Schafft der Fintech-Pionier Affirm tatsächlich den Sprung in den prestigeträchtigen S&P 500 und was würde das für die Aktie bedeuten?
Schafft der Fintech-Pionier Affirm tatsächlich den Sprung in den prestigeträchtigen S&P 500 und was würde das für die Aktie bedeuten?
Kann der aktuelle Kurssprung bei Platin die gebeutelten Minenaktien endlich aus der Lethargie reißen oder droht bald der nächste Dämpfer?
Am heutigen Dienstag, dem 14. Juli 2026, steht der Platinpreis (XPTUSD) im Rampenlicht des Geschehens. Mit einem aktuellen Kurs von 1.635,61 US-Dollar verzeichnet das Edelmetall einen kräftigen Zuwachs von 3,16 Prozent im Vergleich zum Vortagesschlusskurs, der bei 1.609,70 US-Dollar lag. Dieser deutliche Kurssprung signalisiert eine starke Nachfrage im physischen Handel sowie an den Terminbörsen. Marktbeobachter führen die Aufwärtsbewegung auf eine Kombination aus anhaltenden Lieferengpässen in den Hauptförderländern und einer gleichzeitig robusten industriellen Nachfrage zurück. Platin ist ein Schlüsselkomponent in der Automobilindustrie und gewinnt im Zuge der globalen Dekarbonisierung zunehmend an Bedeutung für die Wasserstoffwirtschaft.
Die Angebotsseite im Markt wird maßgeblich von den Entwicklungen in Südafrika beeinflusst, dem weltweit größten Produzenten des Edelmetalls. Lokale Förderunternehmen wie Anglo American Platinum stehen dort kontinuierlich vor operativen Herausforderungen. Stromengpässe und steigende Produktionskosten belasten die Minenbetreiber seit Monaten. Wenn die Fördermengen der großen Produzenten stagnieren oder sinken, reagiert der globale Markt umgehend mit steigenden Preisen. Analysten von RBC Capital Markets wiesen in einer aktuellen Studie darauf hin, dass die strukturellen Defizite beim Platinangebot in den kommenden Quartalen bestehen bleiben könnten, was den Preis langfristig stützen dürfte.
Neben den südafrikanischen Produzenten blicken Investoren auch auf andere Schwergewichte der Branche. Der Bergbaugigant Sibanye Stillwater, der ebenfalls signifikante Platinvorkommen bewirtschaftet, profitiert direkt von der aktuellen Preisrally. Höhere Verkaufspreise verbessern die Margen der Unternehmen unmittelbar und könnten die zuletzt unter Druck geratenen Aktienkurse der Minenwerte stabilisieren. Auch die Experten der Citigroup äußerten sich kürzlich optimistisch für den Sektor und hoben hervor, dass die fundamentale Unterversorgung des Marktes ein solides Fundament für weitere Preissteigerungen bietet. Anleger nutzen die aktuelle Dynamik, um sich in entsprechenden Rohstoffaktien zu positionieren.
Die Industrie steht nun vor der Herausforderung, mit den gestiegenen Rohstoffkosten umzugehen. Da Platin insbesondere in Katalysatoren für Dieselfahrzeuge und in der chemischen Industrie unverzichtbar ist, könnten die steigenden Preise die Produktionskosten in diesen Sektoren verteuern. Gleichzeitig treibt der hohe Preis die Erforschung von Substitutionsmöglichkeiten voran, beispielsweise durch Palladium. Da dieser Markt jedoch ebenfalls engen Grenzen unterliegt, bleibt Platin vorerst die erste Wahl für viele industrielle Anwendungen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich der Preis auf dem aktuellen Niveau etablieren kann.
Können die anstehenden Morgan Stanley Quartalszahlen die jüngste Banken-Rallye weiter anheizen oder droht nach dem starken Kursplus ein herber Dämpfer?
Die Aktie von Morgan Stanley zeigt sich im aktuellen Handelsverlauf äußerst robust und notiert bei 227,12 US-Dollar, was einem deutlichen Tagesplus von 2,73 % im Vergleich zum Vortagesschlusskurs von 221,09 US-Dollar entspricht. Diese positive Kursreaktion spiegelt den Optimismus der Marktteilnehmer wider. Das Wertpapier hat seit Jahresbeginn bereits um rund 24 % zugelegt und gehört damit zu den klaren Gewinnern der jüngsten Bankenrallye. Als reiner Spezialist für Kapitalmärkte profitiert das Institut überproportional vom anhaltenden IPO-Boom und den anziehenden Gebühren im Investmentbanking.
Die Konkurrenz hat die Messlatte bereits hoch gelegt. Starke Vorlagen von Branchenkollegen wie JPMorgan Chase und Goldman Sachs zeigen, dass die Kapitalmärkte nach einer längeren Durststrecke wieder entschlossen geöffnet sind. Besonders die Erträge im Bereich der Fusionsberatung und bei Börsengängen haben sich branchenweit dynamisch entwickelt. Da das Geschäftsmodell von Morgan Stanley stark auf das Advisory-Geschäft und die Vermögensverwaltung ausgerichtet ist, erwarten Marktbeobachter, dass die Bank diesen positiven Trend nahtlos fortsetzen kann. Bereits im ersten Quartal überzeugte der Konzern mit einer starken Eigenkapitalrendite von 27,1 % und einem massiven Zufluss an Nettoneuvermögen in Höhe von 118,4 Milliarden US-Dollar im Wealth Management.
