SP500 6.929,07 +0,53%DJ30 49.290,61 +0,17%NAS100 25.282,51 +1,22%GER40 25.145,60 +0,44%EU50 6.166,55 +0,54%BTCUSD 66.956,38 +4,57%ETHUSD 1.999,02 +7,90%VIX 19,78 -2,34% SP500 6.929,07 +0,53%DJ30 49.290,61 +0,17%NAS100 25.282,51 +1,22%GER40 25.145,60 +0,44%EU50 6.166,55 +0,54%BTCUSD 66.956,38 +4,57%ETHUSD 1.999,02 +7,90%VIX 19,78 -2,34%
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Workday Earnings: Schwacher 2027-Ausblick schickt Aktie auf Talfahrt

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130,23$
+0,79%
24.02.26 22:00 Uhr
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-9,66%
25.02.26 15:14 Uhr

Workday, Inc.

Wie können starke Workday Earnings auf dem Papier stehen, während der Markt die Aktie trotzdem in den zweistelligen Prozentbereich abstraft?

Workday, Inc.: Warum stürzt die Aktie trotz guter Zahlen ab?

Die Workday Earnings für das vierte Quartal fielen auf den ersten Blick überzeugend aus: Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 2,47 US‑Dollar klar über den Konsensschätzungen von rund 2,32 US‑Dollar. Auch beim Umsatz konnte Workday, Inc. zulegen und erzielte etwa 2,53 Milliarden US‑Dollar, leicht über den erwarteten 2,523 Milliarden US‑Dollar. Operativ läuft das Kerngeschäft mit Cloud-basierter HR- und Finanzsoftware damit weiterhin rund.

An der Börse kommt das dennoch schlecht an. Die Aktie schloss am Dienstag bei 130,23 US‑Dollar, ein Tagesplus von 0,79 %. Vorbörslich sackt der Kurs heute jedoch auf rund 117,65 US‑Dollar ab – ein Minus von fast 10 %. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort: In den vergangenen Monaten verlor die Aktie bereits etwa 40 % an Wert und notiert in Europa nur knapp über dem 52‑Wochen-Tief. Der aktuelle Sell-off zeigt, dass der Markt weniger auf die soliden Workday Earnings im Rückspiegel schaut, sondern auf den eingetrübten Ausblick.

Workday Earnings: Was belastet den Ausblick so stark?

Der Knackpunkt ist die Prognose für das Geschäftsjahr 2027. Workday, Inc. stellt ein Wachstum der Abonnement-Erlöse von nur noch 12 bis 13 % in Aussicht. Damit bleibt das Unternehmen deutlich hinter den hohen Wachstumsraten der Vorjahre und den optimistischeren Markterwartungen zurück. Insgesamt peilt Workday für das neue Fiskaljahr einen Umsatz von 10,635 bis 10,66 Milliarden US‑Dollar an, während Analysten im Schnitt eher bei 10,72 Milliarden US‑Dollar lagen.

Investoren werten diese Spanne als Zeichen, dass sich das Wachstum erkennbar abflacht. Als Gründe nennt das Management ein schwieriges makroökonomisches Umfeld, in dem viele Unternehmenskunden ihre IT-Budgets straffer managen und Projekte verschieben. Noch schwerer wiegt jedoch die psychologische Komponente: Der Markt fragt sich, wie widerstandsfähig klassische Enterprise-Software gegen KI-Agenten und neue Wettbewerber wirklich ist. Genau hier setzt die Skepsis an, die die positiven Workday Earnings überlagert.

Workday, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Workday, Inc.: KI-Chance oder existenzielles Risiko?

Im Zentrum der Debatte steht die Rolle der künstlichen Intelligenz. Auf der einen Seite investiert Workday, Inc. massiv in KI-Funktionen, integriert Automatisierung tief in seine HR- und Recruiting-Workflows und verweist auf Kunden wie Anthropic, OpenAI und Google, die die Plattform nutzen. Nach Unternehmensangaben laufen bereits Milliarden KI-gestützter Aktionen pro Jahr über die Systeme, und erste KI-Produkte sollen einen dreistelligen Millionenbetrag zum wiederkehrenden Umsatz beitragen.

Auf der anderen Seite fürchten Anleger eine KI-getriebene Disruption: Neue, schlankere Softwareanbieter und spezialisierte KI-Agenten könnten Teile des klassischen Workday-Portfolios angreifen und Preisdruck erzeugen. Investmentbanken wie Morgan Stanley, Wells Fargo und Jefferies haben ihre Kursziele in den vergangenen Wochen teils deutlich gesenkt, auch wenn sie nicht einheitlich zu einem Verkauf raten. JPMorgan Chase & Co. etwa reduzierte sein Kursziel von 270 auf 230 US‑Dollar, behielt aber ein “Overweight”-Rating bei – ein Signal, dass man die aktuelle Bewertung trotz der Risiken für attraktiv hält.

Wie reagieren Analysten auf die jüngsten Workday Earnings?

Der jüngste Kursrutsch verstärkt eine bereits laufende Neubewertung im Software-Sektor. Mehrere Häuser hatten Workday vor den Zahlen vorsichtiger eingeschätzt: Morgan Stanley senkte das Kursziel von 280 auf 200 US‑Dollar, Wells Fargo ging auf 255 US‑Dollar herunter, und Jefferies sieht die Aktie mit einem Hold-Rating und einem Ziel von 150 US‑Dollar eher als Halteposition. Evercore stufte die Aktie zudem auf “In-line” ab und verwies darauf, dass hohe KI-Investitionen den operativen Hebel zunächst begrenzen könnten.

Trotz des verhaltenen Tonfalls verweisen einige Analysten auf positive Aspekte der Workday Earnings. Das Unternehmen erfüllt weiterhin die vielbeachtete Rule-of-40-Kennziffer aus Wachstum und Marge, generiert kräftige freie Cashflows und baut gleichzeitig ein wachsendes KI-Umsatzstandbein auf. Damit argumentieren optimistischere Stimmen, dass der aktuelle Kursrückgang die Sorgen über KI-Disruption überzeichnet und längerfristig Chancen für risikobereite Anleger eröffnen könnte.

Die Börse straft Workday für seine Vorsicht ab – jetzt muss das Management zeigen, dass KI die Wachstumslücke wirklich schließen kann.
— Redaktion Börsenblog

Fazit

Für Trader und Investoren bleibt die Lage damit ambivalent: Kurzfristig dominiert der Ausblick-Schock die Kursentwicklung, mittelfristig wird entscheidend sein, ob Workday seine KI-Produkte erfolgreich monetarisiert und so beweist, dass KI eher ein Wachstumstreiber als ein Strukturbruch im Geschäftsmodell ist.

Weiterführende Quellen

AMD Meta-Deal 100 Mrd.: +8,8% Rallye bei KI-Chips

ERWÄHNTER TICKER
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213,84$
+8,77%
24.02.26 22:00 Uhr
Außerbörslich
215,15$
+0,61%
25.02.26 14:42 Uhr

Advanced Micro Devices Inc.

Kann der gigantische AMD Meta-Deal NVIDIAs Dominanz im KI-Chipmarkt brechen und die Aktie dauerhaft in neue Kursregionen heben?

Was steckt hinter dem AMD Meta-Deal?

