewertet?

Trotz des Kursaufschwungs wirkt Micron auf Basis der Gewinnschätzungen moderat bewertet. Die Aktie wird laut Konsens mit einem Forward-KGV von rund 12,5 auf das Geschäftsjahr 2026 und etwa 9,5 auf 2027 gehandelt. Für viele Anleger ist der Micron AI-Speicher daher ein Hebel auf das fortgesetzte Wachstum der KI-Infrastruktur, ohne Nvidia-ähnliche Bewertungsprämien zahlen zu müssen.

Allerdings zeigen Bewertungsmodelle ein gemischtes Bild: Während einige Marktteilnehmer ausgehend von hohen Wachstumsannahmen einen fairen Wert von über 500 US‑Dollar je Aktie ableiten, kommen konservativere Discounted-Cashflow-Analysen bei aktuellen 429 US‑Dollar eher zu deutlich niedrigeren Fair-Value-Schätzungen um knapp 190 US‑Dollar. Diese Spanne verdeutlicht, wie stark die Einschätzung des Micron AI-Speicher-Geschäfts von der Dauer und Intensität des KI-Booms abhängt.

Parallel treibt Micron seine US-Fertigung mit einem auf rund 50 Milliarden US‑Dollar veranschlagten Ausbau am Standort Boise voran. Die neuen Fabs sollen ab 2027 erste Speicherchips liefern und zielen darauf, die wachsende KI-Nachfrage mit heimischer Produktion zu bedienen – unterstützt durch Fördergelder aus dem CHIPS and Science Act. Damit stärkt der Konzern nicht nur seine technologische Position, sondern reduziert auch geopolitische Risiken in der Lieferkette.

Micron Technology: Was bedeutet das für Anleger?

Die jüngste Kursstärke von Micron fällt in eine Phase allgemeiner Rallys bei KI-Infrastrukturwerten. Zahlreiche Chipproduzenten und Ausrüster verzeichnen ähnliche Bewegungen, während der Markt gespannt auf die nächsten Zahlen von Nvidia blickt, die als Taktgeber für die gesamte Branche gelten. Positive Signale vom GPU-Markt würden den Absatz von Micron AI-Speicher weiter stützen.

Für Investoren bleibt die zentrale Frage, ob sich die aktuellen Rekordmargen und die extrem knappe Versorgungslage als struktureller Trend etablieren oder mittelfristig wieder in einen klassischen Speicherzyklus übergehen. Die Kombination aus ausverkauftem HBM, anziehenden NAND-Preisen, massiven US-Investitionen und einer im historischen Vergleich moderaten Bewertung macht Micron jedoch zu einem der spannendsten Profiteure des KI-Infrastruktur-Booms.

Fazit

Micron AI-Speicher ist zum Herzstück des globalen KI-Ausbaus geworden. Die Aktie profitiert von vollen Auftragsbüchern, hohen Margen und ambitionierten Kapazitätserweiterungen. Für Anleger, die an einen langen KI-Superzyklus glauben, bleibt Micron eine aussichtsreiche Möglichkeit, direkt am Wachstum von Rechenzentren und Speicherinfrastruktur zu partizipieren.

Weiterführende Quellen

Paramount Skydance Übernahme: 31$ Gebot-Schock im Bieterduell

Wird die Paramount Skydance Übernahme von Warner Bros. Discovery zum teuren Poker oder zum strategischen Volltreffer?

Paramount Skydance Übernahme: Wie weit geht das Gebot?

Die Paramount Skydance Corporation hat ihr feindliches Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery auf 31 US‑Dollar je Aktie in bar angehoben. Damit liegt das Gebot deutlich über der bisherigen Offerte von Netflix, die bei 27,75 US‑Dollar pro Aktie liegen soll. Nach einer ersten Prüfung signalisierte das Board von Warner Bros., dass das neue Angebot von Paramount als potenziell „überlegen“ gegenüber dem Netflix-Deal eingestuft werden könnte.

Warner Bros. hat Paramount ein siebentägiges Zeitfenster eingeräumt, um ein „bestes und finales“ Angebot vorzulegen. Sollte Paramount Skydance noch einmal nachlegen, hätte Netflix anschließend vier Tage Zeit, sein Gebot anzupassen und gleichzuziehen. Prognosemärkte sehen die Chancen für einen erfolgreichen Abschluss der Paramount Skydance Übernahme aktuell bei rund 49 % – ein Zeichen dafür, wie offen der Ausgang dieses Bieterkampfs bleibt.

