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Microsoft Cloudregulierung +3%: Datengrenze, KI-Boom und Kartellrisiken

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25.02.26 21:37 Uhr

Microsoft

Wird die Microsoft Cloudregulierung zum Wachstumsturbo für KI – oder zum Bremsklotz in Europa und Japan?

Microsoft: Wie stark ist der KI- und Cloud-Motor?

Die Aktie von Microsoft legt heute um rund 3 % auf 400,73 US-Dollar zu und erholt sich damit weiter von der Korrektur der vergangenen Wochen. Vom 52-Wochen-Hoch ist der Titel zwar noch ein Stück entfernt, doch mehrere Marktteilnehmer sehen bei dem Software- und Cloud-Schwergewicht eine Bodenbildung. Analysten erwarten eine Gegenbewegung in Richtung 550 bis 600 US-Dollar, sobald sich die vollen Effekte der massiven KI-Investitionen ab dem zweiten und dritten Quartal 2026 in den Zahlen niederschlagen.

Der Konzern gilt als einer der wichtigsten Hyperscaler weltweit und steckt Milliarden in neue Rechenzentren, insbesondere in KI-Infrastruktur. Ein Fokus liegt auf dem Gesundheitssektor, etwa mit einem neuen Medizinzentrum in Texas, das mithilfe generativer KI die Diagnostik und Medikamentenentwicklung beschleunigen soll. Parallel investiert Microsoft in Ökosysteme, etwa über ein großes Engagement beim britischen Robotaxi-Startup Wayve, das autonome Fahrsoftware global skalieren will. Diese Wachstumsstory ist jedoch untrennbar mit Fragen der Microsoft Cloudregulierung verknüpft.

Microsoft Cloudregulierung: Was plant Europa?

Auf seiner „AI Tour“ betont Konzernchef Satya Nadella in München und London, dass europäische Kundendaten künftig auf Wunsch ausschließlich in europäischen Rechenzentren verarbeitet und gespeichert werden sollen. Kern des Versprechens ist eine „europäische Datengrenze“, mit der Microsoft Politik und Unternehmen mehr Souveränität zusichert. Kunden sollen ihre Daten in separaten, von globalen Strukturen abgetrennten Cloud-Umgebungen halten können, inklusive starker Verschlüsselung und privater Clouds.

Zugleich öffnet der Konzern seinen bisher nur cloudbasierten KI-Entwicklungsdienst „Foundry“ für lokale Systeme. Damit reagiert Microsoft Corporation auf die Sorge, dass kritische Anwendungen – von der Verwaltung bis zur Industrieproduktion – nicht vollständig von US-zentrierten Strukturen abhängig sein sollen. Deutschland-Chefin Agnes Heftberger verweist auf Kontrollmechanismen in Public-Cloud-Angeboten und Partnerschaften im Bereich Cybersicherheit als weitere Bausteine der Microsoft Cloudregulierung in Europa.

Ein Balanceakt bleibt bestehen: Nadella betont, dass eine souveräne Cloud ohne Zugriff auf globale Bedrohungsdaten zur Cyberabwehr eine „massive Verwundbarkeit“ wäre. Damit versucht Microsoft, nationale Souveränitätsanforderungen mit der Notwendigkeit global vernetzter Sicherheitsanalysen zu verbinden – ein zentraler Konfliktpunkt in der Diskussion um künftige Cloud-Regeln.

Microsoft Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Microsoft: Kartellrisiken in Japans Cloud-Markt?

Während Europa über Datenhoheit diskutiert, steht in Japan der Wettbewerb im Mittelpunkt der Microsoft Cloudregulierung. Die japanische Fair Trade Commission untersucht, ob Microsoft lokale Kunden faktisch daran gehindert hat, konkurrierende Cloud-Dienste zu nutzen. Im Raum steht der Vorwurf, eigene oder Drittsoftware könne nur eingeschränkt auf Plattformen jenseits von Azure betrieben werden. Ermittler haben dazu das Tokioter Büro von Microsoft Japan durchsucht; der Konzern betont, man kooperiere vollumfänglich.