Im Zentrum des AMD Meta-Deal steht eine mehrjährige Abnahmeverpflichtung von Meta für spezialisierte KI-Chips und komplette Rechenzentrumssysteme von AMD. Das Volumen reicht je nach Quelle von zunächst rund 60 Milliarden bis hin zu über 100 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren. Meta will bis zu sechs Gigawatt an GPU-Leistung in seine KI-Datenzentren integrieren – eine Größenordnung, die der Leistung mehrerer Atomkraftwerke entspricht. Technische Basis sind an Meta angepasste MI450-GPUs sowie neue Venice- und Verano-CPUs und das Helios-Rack-System, mit dem AMD komplette KI-Serverregale aus einer Hand liefern kann.

Besonderes Augenmerk der Börse gilt der Eigenkapital-Komponente: Meta erhält performancebasierte Warrants zum Kauf von bis zu 160 Millionen AMD-Aktien. Beim vollen Ausschöpfen entspräche dies rund 10 % des Unternehmens und würde Meta perspektivisch zum größten Einzelaktionär machen. Die Ausübungspreise liegen dabei teils symbolisch bei einem Cent, sind aber an Liefermengen, technische Meilensteine und Kursniveaus geknüpft.

Wie reagiert die Börse auf AMD?

Die Aktie von AMD sprang nach der Bekanntgabe des Deals zeitweise um rund 9 % nach oben und notiert aktuell bei 213,84 US-Dollar, vorbörslich legt sie mit 215,15 US-Dollar leicht zu. Damit nähert sich der Wert wieder der jüngsten Kurszone an, in der Analysten Kursziele zwischen 240 und 300 US-Dollar sehen. Wichtig: Trotz der Rallye handelt es sich nicht um ein neues Allzeithoch, der Kurs bleibt unter früheren Spitzen der Aktie.

Der Sektor profitiert breit. Der Halbleiterindex markierte zuletzt Rekordstände, und auch Zulieferer wie Netzwerk- und Testausrüster legten spürbar zu, nachdem klar wurde, dass der CapEx-Boom für physische KI-Infrastruktur ungebrochen ist. Gleichzeitig wurden bei einigen Netzwerkplayern wie Arista Networks kurzfristige Gewinnmitnahmen beobachtet, obwohl der Ausbau der Hyperscaler-Rechenzentren langfristig Rückenwind verspricht.

Für bestehende AMD-Aktionäre stellt sich vor allem die Frage nach Verwässerung durch die möglichen neuen Aktien für Meta. Experten betonen jedoch, dass der Margen- und Cashflow-Hebel des Deals die Verwässerung überkompensieren dürfte, sofern AMD die Lieferverpflichtungen profitabel erfüllt.

Advanced Micro Devices, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Wie verändert der AMD Meta-Deal den KI-Chipmarkt?

Strategisch ist der AMD Meta-Deal ein direkter Angriff auf die Dominanz von NVIDIA im Bereich der KI-GPUs. Meta hatte erst in der Vorwoche eine erweiterte Kooperation mit NVIDIA angekündigt und setzt nun klar auf einen Multivendor-Ansatz. Ziel ist es, die Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller zu reduzieren, Kosten zu optimieren und Lieferengpässe zu vermeiden. AMD positioniert sich damit endgültig als ernstzunehmende Alternative im High-End-Segment.

Analysten sehen in der Kombination aus GPUs, CPUs und kompletten Helios-Racks einen strukturellen Vorteil für AMD. Morningstar etwa spricht davon, dass AMD sich auf dem Weg befinde, in den nächsten Jahren bis zu 100 Milliarden Dollar an KI-Umsatz zu erschließen, und hat den fairen Wert der Aktie auf 300 US-Dollar angehoben. Auch Wolfe Research bleibt bei einem „Outperform“-Rating und einem Kursziel von 300 US-Dollar. Die Experten betonen, dass der Großteil der künftigen Meta-Umsätze in den aktuellen Konsensschätzungen für 2027 noch nicht eingepreist sei.

Der Deal hebt zudem AMDs Bonität, weil wiederkehrende Großaufträge von Hyperscalern wie Meta die Planbarkeit von Umsatz und Cashflows erhöhen. Zugleich signalisiert der Schritt weiteren Cloud-Anbietern, dass es eine skalierbare Alternative zu NVIDIA gibt – ein Argument, das AMD bereits bei OpenAI mit einem ähnlich strukturierten Abkommen genutzt hat.

Welche Chancen und Risiken sehen Analysten für AMD?

Während Häuser wie Morningstar und Wolfe Research sehr optimistisch sind, verweisen skeptischere Stimmen unter anderem auf die Verwässerungsrisiken und den enormen Ausführungsdruck. Entscheidend wird sein, ob AMD die zugesagten sechs Gigawatt GPU-Leistung rechtzeitig und in der benötigten Qualität liefern kann. Nur dann werden die an Umsatz- und Technikmeilensteine geknüpften Warrants für Meta vollständig relevant.

Schwab Network hebt in einer aktuellen Analyse hervor, dass der Deal zwei Welten der KI illustriert: Training von Basis-Modellen und späteres Inferencing im Massenmaßstab. AMD könne mit dem Helios-System in beiden Bereichen punkten und sich so ein dauerhaftes Standbein im KI-Rechenzentrumsmarkt sichern. Gleichzeitig bleibt NVIDIA klarer Marktführer, sodass sich ein Oligopol aus wenigen großen Anbietern abzeichnet.

„Meta hat im KI-Wettrennen noch einmal deutlich beschleunigt – der AMD-Deal ist ein klarer Vertrauensbeweis in AMDs KI-Hardware und Lieferfähigkeit.“
— Matt Britzman, Hargreaves Lansdown

Fazit

Der AMD Meta-Deal markiert einen Wendepunkt für Advanced Micro Devices, Inc. und hebt das Unternehmen endgültig in die erste Liga der KI-Infrastruktur-Anbieter. Für Anleger eröffnet die Kombination aus massivem Auftragsvolumen und potenzieller Meta-Beteiligung trotz Verwässerungsrisiken ein attraktives Wachstumsprofil. Wer an einen anhaltenden KI-Investitionszyklus glaubt, für den bleibt AMD mit dem AMD Meta-Deal eine der spannendsten Large-Cap-Wetten im Technologiesektor.

Weiterführende Quellen

Novo Nordisk Preiskrieg: -2,6% Kursdruck nach CagriSema-Schock

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Aktuell
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24.02.26 22:00 Uhr
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37,79$
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25.02.26 14:23 Uhr

Novo Nordisk

Droht der Novo Nordisk Preiskrieg im GLP‑1-Markt zur teuren Verteidigungsschlacht zu werden – oder eröffnet er Anlegern neue Chancen?

Novo Nordisk unter Druck: Wie tief sitzt der CagriSema-Schock?

Die jüngsten Daten aus der späten “Redefine 4”-Studie haben die Hoffnung auf einen klaren Technologiesprung bei CagriSema jäh gebremst. Das Kombinationspräparat erreichte bei adipösen Patienten eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von rund 23 % nach 84 Wochen und blieb damit hinter Eli Lillys Tirzepatid (Zepbound) zurück, das auf etwa 25,5 % kommt. Die Börse reagierte brutal: An einem einzigen Handelstag verlor die Aktie von Novo Nordisk bis zu 17 %, in der laufenden Woche summiert sich das Minus laut Marktdaten auf rund 22 %. Mit aktuell etwa 38,59 US‑Dollar je Aktie (Vortag 39,63 US‑Dollar; -2,62 %, vorbörslich 37,79 US‑Dollar) notiert NVO nahe dem 52‑Wochentief und weit entfernt früherer Höhen. Charttechnisch gilt der vorherige zarte Aufwärtstrend als zerstört, das Tief vom 24. November 2025 wurde unterschritten, der Titel befindet sich wieder in einem klaren Abwärtstrend. Hinzu kommt eine bereits im Februar deutlich gekappte Prognose: Für 2026 stellt das Management ein Umsatzminus von rund 10 % in Aussicht – ein herber Kontrast zu den Boomjahren des GLP‑1‑Hypes.