Für das zweite Quartal, dessen Bilanz am Mittwoch, dem 15. Juli, vor dem US-Börsenstart veröffentlicht wird, prognostizieren Analysten im Konsens einen Gewinn von 2,81 US-Dollar je Aktie. Dies würde eine signifikante Steigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellen, in dem ein Gewinn von 2,13 US-Dollar je Aktie erzielt wurde. Auch beim Umsatz wird mit einem deutlichen Sprung gerechnet: Die Konsensschätzungen liegen bei 19,34 Milliarden US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch 16,79 Milliarden US-Dollar in den Büchern standen.
Die Zuversicht der Investoren wird auch durch prominente Stimmen gestützt. Sarat Sethi von DCLA hob die Aktie im Vorfeld der Veröffentlichung als seinen Favoriten hervor. Die Bank gilt neben anderen Schwergewichten wie BlackRock als einer der Hauptprofiteure der Erholung im institutionellen Finanzsektor. Neben dem klassischen Wertpapierhandel und der Beratung bei Fusionen gewinnt auch die Rolle der Bank bei der Gestaltung der globalen Finanzinfrastruktur an Bedeutung. So wurde das Institut kürzlich gemeinsam mit anderen Branchengrößen wie Barclays und HSBC für eine strategische Taskforce zur Weiterentwicklung der institutionellen Finanzarchitektur ausgewählt.
Die Stimmung unter den Analysten ist im Vorfeld der Veröffentlichung der Morgan Stanley Quartalszahlen überwiegend konstruktiv. Die jüngsten Kurszielanpassungen bei Konkurrenzunternehmen wie BlackRock unterstreichen den positiven Branchentrend. So hat der Analyst Alex Bond von Keefe, Bruyette & Woods das Kursziel für den Vermögensverwalter BlackRock erst kürzlich von 1.240 auf 1.275 US-Dollar angehoben, während Glenn Schorr von der Evercore ISI Group das Kursziel auf 1.145 US-Dollar nach oben schraubte. Diese optimistischen Analysten-Ratings für den Sektor strahlen auch direkt auf die Bewertung von Morgan Stanley aus.
Risikofaktoren bleiben jedoch bestehen. Der Vorstandsvorsitzende Ted Pick und andere Branchenführer verweisen regelmäßig auf makroökonomische Unsicherheiten. Dazu gehören die anhaltenden geopolitischen Spannungen, eine potenziell hartnäckige Inflation sowie die globalen Haushaltsdefizite. Dennoch überwiegt an der Börse derzeit die Freude über die Stabilisierung der Konsumkredite und die robuste Rückkaufkapazität der Großbanken, was die Aktie im Vorfeld der Zahlen stützt.
Die anstehenden Morgan Stanley Quartalszahlen könnten der Aktie neuen Schwung verleihen und den laufenden Aufwärtstrend untermauern. Angesichts der starken Erholung im Investmentbanking und der robusten Zuflüsse im Wealth Management ist die Bank hervorragend positioniert, um die hohen Erwartungen des Marktes zu erfüllen. Für langfristig orientierte Anleger bleibt der Finanzwert dank seiner starken Marktstellung und der anziehenden Kapitalmarktaktivität ein äußerst attraktives Investment im US-Bankensektor.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass das Institut strategisch hervorragend aufgestellt ist, um von globalen Trends zu profitieren. Wer sich für die langfristige Wachstumsstrategie der Bank interessiert, sollte auch einen Blick auf die Expansion in Europa werfen. Erfahren Sie mehr über die jüngsten Aktivitäten des Finanzriesen im britischen Immobiliensektor in unserem Artikel über die Morgan Stanley Übernahme von Metra Living, die neue Chancen für Anleger eröffnen könnte.
Können die spektakulären Goldman Sachs Quartalszahlen die Aktie auf ein neues Allzeithoch katapultieren oder droht jetzt der klassische Abverkauf?
Die am Dienstag veröffentlichten Goldman Sachs Quartalszahlen für das zum 30. Juni beendete Quartal zeigten ein massives Wachstum auf breiter Front. Der Nettogewinn der Bank schoss um rund 78 Prozent auf 6,63 Milliarden US-Dollar empor, verglichen mit 3,72 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Dies entspricht einem Gewinn je Aktie (EPS) von spektakulären 20,98 US-Dollar. Zum Vergleich: Der Konsens der Wall-Street-Analysten lag im Vorfeld lediglich bei rund 14,48 US-Dollar je Aktie.