Japan ist ein Schlüsselmarkt im globalen Cloud- und KI-Boom. Große Industriegruppen und Banken treiben dort die Nachfrage nach skalierbaren Infrastrukturen, während US-Konzerne wie Microsoft, Amazon und Alphabet um Marktanteile ringen. Marktforscher erwarten, dass sich der japanische Cloud-Markt bis 2029 nahezu verdoppelt und ein dreistelliges Milliardenvolumen erreicht. Vor diesem Hintergrund signalisiert die Behörde, dass sie – im Einklang mit internationalen Tendenzen – stärker gegen potenziellen Machtmissbrauch der Hyperscaler vorgehen will.

Für Microsoft Corporation könnte ein schärfer reguliertes Umfeld in Japan nicht nur Vertragsklauseln, sondern auch die technische Interoperabilität von Azure-Diensten betreffen. Der Konzern muss damit rechnen, dass die laufende Kartellprüfung zum Präzedenzfall für künftige Auflagen in anderen asiatischen Märkten wird und damit die globale Diskussion um die Microsoft Cloudregulierung zusätzlich anheizt.

Microsoft: Wie bewerten Analysten die Risiken?

Trotz regulatorischer Unsicherheiten bleibt der Tech-Riese bei vielen Häusern ein Favorit. Morgan Stanley sieht KI-getriebene Marktverwerfungen als Chance für Stockpicker und zählt Microsoft klar zu den Profiteuren mit starker Preissetzungsmacht im Software- und Cloudgeschäft. Citigroup und RBC Capital Markets stufen die Aktie mehrheitlich mit „Buy“-Ratings ein und verweisen auf die hohe Visibilität der Cloud-Umsätze sowie die enge Kooperation mit OpenAI als Wachstumstreiber für Azure.

Mehrere Research-Häuser sehen Kursziele um 590 bis 600 US-Dollar und damit deutliches Aufwärtspotenzial vom aktuellen Niveau. Zwar mahnen Strategen wie Michael Hartnett von Bank of America, die enormen KI-Capex-Budgets der Hyperscaler kritisch zu hinterfragen, doch der Konsens bleibt positiv: Microsoft gilt als einer der wenigen Player, die die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur über breite Plattformeffekte – von Office über Dynamics bis zur Gaming-Sparte – monetarisieren können.

Für Anleger rückt damit die Frage in den Fokus, ob der jüngste Kursrückgang vor allem Bewertungsnormalisierung und KI-Skepsis widerspiegelt oder ob regulatorische Eingriffe die Margen ernsthaft belasten könnten. Die bisherigen Signale deuten darauf hin, dass der Markt die Microsoft Cloudregulierung eher als handhabbares Risiko denn als strukturelle Bedrohung einpreist.

Fazit

Unterm Strich zeigt sich Microsoft Corporation in einem Spannungsfeld aus aggressiver KI-Offensive und zunehmender Microsoft Cloudregulierung in Schlüsselmärkten. Die Zusage einer europäischen Datengrenze und die Kooperation mit Kartellbehörden wie in Japan sollen Vertrauen schaffen, ohne das Wachstum von Azure und KI-Diensten auszubremsen. Gelingt dieser Balanceakt, könnte die Kombination aus wieder anziehender Aktie und strukturellem KI-Wachstum für langfristig orientierte Anleger weiterhin attraktiv bleiben.

Weiterführende Quellen

Coinbase Expansion +13,9%: Boom durch kostenlosen Aktienhandel

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25.02.26 20:20 Uhr

Coinbase

Wird die Coinbase Expansion zum Gamechanger, der Krypto-Börsen, Neo-Broker und Shortseller gleichzeitig unter Druck setzt?

Coinbase Expansion: Was steckt hinter dem Schritt?