Wie eskaliert der Novo Nordisk Preiskrieg im GLP‑1-Markt?

Parallel zum Studienschock zündet der Konzern die nächste Stufe im Novo Nordisk Preiskrieg. Ab Januar 2027 sollen die US‑Listenpreise für die Blockbuster Wegovy und Ozempic drastisch fallen. Wegovy wird um rund 50 % verbilligt, Ozempic um etwa 35 %, beide sollen dann bei etwa 675 US‑Dollar pro Monat liegen. Für Selbstzahler sind zudem Preisspannen von rund 149 bis 499 US‑Dollar angekündigt. Damit attackiert Novo Nordisk direkt die Preispositionierung von Eli Lillys Zepbound, das je nach Rabattstruktur zwischen 299 und 449 US‑Dollar pro Monat kostet. Hintergrund ist ein stark wachsender, aber hochsensibler Markt: Der globale GLP‑1‑Umsatz von derzeit rund 72 Milliarden US‑Dollar könnte bis 2030 auf etwa 139 Milliarden US‑Dollar steigen. Gleichzeitig zeigen Umfragen, dass knapp 70 % der Patienten ihre Therapieentscheidung stark von den Kosten abhängig machen und etwa 40 % aktiv Rabatte und Gutscheine nutzen. Der Novo Nordisk Preiskrieg soll daher nicht nur Marktanteile verteidigen, sondern auch den Zugang verbessern, etwa über geringere Zuzahlungen in US‑Versicherungsmodellen.

Novo Nordisk GLP-1 Preiskrieg und CagriSema-Rueckschlag Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Novo Nordisk Preiskrieg vs. Pipeline: Reicht die orale Offensive?

Trotz der CagriSema-Enttäuschung und des Novo Nordisk Preiskrieg setzt das Management weiter auf Innovation. Ein zentraler Wachstumstreiber bleibt die orale Wegovy-Variante, die den Injektionsmarkt ergänzen soll. Bei der Wirksamkeit hat Novo mit rund 15 % Gewichtsverlust gegenüber etwa 12 % bei Eli Lillys oraler Lösung aktuell die Nase vorn, kämpft aber mit komplexeren Einnahmeregeln, was die Alltagstauglichkeit begrenzen könnte. Die Umsatzerwartungen gehen weit auseinander: Während Novo Nordisk selbst für 2026 konservative 800 Millionen US‑Dollar ansetzt und Goldman Sachs Berichten zufolge nur etwa 650 Millionen US‑Dollar erwartet, liegt das optimistische Szenario bei bis zu 2,5 Milliarden US‑Dollar. Ein weiterer strategischer Baustein ist die heute gemeldete Partnerschaft mit Vivtex. In einem bis zu 2,1 Milliarden US‑Dollar schweren Deal will Novo Nordisk neue orale Biologika für Adipositas und Diabetes entwickeln. Die Kooperation soll langfristig die Abhängigkeit von Injektionen reduzieren und die Produktpalette im GLP‑1‑Segment verbreitern.

Was bedeutet der Doppel-Schlag für Anleger bei Novo Nordisk?

Für Investoren bleibt die Lage ambivalent. Einerseits ist die Aktie nach einem Jahresminus von rund 56 % und dem Rutsch in die Nähe des 52‑Wochentiefs klar angeschlagen; einige Marktteilnehmer sprechen von einem “Broken Stock”, der Zeit zur Bodenbildung braucht. Andererseits bleibt Novo Nordisk mit Semaglutid‑Produkten wie Ozempic, Wegovy und Rybelsus einer der führenden Player im GLP‑1‑Markt. Analystenhäuser wie Zacks Investment Research sehen trotz Margendruck weiterhin starke Cashflows und hohe Bruttomargen, die den Bewertungsabschlag begrenzen könnten. Die großen Investmentbanken wie Citigroup, Goldman Sachs oder RBC Capital Markets haben ihre Kursziele zuletzt zwar überwiegend gesenkt, verweisen jedoch auf die tiefe Pipeline und die weiterhin dominante Position im Diabetesgeschäft. Klar ist: Der massive Novo Nordisk Preiskrieg wird die Preismacht des Konzerns dauerhaft schmälern und die Fantasie für extrem hohe Langfristrenditen dämpfen – die vielfach erträumte Verzehnfachung von 100.000 auf 1 Million Dollar in zehn Jahren halten Marktstrategen inzwischen für unrealistisch.

Wir hoffen, dass diese Preissenkungen den Zugang verbessern und die Bezahlbarkeit erhöhen.
— Jamey Millar, Executive Vice President US-Geschäft, Novo Nordisk

Fazit

Unterm Strich markiert der CagriSema-Rückschlag kombiniert mit dem aggressiven Novo Nordisk Preiskrieg einen Wendepunkt im GLP‑1‑Boom: Wachstum bleibt, aber zu deutlich niedrigeren Margen. Für langfristig orientierte Anleger könnte die aktuelle Schwächephase dennoch Chancen eröffnen, da Novo Nordisk seine Führungsrolle in Diabetes und Adipositas mit oralen Innovationen und Partnerschaften wie Vivtex zu verteidigen versucht. Die nächsten Quartalszahlen und der Marktstart der Abnehmpille werden zeigen, ob der Konzern das Vertrauen des Marktes zurückgewinnen und den Kurs aus der aktuellen Bodenbildungsphase herausführen kann.

Weiterführende Quellen

Heidelberg Materials Jahresergebnis mit Rekord – Aktie fällt -2,9%

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25.02.26 14:05 Uhr

Heidelberg Materials AG

Wie passt ein Rekord beim Heidelberg Materials Jahresergebnis zu einer deutlich fallenden Aktie am Markt?

Wie stark ist das Heidelberg Materials Jahresergebnis 2025?

Heidelberg Materials AG hat 2025 operativ so viel verdient wie nie zuvor. Der Konzernumsatz legte trotz rückläufiger Absatzmengen in einigen Regionen um rund 1–1,4 % auf etwa 21,5 Milliarden Euro zu. Entscheidender Treiber war jedoch die Profitabilität: Das bereinigte Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs (RCO) stieg um 6 % auf den Rekordwert von knapp 3,4 Milliarden Euro. Die RCOBD-Marge verbesserte sich auf 21,8 %, während der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn auf gut 1,9 Milliarden Euro kletterte.

Vorstandschef Dominik von Achten betont, dass vor allem striktes Kostenmanagement und Preisdisziplin für das starke Heidelberg Materials Jahresergebnis verantwortlich sind. Das laufende Effizienzprogramm „Transformation Accelerator“ brachte 2025 Einsparungen von rund 380 Millionen Euro und soll bis Ende 2026 jährlich eine halbe Milliarde Euro freispielen. Trotz teils schwankender Bauaktivität sieht das Management in den Kernmärkten eine fortschreitende Stabilisierung.

Wie reagieren Anleger auf Heidelberg Materials?