Auch beim Umsatz übertraf Goldman Sachs die Erwartungen deutlich. Die Erträge kletterten um 39 Prozent auf 20,34 Milliarden US-Dollar, während der Markt im Schnitt mit rund 16,13 Milliarden US-Dollar gerechnet hatte. Der Nettozinsertrag trug mit einem Anstieg um 27 Prozent auf 3,95 Milliarden US-Dollar ebenfalls zur positiven Überraschung bei, da hier im Vorfeld nur 3,53 Milliarden US-Dollar prognostiziert worden waren. Die annualisierte Eigenkapitalrendite (ROE) erreichte einen herausragenden Wert von 23,5 Prozent.
Der absolute Haupttreiber für das Rekordergebnis war die Sparte Global Banking & Markets. Insbesondere das Aktiengeschäft lief heiß: Die Erträge im Aktienhandel (Equities) explodierten im Jahresvergleich um 72 Prozent auf einen historischen Rekordwert von 7,42 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf Goldman Sachs die Schätzungen der Experten, die im Schnitt von 5,02 Milliarden US-Dollar ausgegangen waren, um fast zweieinhalb Milliarden Dollar. Analysten der Investmentbank Jefferies bezeichneten die Ergebnisse in einer ersten Einschätzung als materiell über den Erwartungen liegend und betonten, dass dieses Quartal die ohnehin hohe Messlatte spielend übersprungen habe.
Auch der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen (FICC) zeigte sich extrem stark. Hier stiegen die Erlöse um 32 Prozent auf 4,59 Milliarden US-Dollar. Die Händler profitierten dabei von einer anhaltend hohen Marktvolatilität und einer starken Kundennachfrage, insbesondere im Bereich der Zinsprodukte und Rohstoffe.
Ein weiterer Meilenstein in den aktuellen Goldman Sachs Quartalszahlen war die Erholung des Investmentbankings. Die Gebühreneinnahmen in diesem Segment kletterten um 55 Prozent auf 3,40 Milliarden US-Dollar. Besonders stach das Geschäft mit Aktienemissionen (Equity Underwriting) hervor, dessen Erlöse um sage und schreibe 130 Prozent auf 985 Millionen US-Dollar in die Höhe schnellten. Goldman Sachs profitierte hierbei massiv von seiner führenden Rolle bei einigen der größten Transaktionen des Jahres. So begleitete die Bank unter anderem den spektakulären Börsengang von SpaceX und eine milliardenschwere Kapitalerhöhung der Google-Muttergesellschaft Alphabet.
Konzernchef David Solomon betonte in einer Telefonkonferenz, dass sich die Dynamik im gesamten Unternehmen beschleunigt habe. Der Auftragsbestand im Investmentbanking sei auf den höchsten Stand seit fünf Jahren geklettert. Solomon wies zudem darauf hin, dass der Investitionszyklus rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) die Kapitalbedürfnisse der Unternehmen weit über die reine Technologiebranche hinaus ausdehne. Der Ausbau von Infrastruktur, Energieversorgung und Rechenzentren sorge für eine anhaltend starke Pipeline an strategischen Transaktionen.
Im Gegensatz zu anderen großen US-Banken wie JPMorgan Chase oder Wells Fargo, deren Aktien trotz solider Zahlen nach der Veröffentlichung nachgaben, zeigte sich die Aktie von Goldman Sachs (GS) in hervorragender Verfassung. Das Papier legte im Tagesverlauf um über 7 Prozent zu und notierte bei 1123,59 US-Dollar. Damit nähert sich der Kurs rasant seinem Allzeithoch. Der Markt würdigte damit nicht nur die operativen Rekorde, sondern auch die Aktionärsfreundlichkeit des Managements: Die Quartalsdividende wurde um 11 Prozent von 4,50 auf 5,00 US-Dollar je Aktie angehoben. Zudem kaufte die Bank im abgelaufenen Quartal eigene Aktien im Wert von 4,00 Milliarden US-Dollar zurück.
Die glänzenden Goldman Sachs Quartalszahlen untermauern die Vormachtstellung der Bank im globalen Kapitalmarktgeschäft. Während die Konkurrenz teilweise mit stagnierenden Margen kämpft, läuft die Wall-Street-Maschine von Goldman Sachs auf Hochtouren. Für Anleger bleibt die Aktie dank der starken Pipeline und der erhöhten Dividende ein hochattraktives Basisinvestment im Finanzsektor.
Unsere Rekordleistung in diesem Quartal spiegelt die Stärke unseres globalen Geschäfts, die Tiefe unserer Beziehungen und unsere Fähigkeit wider, die Kraft von ‘One Goldman Sachs’ zu nutzen. Die Dynamik hat sich in all unseren Aktivitäten beschleunigt.— David Solomon, CEO von Goldman Sachs
Die jüngsten Rekordergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie stark die Bank von der Erholung des globalen Dealmakings profitiert. Wer tiefer in die strategische Ausrichtung des Finanzriesen eintauchen möchte, sollte auch die Analysen zur technologischen Ausrichtung lesen. In unserem Beitrag über die Goldman Sachs KI-Strategie und die Warnung vor dem Chip-Trade erfahren Sie, wie das Geldhaus die Risiken und Chancen der künftigen KI-Infrastruktur bewertet und warum der Vorstand trotz des aktuellen Booms vor kurzfristigen Rückschlägen warnt.