Coinbase Global, Inc. hat für US-Nutzer den provisionsfreien Handel mit Aktien und ETFs freigeschaltet. Anleger können damit innerhalb derselben App sowohl klassische Aktien als auch Kryptowährungen handeln, ohne zusätzliche Gebühren für den Wertpapierhandel zu zahlen. Diese Coinbase Expansion zielt klar darauf ab, die Plattform als „Everything-Exchange“ zu positionieren, auf der traditionelle und digitale Anlageklassen zusammenlaufen.

Ein interessantes Detail: Aktienkurse, etwa bei Yahoo Finance, werden direkt mit der Handelsoberfläche von Coinbase Global, Inc. verknüpft. Wer sich also Kursdaten anschaut, kann mit wenigen Klicks ein tokenisiertes oder klassisches Exposure aufbauen. Damit verschiebt sich der Wettbewerb für Neo-Broker und etablierte Online-Banken, denn Coinbase verbindet Provisionsfreiheit im Aktienhandel mit einem breiten Krypto-Angebot und einem starken Fokus auf mobile Nutzer.

Gleichzeitig versucht das Unternehmen, über Bonusprogramme wie Lern-Belohnungen von bis zu 400 US‑Dollar und BTC-Gutschriften von 30 Euro für Neukunden zusätzliche Nutzer auf die Plattform zu ziehen. Diese Maßnahmen flankieren die Coinbase Expansion und sollen das Ökosystem aus Krypto-Assets, Aktien und ETFs organisch wachsen lassen.

Coinbase: Kursrallye trotz Short-Spekulationen?

Am Markt sorgt die Aktie von Coinbase Global, Inc. für Gesprächsstoff. Mit einem aktuellen Kurs von 184,57 US‑Dollar nach 162,03 US‑Dollar am Vortag ergibt sich ein Tagesplus von 13,95 %. Gleichzeitig gehört Coinbase zu den am stärksten leerverkauften Titeln im Krypto-Sektor und rangiert in den USA auf Platz 4 der größten Short-Positionen. Dieses hohe Short-Interesse nährt Spekulationen über einen möglichen Short-Squeeze, sollte der positive Newsflow anhalten.

Hinzu kommt: Der Bitcoin Coinbase Premium Index ist wieder ins Plus gedreht, während Bitcoin-ETFs Zuflüsse in Höhe von rund 258 Millionen US‑Dollar verzeichnen. Steigende ETF-Zuflüsse und ein positiver Premium-Index deuten auf eine kräftige Nachfrage institutioneller und professioneller Investoren hin. Davon profitiert Coinbase Global, Inc. als größter Kryptobörsenanbieter in den USA, insbesondere für Großinstitutionelle und Vermögensverwalter.

Parallel wird mit strukturierten Produkten wie Discount-Optionsscheinen auf Coinbase spekuliert. Ein Beispiel sind Scheine mit Cap-Bereichen um 155 US‑Dollar, die durch den Anstieg des Basiswerts wieder „im Geld“ notieren und Maximalrenditen von bis zu 60 % in Aussicht stellen. Solche Produkte verstärken den Hebeleffekt, falls sich ein Short-Squeeze tatsächlich materialisiert.

Coinbase Global, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Coinbase Global, Inc.: Profit von Circle und Regulierung?

Abseits des direkten Handelsgeschäfts profitiert Coinbase Global, Inc. von seiner engen Verflechtung mit dem Stablecoin-Spezialisten Circle. Coinbase hält einen Eigenkapitalanteil an Circle und ist nach eigenen Angaben an bis zu 50 % der Umsätze beteiligt. Hintergrund: Wächst das Stablecoin-Volumen – etwa durch regulatorische Initiativen wie den viel diskutierten „Genius Act“ in den USA – steigen Zinserträge und Transaktionsvolumen, von denen Coinbase unmittelbar partizipiert.