Die Börse honoriert das Rekordergebnis nur bedingt. Zur Mittagszeit notiert die Aktie von Heidelberg Materials AG mit rund 194,95 Euro knapp 3 % im Minus und damit deutlich unter dem Jahres- und Rekordhoch von etwa 241,80 Euro aus dem Januar. Mehrere Verlusttage in Folge haben die kurze Gegenbewegung Mitte Februar nahezu ausradiert, der jüngste Ausbruch über die 200-Tage-Linie erwies sich damit als Fehlsignal.

Auslöser für die Kurskorrektur sind gleich mehrere Faktoren. Zum einen hatten Marktteilnehmer das starke Heidelberg Materials Jahresergebnis weitgehend eingepreist. Zum anderen lasten die Diskussionen über ein mögliches Aufweichen der EU-Klimaschutz- und Emissionshandelspläne auf der Stimmung. Bisher galt der Konzern als klarer Profiteur strenger CO₂-Regeln, da er mit Projekten wie Brevik CCS und Padeswood CCS bei der Dekarbonisierung der Zementproduktion eine Vorreiterrolle einnimmt. Werden energieintensive Unternehmen länger über kostenlose Zertifikate entlastet, sinkt der erwartete Kostenvorteil gegenüber weniger klimafitten Wettbewerbern.

Heidelberg Materials AG Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Was erwarten Analysten von Heidelberg Materials?

Analysten zeigen sich nach dem Heidelberg Materials Jahresergebnis gespalten. DZ-Bank-Analyst Thorsten Reigber spricht von soliden Zahlen, die die Erwartungen trafen, und bewertet die Prognose für das operative Ergebnis 2026 als optimistisch. Allerdings liege der Marktkonsens bereits am oberen Ende der nun kommunizierten Spanne von 3,4 bis 3,75 Milliarden Euro, was die Spielräume für positive Überraschungen begrenze.

Barclays-Analyst Tom Zhang verweist darauf, dass der oft genutzte Mittelwert der EBIT-Spanne unter dem aktuellen Analystendurchschnitt liegt. UBS-Analyst Julian Radlinger hebt hervor, dass die Unternehmensführung erneut deutlichen Währungsgegenwind für 2026 erwartet – ein Muster, das sich bereits im Vorjahr bewahrheitet habe. Gleichzeitig erinnert er daran, dass der Konzern seinen Ausblick in den vergangenen beiden Jahren jeweils ein bis zwei Prozent unterhalb des Marktkonsenses angesetzt hat und Investoren ihre Erwartungen zuletzt ohnehin etwas reduziert hätten, insbesondere wegen der Unsicherheit im europäischen Emissionshandel.

Welche Perspektiven hat Heidelberg Materials Jahresergebnis für 2026?

Für 2026 peilt Heidelberg Materials AG ein bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT/RCO) zwischen 3,4 und 3,75 Milliarden Euro an und will damit mindestens das Rekordniveau aus 2025 erreichen oder übertreffen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROIC) soll über 10 % bleiben. Neben weiteren Einsparungen setzen das Management und die Strategie 2030 auf Portfoliooptimierung, gezielte Zukäufe in wachstumsstarken Märkten – vor allem in Nordamerika – sowie mehr Umsatzanteil mit CO₂-reduzierten Produkten.

Im Nachhaltigkeitsbereich meldet das Unternehmen Fortschritte: Die spezifischen Netto-CO₂-Emissionen wurden weiter gesenkt, der Einsatz alternativer Brennstoffe ausgebaut und mit dem weltweit ersten Carbon Captured Near-Zero-Zement evoZero® bereits ein Leuchtturmprodukt in mehreren Projekten verbaut. Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm, dessen dritte Tranche im zweiten Quartal 2026 starten soll, wodurch das attraktive Heidelberg Materials Jahresergebnis verstärkt direkt bei den Aktionären ankommen dürfte.

Unsere konsequente Ausrichtung auf striktes Kostenmanagement hat maßgeblich zu diesem hervorragenden Ergebnis beigetragen.
— Dominik von Achten, CEO Heidelberg Materials

Fazit

Unterm Strich zeigt das aktuelle Heidelberg Materials Jahresergebnis einen Konzern mit hoher Ertragskraft, robuster Bilanz und klarer Kostenkontrolle. Für Anleger steht nun die Frage im Mittelpunkt, ob die ambitionierte, aber bereits weitgehend eingepreiste Prognose und die Unsicherheit im Emissionshandel weiteren Bewertungsaufschlag erlauben. Wer an die führende Rolle von Heidelberg Materials in der Dekarbonisierung und an eine Erholung der Baunachfrage glaubt, findet die Aktie nach dem Rücksetzer deutlich unter dem Rekordhoch wieder auf einem spannenden Beobachtungsniveau.

Weiterführende Quellen

Ripple XRP-ETF Boom mit 51 Mio. Zuflüssen: Chance oder Risiko?

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25.02.26 14:12 Uhr

Ripple (XRP/USD)

Wird der Ripple XRP-ETF zum Startschuss für einen neuen XRP-Boom oder entpuppt sich der Hype als teure Falle?

Wie positionieren sich Anleger vor dem Ripple XRP-ETF?

Im Vorfeld der SEC-Entscheidung zum Ripple XRP-ETF zeigt sich eine klare Positionierung professioneller Investoren. Während Bitcoin- und Ethereum-Produkte zuletzt unter Kapitalabflüssen litten, flossen allein in den ersten Februarwochen weltweit rund 51 Millionen US-Dollar in XRP-basierte Anlagevehikel. Besonders stark ist die Nachfrage in Europa: In Deutschland summierten sich die Zuflüsse auf 87,1 Millionen US-Dollar und unterstreichen das Interesse institutioneller Adressen an XRP als spekulativem Zahlungs- und Brücken-Token.

An der Börse spiegelt sich die vorsichtig optimistische Haltung in einem freundlichen Kursbild wider: **Ripple (XRPUSD)** legt auf 1,40 US-Dollar zu und gewinnt damit rund 5,1 % gegenüber dem Vortagsschluss bei 1,35 US-Dollar. Vom Rekordhoch bei 3,65 US-Dollar bleibt die Kryptowährung jedoch weiterhin mehr als 60 % entfernt – ein deutlicher Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung bisher eher eine technische Gegenbewegung in einem übergeordnet schwachen Umfeld darstellt.

Parallel dazu ist in Europa das Bitwise Physical XRP ETP in den Fokus gerückt. Das Produkt notiert mit 16,20 Euro zwar etwa 31 % unter seinem Stand zu Jahresbeginn, profitierte zuletzt aber von einer Stabilisierungstendenz und regem Handel an Regionalbörsen wie Stuttgart, Düsseldorf und Hamburg. Der Ausgang rund um den Ripple XRP-ETF dürfte auch für dieses ETP ein entscheidender Kurstreiber werden.

Wie reagiert Ripple auf Wettbewerb und Regulierung?

Ripple Labs versucht, den Rückenwind durch das mögliche ETF-Signal zu nutzen und baut sein Ökosystem weiter aus. Neben einer europäischen Zahlungslizenz setzt das Unternehmen auf technische Innovationen wie einen „Permissioned DEX“ – eine dezentrale Börse mit Zugangsbeschränkungen speziell für regulierte Finanzinstitute. Ziel ist es, XRP im institutionellen Zahlungsverkehr und bei der Tokenisierung realer Vermögenswerte zu etablieren.

Gleichzeitig wächst der Wettbewerbsdruck. Große Vermögensverwalter wie Franklin Templeton und Grayscale drängen mit eigenen Produkten in den Markt und werben mit aggressiven Gebührenmodellen um Kapital. Insgesamt summiert sich das verwaltete Vermögen in XRP-Anlageprodukten mittlerweile auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Mit der Zulassung eines Ripple XRP-ETF in den USA könnte sich dieser Wettbewerb noch deutlich verschärfen, da weitere Emittenten um Marktanteile und niedrige Gebühren rivalisieren dürften.