Kann die explosionsartige KI-Nachfrage die Aktie von Dell Technologies nach den jüngsten Rekordzahlen dauerhaft über die magische 500-Dollar-Marke hieven?
Der primäre Treiber für die herausragenden Ergebnisse im jüngsten Dell Technologies Quartal ist die explosionsartige Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI). Die Server-Sparte des Konzerns, die hochmoderne, für KI-Anwendungen optimierte Systeme anbietet, verzeichnete im ersten Quartal des laufenden Fiskaljahres einen Umsatzsprung bei KI-Servern um sage und schreibe 757 Prozent auf 16,13 Milliarden US-Dollar. Insgesamt kletterte der Konzernumsatz um 87,54 Prozent auf 43,84 Milliarden US-Dollar, während der bereinigte Gewinn je Aktie (Non-GAAP EPS) mit 4,86 US-Dollar die Erwartungen des Marktes um fast 64 Prozent übertraf.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist der prall gefüllte Auftragsbestand. Das Unternehmen blickt auf einen gigantischen AI-Server-Backlog von rund 43 Milliarden US-Dollar. Um diese Nachfrage zu bedienen, arbeitet Dell eng mit führenden Branchengrößen wie NVIDIA, AMD und Meta zusammen. Jeff Clarke, der operative Chef des Konzerns, betonte, dass man in der Lage sei, maßgeschneiderte Lösungen in rasantem Tempo zu entwickeln und flexibel auf neue technologische Architekturen zu reagieren.
Die hervorragende Entwicklung im abgelaufenen Dell Technologies Quartal hat an der Wall Street eine Welle von Kurszielanpassungen ausgelöst. Die Experten zeigen sich äußerst optimistisch, da das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2027 um stolze 74 Prozent auf 17,90 US-Dollar je Aktie angehoben hat. Beim aktuellen Kurs von $459.29, was einem Tagesplus von 7,53 Prozent entspricht, rückt die psychologisch wichtige Marke von 500 US-Dollar in greifbare Nähe.
Das bullische Lager wird von zahlreichen Analysten angeführt. Der Konsens liegt mittlerweile bei einem Kursziel von 487,26 US-Dollar, wobei die optimistischsten Schätzungen sogar bis auf 533,49 US-Dollar hinaufreichen. Die Experten betonen, dass die Aktie trotz des massiven Kursanstiegs von über 240 Prozent seit Jahresbeginn im Branchenvergleich keineswegs überbewertet ist. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 23 auf Basis der angehobenen Prognosen bietet der Titel weiterhin attraktives Potenzial, ohne dass dafür eine extreme Bewertungsausweitung vonnöten wäre.
Neben der reinen KI-Story profitiert das Unternehmen von einer bemerkenswerten politischen Dynamik. Gründer und CEO Michael Dell hat in den vergangenen Monaten eine enge Beziehung zu US-Präsident Donald Trump aufgebaut. Ein wesentlicher Berührungspunkt ist das soziale Projekt der sogenannten „Trump Accounts“, einer Sparinitiative für Kinder aus Arbeiterfamilien, für die Michael Dell und seine Frau Susan über ihre Stiftung 6,25 Milliarden US-Dollar spendeten. Trump revanchierte sich mit einer öffentlichen Kaufempfehlung für Dell-Laptops im Weißen Haus, was der Aktie zusätzlichen Auftrieb verlieh.
Diese politische Nähe wird durch handfeste wirtschaftliche Erfolge im staatlichen Sektor untermauert. So konnte sich der Hardware-Spezialist kürzlich eine Vertragsverlängerung mit dem US-Verteidigungsministerium im Wert von rund 9,7 Milliarden US-Dollar sichern. Diese langfristigen Regierungsaufträge verleihen dem Geschäftsmodell neben dem volatilen KI-Geschäft eine solide und verlässliche Basis.
Trotz der Euphorie rund um das starke Dell Technologies Quartal existieren Risikofaktoren, die Anleger im Auge behalten sollten. Im Zuge des veränderten Produktmixes mit einem höheren Anteil an KI-Servern ist die Bruttomarge im ersten Quartal um 3,3 Prozentpunkte auf 17,8 Prozent gesunken. Da KI-Hardware im Vergleich zu klassischer Software oder Dienstleistungen geringere Margen aufweist, führt das starke Volumenwachstum temporär zu einer Margenkompression.
Zudem hängt die Wachstumsstory stark von den Investitionsbudgets der großen Cloud-Anbieter (Hyperscaler) ab. Sollte es hier zu einer unerwarteten Pause bei den Infrastrukturausgaben kommen, könnte sich der Auftragseingang rasch abkühlen. Auch die hohe Volatilität im Technologiesektor, gestützt durch einen Beta-Faktor von 1,38, macht die Aktie anfällig für breitere Marktkorrekturen.