Zusätzlich punktet der Konzern mit seiner regulatorischen Einbindung in den USA. Als von der SEC beaufsichtigter Handelsplatz positioniert sich Coinbase Global, Inc. ausdrücklich als sicherer Anbieter für große Volumina und institutionelle Orders. Das könnte sich in einem Umfeld auszahlen, in dem traditionelle Finanzakteure nach regulierten Onramps in den Kryptomarkt suchen.

Die Coinbase Expansion in Richtung provisionsfreiem Aktienhandel verstärkt diesen Effekt: Institutionelle und Retail-Kunden können künftig sowohl Krypto als auch Aktien über eine regulierte Infrastruktur abwickeln, ohne zwischen verschiedenen Brokern und Börsen wechseln zu müssen.

Wie ordnen Analysten die Coinbase Expansion ein?

Für Analysten ist die Coinbase Expansion ein weiterer Beleg dafür, dass die Plattform sich zu einem universellen Finanzmarktplatz entwickelt. Häuser wie Goldman Sachs, Citigroup oder RBC Capital Markets verfolgen dabei vor allem zwei Hebel: zum einen die Hebelwirkung eines anziehenden Bitcoin-Kurses auf Handelsvolumen und Gebühren, zum anderen die Diversifizierung der Ertragsbasis durch Aktienhandel, Stablecoin-Erträge und institutionelle Dienstleistungen.

Während konkrete Kursziele aktuell stark schwanken, hängt die Bewertung von Coinbase Global, Inc. im Kern an der Frage, ob sich der jüngste Krypto-Comeback-Trend verfestigt. Bleibt der Bitcoin-Preis hoch und sorgen weitere ETF-Zuflüsse für Dynamik, könnte das hohe Short-Interesse zusätzlichen Kaufdruck auslösen. In diesem Szenario wäre die Coinbase Expansion ein Katalysator für ein strukturell größeres Geschäftsvolumen, das sich nicht mehr nur auf Krypto, sondern auf das gesamte Spektrum handelbarer Assets stützt.

Umgekehrt bleibt das Risiko: Dreht der Krypto-Markt erneut in einen Bärenmodus, dürfte auch die Handelsaktivität nachlassen – trotz provisionsfreiem Aktienhandel.

„Coinbase entwickelt sich Schritt für Schritt zur Everything-Exchange, auf der Aktien, ETFs und Krypto in einer regulierten Umgebung zusammenlaufen.“
— Marktbeobachter eines US-Investmenthauses

Fazit

Die aktuelle Coinbase Expansion zum provisionsfreien Aktien- und ETF-Handel fällt in eine Phase, in der sich das Sentiment im Kryptomarkt spürbar aufhellt und die Coinbase-Aktie deutlich zulegt. Für Anleger eröffnet die Kombination aus wachsendem Krypto-Geschäft, Beteiligung an Circle und neuer Aktienhandels-Offensive ein spannendes, aber volatilitätsreiches Setup. Wer vom möglichen Krypto-Comeback und einer weiteren Coinbase Expansion profitieren will, sollte Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sorgfältig gegeneinander abwägen.

Weiterführende Quellen

Circle Quartal mit 77% Umsatzsprung: Wie stark ist der Profit-Boom?

Kann das starke Circle Quartal mit USDC-Boom und Profit-Sprung die Aktie nachhaltig in eine neue Bewertungszone heben?

Wie stark war das Circle Quartal wirklich?

Im jüngsten Circle Quartal, also dem vierten Quartal 2025, steigerte Circle Internet Group den Gesamtumsatz inklusive Reserveerträgen um 77 % auf 770 Millionen US‑Dollar. Die Erwartungen der Analysten lagen zuvor bei rund 747 bis 748 Millionen US‑Dollar, sodass das Unternehmen klar über den Konsens hinausschoss. Beim Ergebnis je Aktie erzielte Circle 0,43 US‑Dollar – fast das Dreifache der prognostizierten 0,16 US‑Dollar.