Strukturell bleibt jedoch die Frage, wie stark XRP tatsächlich vom operativen Erfolg des Ripple-Netzwerks profitiert. Zahlungen über Ripple Payments können auch in Fiat-Währungen abgewickelt werden, und mit der Einführung des hauseigenen Stablecoins Ripple USD (RLUSD) gibt es eine weniger volatile Alternative als Brückenwährung. Das schwächt die These, dass steigende Zahlungsvolumina automatisch in eine dauerhaft steigende XRP-Nachfrage münden.

Ripple (XRPUSD) Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Welche Kursziele setzen Banken für Ripple (XRPUSD)?

Auf Analystenseite überwiegt derzeit die Vorsicht. Standard Chartered hat ihr Kursziel für XRP bis 2026 deutlich reduziert – von zuvor 8,00 auf 2,80 US-Dollar. Die Bank begründet die Kürzung mit dem anhaltend schwierigen Marktumfeld, der schwachen Liquidität und Fragen zur langfristigen Rolle von XRP im Ripple-Ökosystem. Im Vergleich dazu nennt der Krypto-Spezialist 21Shares für denselben Zeitraum ein Ziel von 2,45 US-Dollar, sofern regulatorisch – etwa durch einen Ripple XRP-ETF – die Weichen positiv gestellt werden.

Dem gegenüber stehen skeptische Stimmen, die aus der Historie fallender Zyklen bei XRP eher weiteres Abwärtspotenzial ableiten. Aus charttechnischer Sicht gilt für das Bitwise Physical XRP ETP kurzfristig der 50-Tage-Durchschnitt bei 21,76 Euro als erste relevante Hürde nach oben. Auf der Unterseite rückt bei einem negativen SEC-Votum der Bereich rund um das 52-Wochen-Tief bei 14,11 Euro in den Blick.

Citigroup, RBC Capital Markets oder Goldman Sachs haben zuletzt zwar keine expliziten neuen XRP-Ziele veröffentlicht, doch ihre vorsichtigeren Einschätzungen zum Gesamtsegment Krypto – inklusive reduzierter Erwartungen für Bitcoin und Ethereum – schlagen mittelbar auch auf die Wahrnehmung von XRP durch. Anleger sollten die Diskrepanz zwischen bullischen ETF-Fantasien und den zurückgenommenen Langfristprognosen großer Häuser im Blick behalten.

Fazit

Bleibt die Frage, ob der Ripple XRP-ETF als Katalysator für eine nachhaltige Neubewertung oder nur für eine kurzfristige Spekulationswelle taugt. Klar ist: Die Kombination aus möglicher US-ETF-Zulassung, zunehmender institutioneller Infrastruktur und zugleich gesenkten Kurszielen macht XRP zu einem der spannendsten, aber auch riskantesten Krypto-Themen im laufenden Quartal.

Weiterführende Quellen

Intel Prognose +5,7%: Hält die KI-Rallye bis 55 Dollar?

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+5,71%
24.02.26 22:00 Uhr
Außerbörslich
46,39$
+0,58%
25.02.26 14:05 Uhr

Intel Corporation

Kann die aktuelle Intel-Rallye im KI-Boom weiterlaufen – oder prallt die Aktie am Widerstand brutal ab?

Intel Prognose: Hält die Erholung nach der Rally?

Die Aktie von Intel Corporation (INTC) legte am letzten Handelstag um 5,71 % auf 46,12 US‑Dollar zu, während der breite Markt deutlich weniger stark zulegte. Damit beendete der Chipkonzern eine fünftägige Verlustserie und setzte ein technisches Ausrufezeichen. Vorbörslich notiert die Aktie mit 46,39 Dollar leicht im Plus, was auf anhaltendes Kaufinteresse hindeutet. Charttechnisch haben die Bullen den Unterstützungsbereich um 43 bis 44 Dollar erfolgreich verteidigt – eine Zone, die viele Marktteilnehmer als Basis für ein Erholungsszenario bis rund 55 Dollar sehen. Die Intel Prognose bleibt damit kurzfristig konstruktiv, solange diese Unterstützung nicht signifikant unterschritten wird.

Rückenwind kommt vom gesamten Halbleitersegment: Der Philadelphia Semiconductor Index markierte zuletzt ein Rekordhoch, zahlreiche Branchenwerte schlossen im Plus. In diesem Umfeld konnten vor allem Intel und AMD kräftig zulegen. Während AMD mit einem zweistelligen Milliardenvolumen an KI-Aufträgen von Meta in den Schlagzeilen steht, profitiert Intel von der Einschätzung, dass der Markt für KI-Hardware groß genug für mehrere relevante Anbieter ist.

Intel: Wie stark ist der KI-Fantasie-Faktor?

Fundamental wird die Intel Prognose zunehmend von KI-Themen dominiert. Zwar steht der Konzern im Training-Geschäft klar im Schatten von Nvidia und AMD, doch im Bereich Inferenz und Rechenzentrums-Infrastruktur öffnet sich ein breites Feld. Intel hat kürzlich eine Partnerschaft mit dem KI-Chip-Startup SambaNova Systems bekannt gegeben. SambaNova sammelte in einer neuen Finanzierungsrunde 350 Millionen US‑Dollar ein und setzt dabei auf eine strategische Kooperation mit Intel, um den boomenden Markt für Inferenzchips und KI-Anwendungen zu adressieren. Für Intel ist dies ein Signal an den Markt, dass man sich im KI-Ökosystem als relevanter Partner positionieren will.

Zusätzliche Fantasie kommt aus dem Sicherheits- und Infrastruktursegment. So werden beispielsweise quantum-sichere Verschlüsselungslösungen von Arqit direkt in Intel-Umgebungen integriert, um vertrauliche Datenströme in der Cloud und in kritischen Netzen zu schützen. Auch im Speicherbereich zeigt Intel Innovationsbereitschaft: Gemeinsam mit der SoftBank-Tochter SAIMEMORY arbeitet der Konzern an Z-Angle Memory, einer potenziellen neuen Speichertechnologie mit hohem Durchsatz und geringerem Energieverbrauch, die vor allem für große KI-Modelle und Datencenter interessant ist. Diese Initiativen stärken die Wahrnehmung, dass Intel sowohl auf der CPU-, als auch auf der Infrastruktur- und Security-Seite vom KI-Trend profitieren kann.

Intel Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Intel Prognose: Was sagen Charttechnik und Analysten?

Charttechnisch konsolidiert die Aktie nach einem längerfristigen Ausbruch und bestätigt aktuell den Bereich um 43 bis 44 US‑Dollar als tragfähige Unterstützung. Solange dieses Niveau hält, sehen technisch orientierte Anleger Spielraum für eine Fortsetzung der Erholung in Richtung der jüngsten Hochs im Bereich um 55 Dollar. Damit bleibt die Intel Prognose aus technischer Sicht positiv, auch wenn Rücksetzer im volatilen KI-Umfeld jederzeit möglich sind.