Das jüngste Dell Technologies Quartal hat eindrucksvoll bewiesen, dass der Konzern zu den absoluten Gewinnern der laufenden KI-Revolution gehört. Die Kombination aus einem beispiellosen Auftragsbestand bei KI-Servern, starken Partnerschaften und einer erstklassigen Marktpositionierung macht das Unternehmen zu einem Basisinvestment im Hardware-Sektor. Für langfristig orientierte Anleger bleibt die Aktie trotz der jüngsten Kursrallye und kleinerer Margenrisiken ein hochgradig spannender Wert mit intaktem Aufwärtspotenzial.Wir verheben uns nicht, sondern entwickeln in rasantem Tempo maßgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden, während wir flexibel auf die nächste Generation von Architekturen reagieren.— Jeff Clarke
Fazit folgt.
Warum stürzt die Biogen-Aktie nach den historisch guten Studiendaten zum neuen Alzheimer-Hoffnungsträger Diranersen plötzlich so drastisch ab?
Auf der diesjährigen Alzheimer’s Association International Conference (AAIC) präsentierte Biogen Inc. die detaillierten Ergebnisse der Phase-2-Studie CELIA. Im Fokus stand der Wirkstoff Diranersen, ein sogenanntes Antisense-Oligonukleotid (ASO), das gemeinsam mit dem Partner Ionis Pharmaceuticals entwickelt wird. Die Therapie setzt an einem entscheidenden Punkt an: Sie zielt auf das Tau-Protein ab, welches für die charakteristischen Ablagerungen und Nervenschädigungen im Gehirn von Erkrankten verantwortlich gemacht wird.
Die Daten der Studie zeigen, dass Diranersen über einen Zeitraum von 18 Monaten bei allen untersuchten Dosierungen eine spürbare Wirksamkeit entfalten konnte. Besonders die Dosis von 60 Milligramm, die alle sechs Monate verabreicht wurde, stach heraus. Hier verlangsamte sich der kognitive Verfall, gemessen auf der klinischen Demenz-Bewertungsskala CDR-SB, im Vergleich zu Placebo um signifikante 26 Prozent. Auch bei weiteren wichtigen Messgrößen wie ADAS-Cog13 und MMSE zeigte sich eine Verlangsamung des Verfalls um 42 beziehungsweise 50 Prozent.
Bisherige am Markt zugelassene Medikamente wie Leqembi, das von Biogen und Eisai vertrieben wird, oder Kisunla von Eli Lilly konzentrieren sich primär auf den Abbau von Amyloid-Beta-Plaques. Diranersen geht als erste Tau-gerichtete Therapie einen anderen Weg. Der Wirkstoff verringert nicht nur die Neuproduktion des schädlichen Proteins, sondern baut laut den Studienergebnissen auch bereits im Gehirn vorhandene Tau-Tangle-Strukturen ab. Experten wie Cath Mummery vom UCL Queen Square Institute of Neurology sprechen von den überzeugendsten Daten, die in diesem Bereich der Arzneimittelentwicklung bislang vorgelegt wurden.
Durch die unterschiedlichen Wirkmechanismen spekulieren Branchenkenner bereits über künftige Kombinationstherapien. Da die meisten Patienten sowohl unter Amyloid- als auch unter Tau-Ablagerungen leiden, könnte eine kombinierte Verabreichung beider Ansätze die Behandlung von Alzheimer revolutionieren. Zudem bietet Diranersen einen praktischen Vorteil: Da es nur alle sechs Monate per Lumbalpunktion verabreicht werden muss, entfallen die häufigeren Infusionen, die bei reinen Amyloid-Therapien notwendig sind.
Obwohl die medizinischen Daten der Studie als großer Erfolg gewertet werden, reagierte der Aktienmarkt am Dienstag mit deutlichen Abschlägen. Die Aktie von Biogen Inc. verlor im Handelsverlauf rund 8,68 Prozent und notierte bei 190,88 US-Dollar. Damit verzeichnete das Papier den größten prozentualen Tagesverlust seit März 2026 und rutschte wieder unter die wichtige Ausbruchsmarke von 202,41 US-Dollar.
Marktbeobachter führen den Kurssturz darauf zurück, dass die Daten bei einigen Investoren noch offene Fragen bezüglich der optimalen Dosierung hinterlassen haben. Höhere Dosen führten in der CELIA-Studie überraschenderweise nicht zu einer stärkeren Verlangsamung des kognitiven Verfalls. Dennoch bleibt die Aktie im Jahresvergleich gut im Rennen und liegt trotz des aktuellen Rückschlags rund 9,8 Prozent im Plus. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 122,68 US-Dollar aus dem Juli 2025 ist weiterhin komfortabel.