Interessanterweise legte die Netflix-Aktie seit Bekanntwerden des erhöhten Gebots über 8 % zu. Anleger scheinen darauf zu spekulieren, dass Netflix entweder günstig aus einem kostspieligen Bietergefecht aussteigt oder sich durch einen Deal mit Warner strategisch massiv stärkt.

Paramount Skydance Corporation: Was sagen die Zahlen?

Operativ meldete die Paramount Skydance Corporation für das vierte Quartal 2025 einen moderaten Umsatzanstieg, zugleich aber deutlich höhere Verluste. Der Konzernumsatz wuchs um etwa 2 % auf rund 8,15 Milliarden US‑Dollar, während der Verlust je Aktie sich von 0,31 auf 0,52 US‑Dollar ausweitete. Für das Gesamtjahr peilt das Management rund 30 Milliarden US‑Dollar Umsatz an, ein Plus von etwa 4 %.

Im Fokus steht klar das Direct‑to‑Consumer‑Geschäft: Paramount+ steigerte seine Streaming-Erlöse um mehr als 17 % und bleibt der wichtigste Wachstumstreiber. Besonders hervor hob das Management den UFC‑Deal: Das Event UFC 324 erreichte etwa 7 Millionen Haushalte in den USA und Lateinamerika und war damit die bislang größte exklusive Live-Übertragung der Plattform. Parallel dazu erwartet der Konzern eine spürbare Erholung der Werbeerlöse im Streaminggeschäft 2026, unterstützt durch starke Werbenachfrage rund um UFC-Inhalte und Investitionen in Adtech.

Beim Ergebnis bekräftigte das Management eine Prognose für ein bereinigtes EBITDA von 3,8 Milliarden US‑Dollar, zuzüglich 300 Millionen US‑Dollar aktienbasierter Vergütung. Über alle Geschäftsbereiche hinweg sollen zudem mehr als 33 Milliarden US‑Dollar an Synergien realisiert werden – inklusive Effekten aus neuen Technologie- und KI-Initiativen.

Paramount Skydance: Risiken im traditionellen Geschäft?

Trotz des Streaming-Wachstums bleibt das klassische Geschäft eine Belastung. Die TV‑Sparte leidet unter dem strukturellen Rückgang im Pay‑TV-Markt, was auch die Umsatzprognose für das laufende Quartal unter die Erwartungen von Wall Street drückt. Die Unternehmensführung rechnet zwar mit stabilen Margen durch Kostendisziplin und effizienteren Werbeverkauf, dennoch bleibt das Segment ein klarer Gegenwind für die Investmentstory.

Auch im Filmstudio-Geschäft erwartet die Paramount Skydance Corporation kurzfristig Gegenläufe: Nach dem starken Vorjahr mit einem Blockbuster wie „Mission: Impossible“ dürfte der Beitrag großer Eventfilme 2026 geringer ausfallen. Gleichzeitig wird der Output deutlich erhöht: Statt acht vererbter Titel sollen nun 16 Filme ins Kino kommen, langfristig zielt der Konzern auf mehr als 15 Filme pro Jahr. Zur Unterstützung dieser Strategie stieg der Content-Aufwand um rund 1,5 Milliarden US‑Dollar, unter anderem für neue Serien und erweiterte Sportrechte.

Die werbefinanzierte Streaming-Sparte jenseits von Paramount+ – vor allem Pluto TV – hinkt dagegen hinterher: Die Erlöse sanken um 16 %, obwohl die Nutzungsdauer zulegte. Das Management führt dies unter anderem auf frühere Unterinvestitionen zurück und will hier schrittweise nachsteuern.

Paramount Skydance Übernahme: Gamechanger für die Strategie?

Strategisch bezeichnet das Management die geplante Paramount Skydance Übernahme von Warner Bros. Discovery als „Beschleuniger“ des eigenen Turnarounds. Ein Zusammenschluss würde eines der größten Content-Portfolios Hollywoods, renommierte Filmstudios und starke Marken unter einem Dach bündeln und könnte die Skalenvorteile im Streaming deutlich vergrößern. Gleichzeitig wäre der Deal eine Wette darauf, dass Direct‑to‑Consumer-Umsätze die anhaltenden Rückgänge im klassischen TV mehr als ausgleichen.