Auf der institutionellen Seite zeigt sich gemischtes Bild: Vermögensverwalter wie Transatlantique Private Wealth haben jüngst neue Positionen in Intel Corporation aufgebaut, während ein Teil der Analystengilde vorsichtig bleibt. Der aktuelle Konsens liegt im Bereich „Reduce“ mit einem durchschnittlichen Kursziel um 45 bis 46 Dollar, also leicht unter dem aktuellen Kursniveau. Konkrete Häuser wie Citigroup, Goldman Sachs oder RBC Capital Markets wurden in den jüngsten Meldungen zwar nicht mit neuen Ratings zitiert, dennoch signalisiert der Konsens, dass viele Strategen den starken Wettbewerb im Chipsektor und Produktverzögerungen – etwa bei der Nova-Lake-Generation – im Blick behalten. Für risikobereite Anleger entsteht dadurch ein Spannungsfeld zwischen verhaltenen Bewertungen und wachsender KI-Fantasie.

Intel: Chancen und Risiken für Anleger

Für die weitere Intel Prognose werden mehrere Faktoren entscheidend sein. Auf der Chancen-Seite stehen die Stabilisierung des Halbleitersektors, ein weiterhin hoher Kapitalzufluss in KI-Infrastruktur sowie neue Partnerschaften im Bereich Inferenz, Speicher und Sicherheit. Sollte sich der Markt von Nvidia, AMD und anderen Schwergewichten inspirieren lassen und die Erwartung eines „Multi-Vendor“-KI-Ökosystems bestätigen, könnte Intel als Turnaround-Kandidat zusätzliche Bewertungsreserven heben.

Auf der Risiko-Seite belasten nach wie vor der technologische Rückstand in einzelnen High-End-Segmenten, mögliche Verzögerungen bei neuen Chipgenerationen sowie geopolitische Spannungen rund um die Lieferkette, insbesondere Taiwan. Zudem bleibt offen, wie schnell Intel seine Foundry-Pläne und Kapazitätsausbauten in den USA und Europa so skalieren kann, dass daraus ein struktureller Margenhebel wird. Anleger sollten diese Faktoren in ihre individuelle Intel Prognose einbeziehen und sich der erhöhten Volatilität im KI- und Chipsektor bewusst sein.

Fazit

Die Intel Prognose profitiert aktuell von einer klaren technischen Stabilisierung und neuen Impulsen aus dem KI-Ökosystem, was eine Erholung in Richtung 55 US‑Dollar grundsätzlich möglich erscheinen lässt. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein spannender, aber nicht risikofreier Turnaround-Play im Halbleitersektor, das stark von der weiteren Entwicklung der KI-Nachfrage abhängig ist. Wer einsteigt, sollte die Unterstützungszone um 43 bis 44 Dollar sowie die kommenden Branchen- und Unternehmensnews genau beobachten, um auf neue Signale für den Trendverlauf schnell reagieren zu können.

Weiterführende Quellen

NVIDIA Quartal im KI-Stresstest: 68% Umsatzsprung und Margen-Boom

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NVIDIA

Wird das kommende NVIDIA Quartal den KI-Boom weiter befeuern oder erstmals Risse im Hype sichtbar machen?

NVIDIA Quartal als Stresstest für den KI-Hype?

Das anstehende NVIDIA Quartal gilt als einer der wichtigsten Events dieser Berichtssaison. Die Wall Street rechnet mit einem Umsatzsprung um etwa 67 bis 68 % auf rund 65 bis 66 Milliarden Dollar und einem Gewinnanstieg je Aktie um über 70 % auf etwa 1,53 Dollar. Einige Häuser wie Goldman Sachs erwarten sogar Umsätze jenseits von 67 Milliarden Dollar. Parallel wird ein massiver Zuwachs des freien Cashflows von über 100 % gegenüber dem Vorjahr erwartet.

Damit ist die Messlatte enorm hoch: NVIDIA hat die Schätzungen in den vergangenen Quartalen fast schon rituell übertroffen, die Buy-Side-Flüsterschätzungen liegen deutlich über dem offiziellen Konsens. Optionen-Händler preisen laut Reuters dennoch die geringste erwartete Kursbewegung nach Zahlen seit drei Jahren ein – ein Hinweis darauf, dass viele Profis eher mit einer kontrollierten Reaktion als mit einem „Event-Trade“ wie in früheren Hype-Phasen rechnen.

Für zusätzliche Nervosität sorgt, dass Technologie- und speziell KI-Aktien 2026 schwächer in das Jahr gestartet sind. Reuters verweist auf eine wachsende Skepsis gegenüber hoch bewerteten Tech-Titeln, während andere Sektoren Kapital anziehen. NVIDIA steht damit im Zentrum der Frage, ob der KI-Investitionszyklus seinen Schrecken für den Gesamtmarkt verliert oder eine neue Welle der Euphorie auslöst.

NVIDIA: Erwartungen an Wachstum, Margen und China

Im Fokus des heutigen Berichts stehen drei Kennzahlenblöcke. Erstens: das Umsatzwachstum im Datacenter-Geschäft, das weiterhin den Großteil des Konzernumsatzes trägt. Nach zuletzt über 60 % Wachstum im Vorquartal erwarten Anleger, dass die Nachfrage der Hyperscaler wie Meta, Microsoft und Amazon hoch bleibt und die Pipeline von über 500 Milliarden Dollar an Aufträgen für die kommenden Quartale bestätigt wird.

Zweitens: die Bruttomarge. Analysten rechnen mit GAAP-Bruttomargen um 74 bis 76 %. Fällt der Ausblick für das nächste NVIDIA Quartal und das neue Fiskaljahr hier deutlich schwächer aus, wäre das ein klares Signal, dass der extreme Chip-Engpass nachlässt oder Preisdruck durch AMD und eigene Lösungen der „Magnificent Seven“ zunimmt. Bleiben die Margen dagegen im hohen 70er-Bereich, wäre das ein starkes Indiz dafür, dass NVIDIA weiterhin enorme Pricing Power besitzt.

Drittens: der China-Komplex. Die US-Regierung hat den Export leistungsstarker KI-Chips zuletzt strenger reguliert, zugleich werden erste Lieferungen des H200 nach China diskutiert. Anleger achten auf präzise Aussagen von CEO Jensen Huang zur tatsächlichen Nachfrage, zu Freigaben der chinesischen Behörden und zu möglichen Umgehungsrisiken über Drittstaaten. Jede Klärung könnte die Wahrnehmung regulatorischer Risiken im kommenden NVIDIA Quartal maßgeblich beeinflussen.

NVIDIA Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

NVIDIA und der KI-Markt: Wie hoch sind die Erwartungen?

Auch jenseits der reinen Zahlen ist das NVIDIA Quartal ein Seismograph für den gesamten KI-Sektor. Neue Produkte wie die Vera-Rubin-Plattform und der Ausbau der Blackwell-Architektur sollen laut Unternehmensguidance einen weiteren Sprung bei Rechenleistung und Speicherbandbreite bringen. Entscheidend ist, ob NVIDIA konkrete Zeitpläne, Vorbestellungen und CapEx-Verpflichtungen großer Kunden nennt – insbesondere der jüngst vertieften Partnerschaft mit Meta.

Gleichzeitig baut NVIDIA seine Rolle in der „Physical AI“ aus: Beteiligungen wie an Wayve im Bereich autonomes Fahren zeigen, dass das Unternehmen nicht nur Rechenzentren, sondern auch Robotik und Mobilität adressiert. Für viele Analysten ist dieser Bereich noch nicht vollständig im Kurs eingepreist und könnte im Ausblick über das anstehende NVIDIA Quartal hinaus eine wichtige Wachstumsstory werden.