Die Magnitude der Tau-Reduktion und des kognitiven Nutzens, die in der CELIA-Studie beobachtet wurden, gehört zu den überzeugendsten Ergebnissen, die bislang in der Alzheimer-Forschung berichtet wurden.— Cath Mummery
Aufgrund der konsistenten Ergebnisse aus den bisherigen Studienphasen plant das Management von Biogen, den Wirkstoff zügig in die entscheidende Phase-3-Entwicklung zu überführen. Diese konfirmatorische Phase ist der letzte große Schritt vor einer möglichen Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA, die Diranersen bereits im vergangenen Jahr den Fast-Track-Status erteilt hat. Da Biogen die weltweiten Exklusivrechte für die Vermarktung hält, könnte das Medikament bei einem Erfolg in der Spätphase zu einem extrem wichtigen Umsatztreiber für das Biotech-Unternehmen werden.
Kann die radikale Siemens Energy Umbenennung in Omterra die Kostenexplosion stoppen und den historischen DAX-Höhenflug der Aktie weiter anheizen?
Die Entscheidung für den neuen Namen Omterra markiert das Ende einer Ära. Seit der Abspaltung der Siemens Energy AG vom Mutterkonzern im Jahr 2020 war vereinbart, dass der geschützte Markenname nur temporär genutzt werden darf. Für diese Nutzung fielen enorme Kosten an: Allein im vergangenen Geschäftsjahr 2024/25 musste das Unternehmen rund 300 Millionen Euro an Lizenzgebühren an Siemens überweisen. Da der Vertrag eine umsatzabhängige Gebühr von 1,2 Prozent vorsieht, wären die Kosten durch das starke Wachstum in Zukunft weiter explodiert. Die Kosten für die gesamte weltweite Markenumstellung, die sich über eineinhalb Jahre erstrecken soll, liegen laut Branchenkreisen unter den Kosten für ein einziges Jahr Lizenzgebühren.
Konzernchef Christian Bruch betont, dass der Zeitpunkt für diesen Schritt ideal ist. Das Unternehmen habe sich nach schweren Krisenjahren operativ und finanziell stabilisiert. Das Vertrauen des Kapitalmarkts ist zurückgewonnen, und die Profitabilität zeigt steil nach oben. Mit Omterra wurde ein international anschlussfähiges Kunstwort gewählt, das die globale Aufstellung und die technologische Kompetenz des Konzerns widerspiegeln soll. Auch die Windkrafttochter Siemens Gamesa wird unter diesem neuen Markendach zusammengeführt.
Am Dienstagnachmittag zeigte sich die Aktie der Siemens Energy AG unbeeindruckt von den organisatorischen Veränderungen und legte im Intraday-Handel um 3,04 Prozent auf 155,26 Euro zu. Damit setzt das Papier seinen beeindruckenden Erholungskurs fort. Noch im Herbst 2023 notierte der Anteilsschein auf dem Tiefpunkt der Windkraftkrise bei unter sieben Euro. Heute gehört das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von rund 130 Milliarden Euro zu den wertvollsten Konzernen im DAX.
Die operative Kehrtwende ist beachtlich. Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert das Management einen Rekordgewinn von rund vier Milliarden Euro. Der Konzern profitiert massiv vom globalen Boom bei KI-Rechenzentren, dem dringend benötigten Ausbau der Stromnetze und der anhaltend hohen Nachfrage nach modernen Gasturbinen. Das Sorgenkind, die Windkraftsparte, arbeitet sich derweil schrittweise an die Gewinnschwelle heran und soll im laufenden Jahr zumindest in einem Quartal wieder schwarze Zahlen schreiben.
Unter den Finanzhäusern herrscht derzeit ein geteiltes Bild bezüglich der weiteren Kursaussichten, was die Spannung rund um die Siemens Energy Umbenennung zusätzlich anheizt. Die Experten von Barclays äußerten sich jüngst vorsichtig und setzten das Kursziel auf 130 Euro fest, da sie vor einem baldigen Höhepunkt im lukrativen Gasturbinengeschäft warnen. Ganz anders bewerten dies die Analysten von JPMorgan, die der Aktie ein Kursziel von 235 Euro zutrauen. Auch Jefferies sieht mit einem Kursziel von 215 Euro noch erhebliches Aufwärtspotenzial für den Energiegiganten.
Langfristig könnte zudem eine weitere Portfolio-Optimierung anstehen. In Aufsichtsratskreisen wird darüber nachgedacht, die Sparte “Transformation of Industry” abzuspalten. Obwohl dieser Bereich, der unter anderem Elektrolyseure für Wasserstoff herstellt, deutlich profitabler geworden ist, hinkt die Marge den Kerngeschäften mit Stromnetzen und Gasturbinen hinterher. Eine endgültige Entscheidung hierzu steht allerdings noch aus.
Seit unserem Börsengang war klar, dass uns die lizenzierte Marke Siemens Energy für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stehen würde. Heute sind wir strategisch, operativ und finanziell hervorragend aufgestellt.— Christian Bruch
Die beschlossene Siemens Energy Umbenennung in Omterra ist ein mutiger, aber wirtschaftlich absolut folgerichtiger Schritt, um die jährlichen Millionen-Zahlungen an die einstige Muttergesellschaft einzusparen. Für Anleger untermauert dieser Meilenstein die neugewonnene Unabhängigkeit und Stärke des DAX-Konzerns in einem boomenden Marktumfeld. Die kommenden Quartale werden zeigen, wie reibungslos der Übergang zur neuen Marke gelingt und ob die Aktie ihre ambitionierten Kursziele erreichen kann.