Auch operativ setzte der Stablecoin-Spezialist ein Ausrufezeichen: Das bereinigte EBITDA kletterte auf 167 Millionen US‑Dollar und lag damit rund 412 % über dem Vorjahreswert. Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte beeindruckende 54 %, was die hohe Profitabilität des auf Reservenerträgen und Zahlungsgebühren basierenden Geschäftsmodells unterstreicht. Unterm Strich stand im Quartal ein Nettogewinn von 133,4 Millionen US‑Dollar.

Im Gesamtjahr 2025 kam Circle auf einen Umsatz von 2,7 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 64 % gegenüber dem Vorjahr. Obwohl ein Nettoverlust von 70 Millionen US‑Dollar ausgewiesen wurde, resultiert dieser im Wesentlichen aus aktienbasierten Vergütungen in Höhe von 424 Millionen US‑Dollar im Zusammenhang mit dem Börsengang im vergangenen Jahr. Operativ blieb das Unternehmen mit rund 157 Millionen US‑Dollar positiv.

Circle Internet Group: Wie treibt USDC das Wachstum?

Herzstück des Geschäfts im Circle Quartal ist der Stablecoin USD Coin (USDC). Der im Umlauf befindliche USDC-Bestand stieg im Jahresvergleich um 72 % auf 75,3 Milliarden US‑Dollar. Auf der eigenen Plattform vervielfachte sich das USDC-Volumen sogar um das 5,6‑Fache auf 12,5 Milliarden US‑Dollar, was nun 17 % des gesamten Umlaufs ausmacht.

Besonders dynamisch entwickelte sich das Onchain-Transaktionsvolumen: Mit fast 11,9 bis knapp 12 Billionen US‑Dollar im Quartal verzeichnete Circle ein Wachstum von 247 % gegenüber dem Vorjahr. Das signalisiert eine deutlich wachsende Nutzung des „digitalen Dollars“ für Zahlungen, Handel und dezentrale Finanzanwendungen. Parallel dazu legte auch der in Euro denominierte Stablecoin EURC kräftig zu, dessen Umlauf sich im Jahresvergleich auf 310 Millionen Euro fast vervierfachte und bis Februar bereits auf 389 Millionen Euro weitergestiegen ist.

Wichtige Wachstumstreiber sind zudem neue Partnerschaften im Zahlungsverkehr. Über das Circle Payments Network sind inzwischen 55 Finanzinstitute angebunden, nach 29 im Vorquartal. Das annualisierte Zahlungsvolumen lag Ende Februar bei 5,7 Milliarden US‑Dollar, was einem sequenziellen Wachstum von 68 % entspricht. Namen wie Visa, Mastercard, JPMorgan, Interactive Brokers, Intuit, Cash App, Gusto und Deel setzen bereits auf USDC-basierte Produkte.

Wie reagiert die Börse auf das starke Circle Quartal?

Die starken Kennzahlen bleiben an der Börse nicht unbemerkt. Die Aktie der Circle Internet Group (CRCL) steigt im vorbörslichen Handel zunächst um rund 14 bis 18 % und legt nach Eröffnung der New York Stock Exchange zeitweise mehr als 20 % zu. Zwischenzeitlich klettert der Kurs auf etwa 73 bis 74 US‑Dollar, nachdem die Aktie tags zuvor noch um 71 US‑Dollar notierte.

Marktbeobachter werten insbesondere die Fähigkeit positiv, das stark zunehmende USDC-Volumen in profitables Wachstum zu übersetzen. Das Unternehmen profitiert von einem regulatorisch stabileren Umfeld für Stablecoins, unter anderem durch den im vergangenen Jahr verabschiedeten Genius Act in den USA. Trotz der zwischenzeitlichen Abkühlung am Kryptomarkt blieb die Nachfrage nach dem dollarbesicherten Token hoch, was die Rolle von USDC als Infrastrukturbaustein im digitalen Finanzsystem stärkt.