Auf der Investorenseite bleibt der Rückenwind robust: MarketBeat meldet deutliche Positionsaufstockungen großer Adressen wie Principal Financial Group und Prostatis Group, während Analysten im Schnitt überwiegend Kaufempfehlungen und Kursziele um 245 bis 270 Dollar ausgeben. Citigroup, UBS und andere Häuser betonen die zentrale Rolle von NVIDIA als „Must-Own“ im globalen KI-Infrastrukturtrend, warnen aber gleichzeitig vor der Gefahr eines „Sell on News“, falls der Ausblick nicht noch einmal nach oben angepasst wird.

Gleichzeitig bleibt die Bewertung Thema: Trotz der Konsolidierung seit Oktober handelt die Aktie mit einem Forward-KGV im hohen 20er-Bereich und ist damit zwar deutlich günstiger als in der Spitze, aber immer noch anfällig für Enttäuschungen, falls das Umsatzwachstum im nächsten NVIDIA Quartal sichtbar nachlässt.

NVIDIA ist dazu verdammt, die Erwartungen zu übertreffen – jede kleine Enttäuschung könnte weit über die eigene Aktie hinaus Wellen im Markt schlagen.
— Christian Henke, IG Markets

Fazit

Das heutige NVIDIA Quartal ist mehr als eine weitere Zahlenvorlage – es ist ein Stimmungstest für den gesamten KI-Boom. Gelingt es Jensen Huang, die ohnehin hohen Erwartungen bei Umsatz, Margen und Ausblick zu übertreffen, könnte die Aktie ihre Seitwärtsphase beenden und den Sektor erneut anführen. Für Anleger bleibt NVIDIA damit ein Schlüsselwert, dessen Entwicklung in den kommenden Quartalen maßgeblich mitbestimmen wird, ob KI-Fantasie in dauerhaftes Gewinnwachstum übersetzt werden kann.

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E.ON Investitionsprogramm über 48 Mrd.: Chance für Anleger?

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25.02.26 13:23 Uhr

E.ON SE

Rechtfertigt das aufgebohrte E.ON Investitionsprogramm den Kursanstieg – oder unterschätzen Anleger die Risiken im Netzgeschäft?

E.ON SE: Was steckt hinter dem größeren E.ON Investitionsprogramm?

E.ON SE hat sein bereits ambitioniertes Investitionsziel weiter nach oben geschraubt. Für den Zeitraum 2026 bis 2030 sieht das neue E.ON Investitionsprogramm nun Aufwendungen von insgesamt 48 Milliarden Euro vor, nachdem zuvor für 2024 bis 2028 rund 43 Milliarden Euro geplant waren. Etwa 40 Milliarden Euro davon sollen in das Strom-Verteilnetz fließen, das Rückgrat der Energiewende in Deutschland und Europa.

CEO Leonhard Birnbaum betont, dass der Netzausbau der entscheidende Flaschenhals der Transformation sei. Der Konzern reagiert damit auch auf den steigenden Strombedarf durch KI-Rechenzentren, Elektromobilität und Wärmepumpen. Schon heute speisen rund 70 % der landbasierten Windkraftleistung und fast die Hälfte der Photovoltaik-Kapazitäten in Deutschland in Netze von E.ON ein, insgesamt inzwischen rund 110 Gigawatt.

Die Bilanz lässt nach Unternehmensangaben zusätzlich 5 bis 10 Milliarden Euro finanziellen Spielraum für weiteres Wachstum. Herzstück bleibt jedoch das regulierte Netzgeschäft, das über drei Viertel des operativen Ergebnisses beisteuert und im Zentrum des E.ON Investitionsprogramms steht.

E.ON SE: Wie liefen Ergebnis und Dividende 2025?

Operativ blickt E.ON SE auf ein starkes Geschäftsjahr 2025 zurück. Das bereinigte Konzern-EBITDA stieg um 9 % auf 9,8 Milliarden Euro und erreichte damit das obere Ende der Prognose. Der bereinigte Konzernüberschuss legte auf 3,0 Milliarden Euro zu, was einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 1,16 Euro entspricht. Treiber war vor allem der Bereich Energy Networks, dessen bereinigtes EBITDA um 12 % auf 7,7 Milliarden Euro zulegte.

Parallel dazu erhöhte der Versorger seine Gesamtinvestitionen von 7,5 auf 8,5 Milliarden Euro, davon 7,0 Milliarden Euro im Netzbereich – ein Plus von 20 %. Unterm Strich sank der berichtete Konzerngewinn zwar aufgrund nicht-operativer Effekte aus Derivaten deutlich auf 1,7 Milliarden Euro, für die Dividendenpolitik bleibt der bereinigte Überschuss aber maßgeblich.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Erhöhung der Dividende von 0,55 auf 0,57 Euro je Aktie vor. Beim aktuellen Kurs von rund 19,14 Euro ergibt sich damit eine Dividendenrendite von gut 3 %. Finanzchefin Nadia Jakobi verweist darauf, dass die robusten Cashflows die Basis für das ausgeweitete E.ON Investitionsprogramm bilden.

E.ON SE Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

E.ON SE: Wie reagiert die Börse auf Zahlen und Ausblick?

An der Börse schwankte die Aktie von E.ON SE am Mittwoch zunächst deutlich, drehte im Verlauf aber ins Plus. Mit aktuell rund 19,14 Euro notiert das Papier etwa 2,1 % über dem Vortag und in der Nähe des 52‑Wochenthochs von 19,33 Euro. Bereits am Dienstag hatte die Aktie mit 19,03 Euro zeitweise den höchsten Stand seit 2012 erreicht, seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf fast 15 %.

Analysten loben die Resultate 2025, zeigen sich beim Ausblick jedoch verhaltener. JPMorgan-Analyst Pavan Mahbubani bezeichnet die operativen Zahlen als solide, wertet die für 2030 gesetzten Ziele aber als eher enttäuschend. Das neue E.ON Investitionsprogramm entspreche seinem Negativszenario und deute auf eine begrenzte Beschleunigung nach 2028 hin, solange die Rahmenbedingungen der nächsten Regulierungsperiode in Deutschland noch nicht endgültig feststehen.

Auch Jefferies-Analyst Ahmed Farman stuft die Neuigkeiten als „wie erwartet bis leicht negativ“ ein und verweist auf den bereits starken Kurslauf. Dagegen sehen andere Experten die mittelfristige Planung im Rahmen der Erwartungen. Branchenweit gelten Versorger wie E.ON in dem aktuell unsicheren Marktumfeld als vergleichsweise defensive „sichere Häfen“.

E.ON Investitionsprogramm: Was bedeutet der Ausblick für Anleger?

Für 2026 strebt E.ON SE ein bereinigtes EBITDA von 9,4 bis 9,6 Milliarden Euro an. Auf bereinigter Basis wäre das im schlechtesten Fall stabil gegenüber 2025. Der bereinigte Konzernüberschuss soll zwischen 2,7 und 2,9 Milliarden Euro liegen. Die Vergleichswerte wurden hierfür um temporäre regulatorische Effekte im Netzgeschäft bereinigt, um die operative Entwicklung klarer erkennen zu lassen. Die Investitionen sollen 2026 leicht auf 8,7 Milliarden Euro steigen.

Langfristig zielt das E.ON Investitionsprogramm bis 2030 auf ein bereinigtes EBITDA von rund 13 Milliarden Euro und einen bereinigten Überschuss von etwa 3,8 Milliarden Euro. Entscheidend ist dabei eine aus Sicht des Unternehmens „angemessene Regulierung“, über die E.ON nach eigenen Angaben in konstruktiven Gesprächen mit der Bundesnetzagentur steht.