Finanziell bleibt Disziplin ein erklärtes Ziel: Kürzlich wurden über 300 Millionen US‑Dollar Schulden zurückgeführt, bis 2027 strebt der Konzern Investment‑Grade‑Kennzahlen an. Restrukturierungskosten von rund 800 Millionen US‑Dollar drücken zwar kurzfristig die Free‑Cash‑Flow‑Marge (aktuell etwa 5 % ohne Restrukturierung), sollen aber die Profitabilität des DTC-Geschäfts nachhaltig verbessern. Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob Paramount Skydance den Warner-Deal zu vertretbaren Bedingungen durchsetzt – oder ob Netflix am Ende die besseren politischen und regulatorischen Karten ausspielt.

Fazit

Die Paramount Skydance Übernahme von Warner Bros. Discovery steht im Zentrum einer tiefgreifenden Neuordnung der Medienlandschaft und trifft auf einen Konzern, der operativ klar in Richtung Streaming marschiert, aber noch Altlasten aus dem TV‑Zeitalter schultern muss. Für Investoren bietet der Bieterkampf Chancen auf deutliche Skaleneffekte, birgt jedoch Integrations-, Schulden- und Regulierungsrisiken. Die nächsten Wochen, in denen über das finale Angebot und eine mögliche Einigung entschieden wird, dürften damit richtungsweisend für die Bewertung der Paramount Skydance Corporation bleiben.

Weiterführende Quellen

Salesforce Quartal: -4,6% nachbörslich trotz Rekordzahlen und 50-Mrd.-Rückkauf

ERWÄHNTER TICKER
Schlusskurs
191,75$
+3,41%
25.02.26 22:00 Uhr
Außerbörslich
183,01$
-4,56%
26.02.26 02:00 Uhr

Salesforce, Inc.

Warum straft die Börse Salesforce nach Rekordquartal und Mega-Rückkaufprogramm dennoch mit einem deutlichen Kursrutsch ab?

Salesforce Quartal: Wie stark waren Umsatz und Gewinn?

Salesforce Inc. hat im jüngsten Salesforce Quartal ein neues Rekordniveau erreicht. Der Umsatz stieg im vierten Geschäftsquartal um 12 % auf 11,2 Milliarden US‑Dollar und lag damit leicht über den Markterwartungen. Auf Gesamtjahressicht verbuchte der Konzern Erlöse von 41,5 Milliarden Dollar, ein Plus von 10 %. Noch beeindruckender fiel die Profitabilität aus: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,81 Dollar und übertraf die Konsensschätzungen von rund 3,05–3,04 Dollar deutlich. Unter dem Strich kletterte der Nettogewinn im Quartal um knapp 14 % auf etwa 1,9 Milliarden Dollar, während das Jahresergebnis um rund 20 % auf etwa 7,5 Milliarden Dollar zulegte – trotz höherer Steuerlast.

Auch die Kennzahlen für wiederkehrende Umsätze zeigen ein robustes Bild. Die verbliebenen Leistungsverpflichtungen (RPO) summieren sich inzwischen auf 72 Milliarden Dollar, ein Zuwachs von 14 % gegenüber dem Vorjahr. Der Current-RPO-Wert lag bei 35,1 Milliarden Dollar und wuchs um 16 %. Damit signalisiert das Salesforce Quartal weiterhin eine solide Nachfragebasis, obwohl der gesamte SaaS-Sektor seit Monaten unter strukturellen KI-Sorgen leidet.

Salesforce: Wie läuft das AI- und AgentForce-Geschäft?

Im Mittelpunkt des Narrativs steht die AI-Offensive. Das AgentForce-Ökosystem entwickelte sich im Salesforce Quartal zum Wachstumstreiber. Die AI-Agenten und Data-360-Angebote kommen inzwischen auf einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz von 800 Millionen Dollar, was einem Wachstum von 169 % entspricht. Zusammen mit Data 360 und der Informatica-Partnerschaft liegt die entsprechende ARR bei rund 2,9 Milliarden Dollar – ein Plus von etwa 200 %.