Können die spektakulären Micron Technology Quartalszahlen den jüngsten Ausverkauf im Chipsektor endgültig stoppen und die Aktie auf neue Rekordhöhen treiben?
Die Aktie von Micron Technology (MU) zeigt sich am Dienstag im frühen Handel stark erholt und klettert um 3,74 Prozent auf 964,14 US-Dollar. Am Vortag war das Papier im Zuge eines breiteren Ausverkaufs im Chipsektor noch um über vier Prozent abgesackt. Auslöser für die jüngste Volatilität waren Gewinnmitnahmen im asiatischen Speicherbereich, insbesondere rund um den Konkurrenten SK Hynix. Doch die hervorragenden fundamentalen Daten, die die jüngsten Micron Technology Quartalszahlen untermauern, rücken nun wieder in den Vordergrund der Investoren.
Im dritten Geschäftsquartal verzeichnete das Unternehmen einen geradezu spektakulären Umsatzsprung um 346 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 41,5 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie explodierte auf 25,11 US-Dollar. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die unersättliche Nachfrage nach High-Bandwidth Memory (HBM), also extrem schnellem Speicher, der für den Betrieb von KI-Beschleunigern von NVIDIA zwingend benötigt wird. Da das Angebot am Weltmarkt extrem knapp ist, konnten die Preise für DRAM und NAND-Flash-Speicher drastisch zulegen, was die Bruttomargen von Micron in ungeahnte Höhen treibt.
Die Sorge, dass es sich bei dem aktuellen Boom nur um ein kurzes Strohfeuer handeln könnte, wird von Branchenexperten zunehmend entkräftet. Analyst John Vinh von KeyBanc hat erst kürzlich das Kursziel für die Aktie von 1.600 auf 1.750 US-Dollar angehoben und seine Einstufung auf ‘Overweight’ belassen. Er betont, dass die Speicherknappheit bis weit in das Jahr 2027 anhalten dürfte. Laut seinen Prognosen werden die DRAM-Preise im laufenden Quartal um weitere 15 bis 20 Prozent zulegen, während bei NAND-Flash-Speichern sogar ein Plus von bis zu 40 Prozent erwartet wird.
Auch andere große Investmentbanken teilen diese bullishe Einschätzung. Harlan Sur von JPMorgan hat das Kursziel für das Papier auf 1.540 US-Dollar festgesetzt, während Krish Sankar von TD Cowen ein Ziel von 1.600 US-Dollar veranschlagt. Diese Analysten-Ratings stützen sich vor allem auf die veränderte Struktur des Speichergeschäfts. Um sich vor künftigen Engpässen zu schützen, haben Großkunden bereits langfristige, unkündbare Lieferverträge mit Micron abgeschlossen. Diese strategischen Kundenvereinbarungen sichern dem Konzern bereits jetzt Umsätze und finanzielle Zusagen im Wert von über 22 Milliarden US-Dollar und machen das historisch stark zyklische Geschäft deutlich berechenbarer.
Für das vierte Geschäftsviertel stellt das Management bereits die nächsten Rekorde in Aussicht. Erwartet wird ein Umsatz von rund 50 Milliarden US-Dollar, was einem erneuten dreistelligen Wachstum entsprechen würde. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll laut den Prognosen auf rund 31,00 US-Dollar steigen. Mit einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 21 erscheint die Aktie angesichts dieser enormen Wachstumsraten im Vergleich zu anderen KI-Profiteuren wie Apple oder Tesla moderat bewertet.
Zwar belasten geopolitische Spannungen zwischen den USA und China sowie die Sorge vor einer künftigen Überkapazität ab dem Jahr 2028 immer wieder kurzfristig die Stimmung. Doch solange die Hyperscaler ihre Rechenzentren in Rekordtempo aufrüsten, bleibt Micron in einer absoluten Ausnahmestellung. Der jüngste Kursrücksetzer vom Allzeithoch im Juni bei 1.255 US-Dollar wird daher von vielen langfristig orientierten Anlegern als attraktive Einstiegsgelegenheit wahrgenommen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die hervorragenden Micron Technology Quartalszahlen die technologische Vormachtstellung des Konzerns im US-amerikanischen Raum untermauern. Durch die langfristigen Verträge und die anhaltende Knappheit bei HBM-Speichern ist der Weg für weiteres profitables Wachstum in den kommenden Quartalen geebnet. Die nächsten offiziellen Finanzergebnisse im September werden zeigen, ob das Unternehmen die extrem hohen Erwartungen der Wall Street erneut übertreffen kann.