CEO Jeremy Allaire skizziert zudem eine Wachstumsstory an der Schnittstelle von Krypto und Künstlicher Intelligenz. Circle arbeitet an agentenbasierten Zahlungssystemen und testet mit „Circle Gateway“ eine Lösung, die KI-Agenten autonome, programmierbare Cross-Chain-USDC-Transaktionen für Gebühren von nur 0,00001 US‑Dollar ermöglichen soll. Ergänzend dazu läuft das öffentliche Testnetz von „Arc“, einer Blockchain-Infrastrukturplattform, der bereits über 100 institutionelle Teilnehmer beigetreten sind.

Was sagen Analysten zur Circle Internet Group?

Im Umfeld des starken Circle Quartal äußern sich Analysten überwiegend optimistisch. Die Citigroup stuft die Aktie positiv ein und nennt ein Kursziel von 243 US‑Dollar, was ein erhebliches langfristiges Aufwärtspotenzial impliziert. Die Bank verweist dabei auf die führende Rolle Circles im Stablecoin-Markt und die Aussicht, dass sich die Umsätze der Branche in den kommenden fünf bis zehn Jahren vervielfachen könnten.

Mizuho zeigt sich etwas vorsichtiger und bleibt bei einer neutralen Einschätzung mit einem Kursziel von 77 US‑Dollar. Hier steht vor allem die Abhängigkeit von Reservenerträgen im Fokus sowie die Tatsache, dass Circle einen beträchtlichen Teil seiner Einnahmen an Partner wie Coinbase weiterreicht. Zudem dürften mögliche Zinssenkungen der US-Notenbank künftig auf die Erträge aus den USDC-Reserven drücken.

Fazit

Für das Geschäftsjahr 2026 peilt das Management sonstige Erträge zwischen 150 und 170 Millionen US‑Dollar an, erwartet eine RLDC-Marge von 38 bis 40 % und bereinigte Betriebskosten von 570 bis 585 Millionen US‑Dollar. Damit zeichnet sich ab, dass Effizienz und Skalierung in den kommenden Quartalen noch stärker in den Vordergrund rücken werden.

Weiterführende Quellen

TJX Quartal mit 9% Umsatzsprung: Rekordzahlen, aber vorsichtiger Ausblick

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25.02.26 19:59 Uhr

The TJX Companies, Inc.

Kann das starke TJX Quartal mit Rekordumsatz die Skepsis der Anleger trotz vorsichtigem Ausblick wirklich zerstreuen?

TJX Quartal: Wie stark war das Weihnachtsgeschäft?

The TJX Companies, Inc. hat im jüngsten TJX Quartal die Erwartungen klar übertroffen. Der Umsatz stieg im vierten Quartal auf rund 17,7 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 9 % gegenüber dem Vorjahr. Die vergleichbaren Umsätze legten konzernweit um 5 % zu und übertrafen damit deutlich die Markterwartung von gut 3,6 %. Besonders positiv: Alle Divisionen erzielten ein flächenbereinigtes Wachstum von mindestens 4 %, getragen von höheren Warenkörben und steigenden Kundenfrequenzen.

Auch ergebnisseitig überzeugte das TJX Quartal. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte auf 1,43 US-Dollar und lag damit über den Konsensschätzungen von 1,39 US-Dollar sowie klar über den 1,23 US-Dollar aus dem Vorjahr. Die Bruttomarge erhöhte sich auf rund 31,1 %, getrieben von niedrigeren Frachtkosten, günstigen Wareneinkäufen in einem „verstopften“ Markenartikelmarkt und Effizienzgewinnen. Die Vorsteuermarge legte im Quartal um 60 Basispunkte auf 12,2 % zu.

Auf Jahressicht kam TJX damit auf über 60,4 Milliarden US-Dollar Umsatz (+7 %) und ein bereinigtes EPS von 4,73 US-Dollar (+11 %). Das Unternehmen generierte 6,9 Milliarden US-Dollar operativen Cashflow, saß zum Jahresende auf etwa 6,2 Milliarden US-Dollar Cash und kehrte 4,3 Milliarden US-Dollar via Dividenden und Rückkäufe an die Aktionäre zurück.