Operativ konnte Salesforce Inc. im Schlussquartal rund 29.000 AgentForce-Deals abschließen, 50 % mehr als im Vorquartal. Größere Kundenabschlüsse über 10 Millionen Dollar legten um 33 % zu. Zu den Leuchtturmmandaten zählt ein bis zu 5,6 Milliarden Dollar schwerer Zehnjahresvertrag mit der US-Armee, der die Rolle der Plattform im öffentlichen Sektor unterstreicht. Das Management betont zudem, dass KI-Agenten auf der Salesforce-Plattform bereits Milliarden sogenannter „agentic work units“ verarbeiten und man über Flex-Credits und neue Seats mehrere Hebel zur Monetarisierung hat.

Salesforce Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Salesforce: Warum reagiert die Aktie trotz 50-Mrd.-Rückkauf negativ?

An der Börse überwogen nach den Zahlen dennoch die Bedenken. Die Aktie von Salesforce Inc. schloss an der NYSE bei 191,75 Dollar, ein Plus von 3,41 % gegenüber dem Vortag. Im nachbörslichen Handel drehte der Kurs jedoch auf etwa 183 Dollar ins Minus und verlor damit rund 4–5 %. Damit bleibt die Aktie klar unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 313,67 Dollar; von neuen Höchstständen ist sie weit entfernt.

Auslöser der Kursreaktion ist weniger das abgelaufene Salesforce Quartal, sondern die Ausblicke. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt das Management Umsätze von 45,8 bis 46,2 Milliarden Dollar in Aussicht – im Mittel also ziemlich exakt auf Höhe der bisherigen Analystenerwartungen, nicht darüber. Zudem soll der operative Cashflow im kommenden Jahr um 9–10 % schrumpfen, ebenso der freie Cashflow. In einem Umfeld, in dem Softwarewerte durch KI-Ängste massiv unter Druck stehen, reicht „in line“ offenbar nicht aus, um die Bewertungsabschläge abzubauen.

Gleichzeitig verkündet Salesforce Inc. eines der größten Rückkaufprogramme im Tech-Sektor. Die Ermächtigung für Aktienrückkäufe wird auf 50 Milliarden Dollar aufgestockt; im vergangenen Geschäftsjahr flossen bereits rund 14 Milliarden Dollar beziehungsweise 99 % des Free Cashflows an die Aktionäre zurück. Zusätzlich erhöht der Konzern die Quartalsdividende um 5,8 % auf 0,44 Dollar je Aktie. Dennoch dominieren derzeit Sorgen, dass Hyperscaler und Modellanbieter mit eigenen KI-Agenten mittelfristig Teile des klassischen SaaS-Geschäfts angreifen könnten.

Salesforce: Wie positionieren sich Analysten jetzt?

Auf der Analystenseite zeigt sich ein gemischtes, aber insgesamt konstruktives Bild. Die KeyBanc Capital Markets hatte sich bereits im Vorfeld der Zahlen positiv geäußert, stuft die Aktie mit „Übergewichten“ ein und sieht ein Kursziel von 300 Dollar. Die Bank verweist vor allem auf die beschleunigte Dynamik von AgentForce und die wachsende AI-Umsatzbasis. Andere Häuser wie Zacks Investment Research heben hervor, dass Umsatz und Ergebnis im Salesforce Quartal klar über den Konsensschätzungen lagen, bleiben aber beim Ausblick vorsichtig.

„Das ist nicht unsere erste SaaSpocalypse“, betont Marc Benioff und verweist auf frühere Technologiewellen, die Salesforce auch überstanden und genutzt habe.
— Marc Benioff, CEO von Salesforce Inc.

Fazit

Gleichzeitig verweisen eher skeptische Stimmen – etwa bei MarketWatch und Investor’s Business Daily – darauf, dass die Guidance für das Fiskaljahr 2027 die Fantasie vieler Wachstumsinvestoren enttäuscht und die Angst vor einer „SaaSpocalypse“ durch KI-Wettbewerber nicht wirklich zerstreut. Dennoch betont CEO Marc Benioff, man liege auf Kurs, bis 2030 einen Jahresumsatz von 63 Milliarden Dollar zu erreichen – mehr, als viele Experten derzeit modellieren. Ob sich diese Zuversicht bereits im nächsten Salesforce Quartal in einer sichtbaren Beschleunigung des organischen Wachstums widerspiegelt, bleibt der zentrale Prüfstein.

Weiterführende Quellen