Kann GFT Technologies das Vertrauen der Analysten zurückgewinnen, nachdem NuWays ein deutliches Wachstumspotenzial nach der Q3-Vorschau sieht?
NuWays erwartet kräftigeres Wachstum
Die Einschätzung der NuWays AG vom 4. November basiert auf einer Vorschau, nicht auf bereits veröffentlichten Quartalsergebnissen. Nach einem Umsatzwachstum von 6,1 Prozent im zweiten Quartal rechnen die Analysten nun mit einer Beschleunigung. Lateinamerika soll der wichtigste Wachstumstreiber bleiben; für Großbritannien erwarten sie Zuwächse gegenüber dem Vorjahr und dem Vorquartal.
Auch beim bereinigten EBIT sieht NuWays eine stärkere Entwicklung als beim Umsatz: Es soll um 16,9 Prozent auf 18 Millionen Euro steigen. Daraus ergäbe sich eine bereinigte EBIT-Marge von 7,8 Prozent, 0,6 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Als Gründe nennt die Analyse eine verbesserte Profitabilität in Großbritannien, höhere Personaleffizienz und geringere Abschreibungen auf Büromieten.
Warum hält NuWays die Jahresprognose für zu vorsichtig?
Das Kursziel von 32 Euro leitet NuWays aus einem Discounted-Cashflow-Modell ab und bezieht sich auf einen Anlagehorizont von zwölf Monaten. Die Aktie notierte bei 27,65 Euro, nach 27,25 Euro am Vortag, ein Plus von 1,47 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 hält die Analyse das Unternehmensziel von 71 Millionen Euro bereinigtem EBIT für konservativ. Auf Grundlage der eigenen Quartalsschätzung würde dieses Ziel laut NuWays einen Rückgang des bereinigten EBIT um rund 7 Prozent im vierten Quartal voraussetzen, nachdem für das dritte Quartal ein Wachstum von rund 17 Prozent erwartet wird. NuWays hebt die eigene Schätzung für 2026 um rund 3 Prozent auf 73 Millionen Euro an.
Vertrauen hängt von der weiteren Umsetzung ab
NuWays verweist auf wiederholte Prognosesenkungen in den Jahren 2023 bis 2025. Eine anhaltend gute Geschäftsentwicklung könnte nach Einschätzung der Analysten das Vertrauen in den Ergebnispfad wieder stärken. Für das vierte Quartal kalkuliert die Analyse allerdings weiterhin mit einem Wachstum des bereinigten EBIT von nur rund 3 Prozent.
Als längerfristige Stützen nennt NuWays die Expertise im Bankgeschäft und das Wissen über komplexe IT-Systeme der Kunden. Beides könne Folgeaufträge begünstigen, wenn Banken ihre Kernplattformen modernisieren. Zudem könnten der Ausbau des Smartshore-Modells und ein stärkerer Fokus auf höherwertige Dienstleistungen die Marge unterstützen.
Auch bei Siltronic steht der Ausblick im Mittelpunkt
Bei GFT richtet sich der Blick auf die erwartete Erholung von Wachstum und Profitabilität. Eine andere Perspektive auf Quartalsergebnisse und Jahresziele bietet die Siltronic-Meldung zum starken dritten Quartal und angehobenen Ausblick.
NuWays erwartet bei GFT im dritten Quartal beschleunigtes Umsatzwachstum und ein überproportionales Plus beim bereinigten EBIT; zugleich hält die Analyse die Jahreszielsetzung für vorsichtig. Für Anleger stehen damit die bestätigte BUY-Einstufung und das Kursziel von 32 Euro einer Prognose gegenüber, deren Erfüllung von weiterer operativer Verbesserung abhängt. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob Wachstum und Profitabilität die Erwartungen stützen und neues Vertrauen schaffen.