Unsere guten finanziellen Ergebnisse sind die Voraussetzung für diese Investitionen.
— Nadia Jakobi, CFO E.ON SE

Fazit

Für Anleger bedeutet das Paket aus wachsendem Netzgeschäft, planbaren Regulierungsrenditen und moderat steigender Dividende ein klar defensiv geprägtes Investmentprofil. Wer an eine stabile Regulierung und den fortgesetzten Ausbau der Stromnetze glaubt, findet im E.ON Investitionsprogramm einen strukturellen Hebel auf die Energiewende, muss jedoch mögliche Anpassungen durch Behörden und die konservative Zielführung des Managements im Blick behalten.

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Lucid Quartal: Umsatzsprung von 123% trifft Verlust-Boom

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Lucid Group, Inc.

Kann das aktuelle Lucid Quartal mit starkem Umsatzsprung die massiven Verluste und den hohen Cashburn wirklich überschatten?

Lucid Group: Was zeigt das aktuelle Quartal?

Lucid Group, Inc. hat im jüngsten Lucid Quartal tiefrote Zahlen, aber zugleich beeindruckende Wachstumsraten vorgelegt. Der bereinigte EBITDA-Verlust im vierten Quartal lag bei rund 874 Millionen US-Dollar, deutlich schlechter als von Analysten erwartet. Auf Jahressicht summierte sich der Verlust 2025 auf 2,7 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 12,09 US-Dollar je Aktie, in etwa auf dem hohen Niveau des Vorjahres.

Auf der Umsatzseite kann das Lucid Quartal dagegen überzeugen: Der Q4-Umsatz stieg um 123 % auf 522,7 Millionen US-Dollar und übertraf die Markterwartungen von gut 468 Millionen US-Dollar klar. Für das Gesamtjahr 2025 legten die Erlöse um 68 % auf 1,35 Milliarden US-Dollar zu. Ausgeliefert wurden 2025 15.841 Fahrzeuge, ein Plus von 55 % gegenüber 2024; die Produktion von 17.840 Einheiten lag nur knapp unter der internen Zielgröße, da einige Fahrzeuge Validierungsprozesse nicht rechtzeitig durchliefen.

An der Börse bleibt die Reaktion gemischt: Während die Aktie im regulären Handel an der Nasdaq bei 9,92 US-Dollar knapp über 5 % zulegt, fällt sie nachbörslich wieder auf etwa 9,45 US-Dollar zurück. Vorbörslich notiert LCID bei 9,54 US-Dollar, was einem leichten Abschlag von rund 3,8 % entspricht und die anhaltende Skepsis der Investoren widerspiegelt.

Lucid Group: Reicht die Liquidität bis 2027?

Um das anhaltende Cash-Burning zu finanzieren, betont Lucid Group, Inc. ihre solide Liquiditätsposition. Zum Jahresende 2025 standen dem Unternehmen rund 4,6 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln zur Verfügung. Das Management geht davon aus, dass diese Mittel den operativen Betrieb bis in die erste Jahreshälfte 2027 sichern können. Gleichzeitig lässt der Finanzvorstand durchblicken, dass zusätzliche Kapitalmaßnahmen – etwa weitere Aktienplatzierungen – perspektivisch möglich bleiben.

Ein wichtiger Rückhalt ist der saudi-arabische Staatsfonds PIF, der als Großaktionär mit enormer Finanzkraft gilt und bereits mehrfach Kapital bereitgestellt hat. Zusätzlich hat Lucid ein Prospekt zur Registrierung von 69,1 Millionen bestehenden Aktien für den Wiederverkauf durch strategische Investoren eingereicht. Dabei handelt es sich nicht um eine Verwässerung durch neue Aktien, sondern um die Erfüllung vertraglicher Zusagen gegenüber Partnern wie Ayar Third Investment Company und einer Uber-Tochtergesellschaft.

Auf der Kostenseite reagiert das Management mit einem umfassenden Sparprogramm. Rund 12 % der US-Belegschaft werden abgebaut, ausgenommen sind Mitarbeiter in der direkten Produktion. Interim-CEO Marc Winterhoff sieht darin eine einmalige strukturelle Anpassung, die über drei Jahre rund 500 Millionen US-Dollar Einsparungen bringen und die Bruttomargen verbessern soll.

Lucid Group, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Lucid Group: Wie ambitioniert sind die Produktionsziele?

Im Zentrum der Investmentstory nach dem aktuellen Lucid Quartal stehen die geplanten Produktionssteigerungen. Für das Jahr 2026 peilt Lucid Group, Inc. eine Produktion von 25.000 bis 27.000 Fahrzeugen an. Gegenüber 2025 entspricht das einem Plus von etwa 40 % bis 51 %. Zwar lagen die ursprünglichen internen Ziele höher, Winterhoff betont jedoch eine bewusst konservativere Planung, um die Prognosen auch tatsächlich erfüllen zu können.

Treiber dieser Offensive soll vor allem der neue SUV Lucid Gravity sein, der 2026 den Großteil von Produktion und Absatz stellen soll. Parallel bleibt die Limousine Lucid Air ein wichtiges Umsatzstandbein. Gegen Jahresende 2026 plant der Konzern zusätzlich eine Mittelklasse-Plattform unterhalb von 50.000 US-Dollar, die perspektivisch das Volumensegment adressieren soll – im Übergangsjahr 2026 aber noch keinen großen Beitrag zur Gesamtproduktion leisten dürfte.

Darüber hinaus arbeitet Lucid an Robotaxi-Konzepten und Autonomie-Plattformen mit Partnern. Diese sollen langfristig neue Ertragssäulen schaffen, werden in den kommenden Quartalen aber vor allem Forschungs- und Investitionsaufwand verursachen, ohne kurzfristig die Stückzahlen spürbar anzuheben.

Lucid Quartal: Was bedeutet das für die Aktie?

Das Lucid Quartal unterstreicht das typische Profil eines wachstumsstarken, aber verlustreichen E-Mobilitätswerts. Umsatz und Auslieferungen wachsen kräftig, doch der hohe EBITDA-Verlust von 874 Millionen US-Dollar zeigt, dass der Weg zur Profitabilität noch weit ist. Der Aktienkurs von LCID hat in den vergangenen zwölf Monaten deutlich nachgegeben und liegt aktuell mit 9,92 US-Dollar deutlich unter früheren Hochs, wenngleich das Tagesplus von gut 5 % eine gewisse Erleichterung signalisiert.

Analystenhäuser wie Citigroup, RBC Capital Markets, Goldman Sachs oder Morgan Stanley beobachten insbesondere, ob Lucid seine Produktionsziele von 25.000 bis 27.000 Fahrzeugen im Jahr 2026 erreichen und gleichzeitig den Cash-Burn reduzieren kann. Entscheidend wird sein, ob der Ramp-up des Gravity-SUV tatsächlich die Fixkosten pro Fahrzeug spürbar senkt und die Bruttomargen verbessert.

Fazit

Am 12. März 2026 will das Management auf einem Investorentag in New York die mittelfristige Wachstumsstrategie, Fortschritte bei der Profitabilität und Details zur Mittelklasse-Plattform vorstellen. Für Anleger bleibt das Chance-Risiko-Profil damit polarisiert: Gelingt der operative Durchbruch, könnte das nächste Lucid Quartal zu einer Neubewertung führen; bleiben Verluste und Kapitalbedarf hoch, drohen weitere Kursschwächephasen.

Weiterführende Quellen