TJX: Warum reagiert die Aktie trotz Rekordzahlen kühl?

Trotz der starken Kennzahlen notiert die TJX-Aktie am Mittwoch mit 156,55 US-Dollar leicht im Minus (−0,75 % gegenüber dem Vortag bei 157,66 US-Dollar). Vom 52‑Wochen-Hoch ist der Titel damit nur moderat entfernt, aber das neue TJX Quartal reicht nicht, um die Vorsicht der Anleger vollständig zu zerstreuen. Der Grund liegt im Ausblick für das Geschäftsjahr 2027.

TJX stellt nur ein Wachstum der vergleichbaren Umsätze von 2 % bis 3 % in Aussicht, während der Markt eher 3,5 % erwartet hatte. Beim Gewinn je Aktie peilt das Management 4,93 bis 5,02 US-Dollar an und bleibt damit unter dem Analystenkonsens von rund 5,18 US-Dollar. Zusätzlich liegt die Prognose für das EPS im kommenden ersten Quartal mit 0,97 bis 0,99 US-Dollar unter den erhofften 1,02 US-Dollar. Das signalisiert Margendruck, weil TJX höhere Kosten und aggressive Preispunkte bewusst in Kauf nimmt, um preisbewusste Kunden auch in einem schwierigeren Umfeld anzulocken.

Gleichzeitig betonen Branchenbeobachter, dass TJX traditionell konservative Prognosen abgibt. Der Konzern ist auf Kurs, sein 18. Jahr in Folge mit Kursgewinnen zu verzeichnen und profitiert sichtbar von der Verlagerung vieler Konsumenten hin zu Discount- und Off-Price-Formaten, während klassische Einzelhändler wie Home Depot oder Lowe’s stärker unter der Zurückhaltung der Verbraucher leiden.

The TJX Companies, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

TJX: Was sagen Analysten und was bedeutet das für Anleger?

Im Vorfeld der Zahlen hatte JPMorgan sein Kursziel für TJX von 154 auf 173 US-Dollar angehoben und das Rating „Overweight“ bestätigt. Auch andere Häuser wie Zacks Investment Research hoben die starke Kombination aus robustem Umsatzwachstum, steigenden Margen und hoher Kapitalrückführung hervor. Institutionelle Investoren wie MAI Capital Management bauten ihre Positionen zuletzt deutlich aus, was als Vertrauensbeweis in das Geschäftsmodell und die mittelfristigen Perspektiven gewertet werden kann.

Für Dividendenanleger bleibt der Titel attraktiv: Die nächste Quartalsausschüttung von 0,425 US-Dollar je Aktie ist bereits terminiert, zudem plant TJX eine Dividendenerhöhung um 13 % auf 0,48 US-Dollar je Quartal. Parallel dazu sollen im kommenden Fiskaljahr weitere 2,5 bis 2,75 Milliarden US-Dollar in Aktienrückkäufe fließen, flankiert von einer neuen Rückkaufgenehmigung über bis zu 3 Milliarden US-Dollar.

Operativ setzt TJX auf Expansion: Rund 146 Netto-Neueröffnungen und über 540 Remodels sind geplant, inklusive internationaler Wachstumsschritte wie dem Markteintritt in Spanien und der Offensive mit der Outdoor-Kette Sierra. Die Inventory-Position wurde pro Filiale um etwa 10 % erhöht, was die Verfügbarkeit von Markenware im Off-Price-Segment weiter stärkt. Für das nächste TJX Quartal bleibt das Management trotz makroökonomischer Unsicherheit vorsichtig optimistisch – erste Trends im laufenden Quartal werden intern als „sehr stark“ beschrieben.

„Unsere volle Jahresprognose unterstellt, dass wir den Druck durch neue Zölle in diesem Jahr vollständig ausgleichen können.“
— John Klinger, CFO von The TJX Companies, Inc.

