Warum senkt Berenberg das Kursziel für Rheinmetall drastisch, während RBC optimistisch bleibt und welche Unsicherheiten belasten die Aktie?
Berenberg sieht Auftragsbedarf über 2030 hinaus
Der von George McWhirter verfassten Studie zufolge ist der Kursrückgang seit Jahresbeginn möglicherweise teilweise in der Bewertung berücksichtigt. Berenberg hält dennoch an der Abstufung fest: Entscheidend seien die Unsicherheiten bei den mittelfristigen Aussichten und der Bedarf an zusätzlichen Aufträgen, damit das Wachstum auch nach 2030 anhalten kann.
Die Aktie notierte am Freitag bei 937,30 Euro, nach 934,90 Euro am Vortag. Das entspricht einem Plus von 0,26 Prozent. Das von Berenberg gesenkte Kursziel von 1.020 Euro liegt damit über dem aktuellen Kurs, ist gegenüber dem bisherigen Ziel von 1.600 Euro jedoch deutlich niedriger.
RBC bleibt vor den Zahlen optimistischer
Eine andere Einschätzung kommt von RBC: Die kanadische Bank bestätigt „Outperform“ und ein Kursziel von 1.600 Euro. Analyst Mark Fielding erwartet vor den Quartalszahlen einen starken Auftragseingang bei Rheinmetall. Er sieht zudem eine verbesserte Umsatzdynamik im Industriegütersektor, trotz konjunktureller Risiken, und erwartet, dass sich diese im dritten Quartal fortgesetzt hat.
Damit stehen sich eine vorsichtigere Einschätzung der längerfristigen Wachstumssicherheit durch Berenberg und RBCs positive Sicht auf das jüngste Quartal gegenüber. Der nächste Quartalstermin ist am 5. November. Dann dürften die veröffentlichten Zahlen und Aussagen zum Ausblick Hinweise darauf geben, wie sich Auftragseingang und Wachstumsperspektiven entwickeln.
Strategische Schritte und Belastungen im Blick
Die jüngste Einschätzung zum Wachstum ergänzt der Bericht über die Werkübernahme und den Satellitenauftrag von Rheinmetall, die strategische Impulse für den Konzern setzen könnten. Einen anderen Blick auf den industriellen Sektor bietet der Beitrag zu BMWs iX3-Erfolg und dem Margendruck.
Berenberg stuft Rheinmetall auf „Hold“ herab und senkt das Kursziel, während RBC vor den Quartalszahlen an „Outperform“ festhält. Für Anleger zeigt sich damit ein Gegensatz zwischen Sorgen um die Zeit nach 2030 und einer positiven Einschätzung des jüngsten Auftragseingangs; der aktuelle Kurs liegt zwischen dem neuen Berenberg-Ziel und dem von RBC bestätigten Kursziel. Die Zahlen am 5. November können die unterschiedlichen Erwartungen weiter einordnen.