Die strategischen Kundenvereinbarungen verbessern die Beständigkeit und Vorhersehbarkeit unserer starken finanziellen Leistung erheblich.— Sanjay Mehrotra
Die Dynamik im Halbleiterbereich bleibt extrem hoch, was sich auch auf andere Marktteilnehmer auswirkt. Wenn Sie verstehen möchten, warum der Markt trotz gigantischer Investitionssummen sensibel reagiert, lesen Sie unseren Bericht über die Micron US-Investitionen und die überraschende Marktreaktion. Falls Sie sich für die aktuellen Risiken in anderen Technologiesektoren interessieren, zeigt die jüngste Gewinnwarnung und der Prognose-Einbruch bei Evotec, wie schnell sich das Blatt für Anleger wenden kann.
Kann SAP dem drohenden Untergang klassischer Software-Lizenzen durch generative KI entkommen, oder steht der DAX-Riese vor einer historischen Krise?
Am deutschen Aktienmarkt steht die Aktie der SAP SE am heutigen Dienstag massiv unter Abgabedruck. Mit einem Minus von 3,07 Prozent rutschte das Papier auf 136,36 Euro ab, nachdem es am Vortag noch bei 140,72 Euro notiert hatte. Auslöser für die jüngste Schwäche ist eine Mischung aus enttäuschenden Branchennachrichten und der fundamentalen Angst vor einer SAP KI Disruption. Das Phänomen der sogenannten „SaaSpocalypse“ – der Verdrängung klassischer Software-as-a-Service-Modelle durch generative künstliche Intelligenz – greift im Sektor um sich. Investoren befürchten, dass Unternehmen in Zukunft keine teuren ERP-Lizenzen mehr erwerben, sondern sich maßgeschneiderte Anwendungen für Buchhaltung oder Logistik kostengünstig von KI-Modellen wie Claude von Anthropic generieren lassen.
Der renommierte Tech-Investor Dr. Conny Boersch zeichnet ein düsteres Bild für die europäische Tech-Branche und warnt vor den immensen Herausforderungen für den DAX-Konzern. Seiner Einschätzung nach befindet sich die künstliche Intelligenz in einer exponentiellen Entwicklung, bei der europäische Akteure den Anschluss zu verlieren drohen, da die führenden Technologien fast ausschließlich aus den USA und China stammen. Boersch sieht kaum Chancen, dass sich die SAP SE schnell genug anpassen kann, um mit der enormen Innovationsgeschwindigkeit und den finanziellen Mitteln der US-Konkurrenz mitzuhalten. Als warnendes Beispiel nennt er den US-Rivalen Oracle, der bereits mit massiven Entlassungen reagieren musste – ein Schicksal, das nach Ansicht des Experten auch den Walldorfern drohen könnte. Tatsächlich stürzten die Aktien von Oracle zuletzt auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr ab, was das schwache Sentiment für den gesamten Softwaresektor untermauert.
Zusätzlich zu den strukturellen Sorgen durch die SAP KI Disruption belasten enttäuschende Zahlen des US-Schwergewichts IBM die Stimmung im Sektor. Dieser externe Dämpfer erwischte die SAP-Aktie in einer ohnehin fragilen charttechnischen Verfassung. Zuletzt war der Kurs von 141 Euro bis auf 131 Euro durchgereicht worden. Zwar zeigte sich im Bereich um die 138 Euro vorübergehend eine Stabilisierung, doch der heutige Rutsch gefährdet diese Bodenbildung erneut. Sollte die Unterstützung im Bereich des aktuellen Kursniveaus nachhaltig brechen, droht ein Rückfall in Richtung des markanten Jahrestiefs, das Analysten bei etwa 122 Euro verorten. Auf der anderen Seite betonen Experten, dass die Aktie aus fundamentaler Sicht bereits ab einem Niveau von 130 Euro als unterbewertet gilt. Mutige Anleger nutzen die ausgebombte Lage bereits für spekulative Positionierungen über Hebelprodukte, da der Verkaufsdruck seit Ende Juni zumindest phasenweise nachgelassen hat.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Software-Konzern den Zweiflern trotzen und durch eigene Innovationen beweisen kann, dass die Angst vor einer vollständigen SAP KI Disruption übertrieben ist. Solange jedoch handfeste Beweise für eine erfolgreiche Integration neuer Technologien in die Kernprodukte fehlen, dürfte der Deckel auf dem Aktienkurs vorerst bestehen bleiben.
Ich bin stolz, dass es die Firma SAP gibt – sehe aber wirklich keine Chance, dass sie sich auf Dauer so pivotieren kann, dass sie es schafft.— Dr. Conny Boersch
Für langfristig orientierte Anleger bietet die aktuelle Korrektur durchaus eine interessante Beobachtungskonstellation. Die fundamentale Unterbewertung im Bereich von 130 Euro könnte als Sicherheitsmarge dienen, sofern man an die Anpassungsfähigkeit des europäischen Software-Marktführers glaubt. Dennoch sollten Investoren die Dynamik der US-Konkurrenz und die Entwicklung der globalen KI-Infrastruktur genau im Auge behalten. Ein Einstieg drängt sich angesichts des intakten Abwärtstrends und des angeschlagenen Sentiments im Software-Sektor derzeit nicht auf, weshalb eine abwartende Haltung mit Blick auf eine verlässliche Bodenbildung ratsam bleibt.