Fazit

Unterm Strich zeigt das aktuelle TJX Quartal, dass der Konzern operativ klar auf Kurs bleibt, auch wenn die konservive Guidance kurzfristig auf die Stimmung drückt. Für langfristig orientierte Anleger, die auf defensive Konsumwerte mit verlässlichen Cashflows, wachsender Dividende und signifikanten Rückkäufen setzen, bleibt TJX eine interessante Option. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob das Unternehmen seine Tradition der positiven Überraschungen fortsetzen und den vorsichtigen Ausblick erneut übertreffen kann.

Weiterführende Quellen

Netflix Merger +5,4%: Breakup-Fee Chance statt Mega-Deal?

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25.02.26 19:16 Uhr

Netflix

Verwandelt der Netflix Merger mit Warner den Streaming-Markt radikal – oder kassiert Netflix lieber die Milliarden-Breakup-Fee?

Was steckt hinter dem Netflix Merger mit Warner?

Netflix, Inc. befindet sich in einem intensiven Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery. Das aktuelle Netflix-Angebot bewertet die Transaktion – fokussiert auf Studios, Content-Katalog und den Streamingdienst HBO Max – auf rund 82,7 Milliarden US‑Dollar. Pro Warner-Aktie bietet Netflix 27,75 US‑Dollar, während die klassischen linearen TV-Sender außen vor bleiben. Parallel dazu hat Paramount Skydance ein verbessertes Barangebot von 31 US‑Dollar je Aktie für 100 % von Warner auf den Tisch gelegt und damit die Schwelle für weiterführende Gespräche klar überschritten.

Formell gilt weiterhin die Empfehlung zugunsten des Netflix-Deals, doch der Warner-Vorstand signalisiert, dass das Paramount-Angebot als „überlegenes Angebot“ eingestuft werden könnte. In diesem Fall beginnt für Netflix ein Vier-Tage-Fenster, um den Netflix Merger nachzubessern oder auszusteigen. Der tatsächliche Wert der Netflix-Offerte hängt dabei von der späteren Bewertung der Abspaltung Discovery Global und deren Verschuldung ab, was zusätzliche Unsicherheit für Investoren schafft.

Warum reagiert Netflix an der Börse so stark?

Bemerkenswert ist, dass die Netflix-Aktie trotz der potenziellen Milliardenübernahme deutlich zulegt. Nach einer mehrmonatigen Korrektur von rund 41–43 % seit dem Allzeithoch im Juni notiert Netflix nun bei 82,27 US‑Dollar und damit rund 5,4 % höher als am Vortag. Charttechnisch gelang damit der Ausbruch über den Widerstandsbereich bei 78–79 US‑Dollar und eine stabile Rückeroberung der 80‑Dollar-Marke, nachdem der Kurs zuvor mehrfach an der Zone um 75 US‑Dollar nach oben gedreht hatte.

Ein wesentlicher Grund: Der Markt preist zunehmend das Szenario ein, dass Netflix den Netflix Merger platzen lässt, die Breakup Fee von rund 2,8 bis knapp 3 Milliarden US‑Dollar kassiert und auf einen teuren, regulatorisch riskanten Megadeal verzichtet. Statt Nettoverbindlichkeiten von potenziell über 100 Milliarden US‑Dollar zu schultern, könnte Netflix seine aktuelle, vergleichsweise komfortable Verschuldung von rund 0,6x EBITDA beibehalten und den Cash für organisches Wachstum, Content und Aktienrückkäufe nutzen.

Netflix, Inc. Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Netflix Merger oder Rückzug – was wäre strategisch klüger?

Inhaltlich wäre eine Übernahme der Warner-Assets für Netflix attraktiv: Marken wie „Harry Potter“, „The Lord of the Rings“, „The Sopranos“ oder „Friends“ sowie 128 Millionen HBO‑Max-Abonnenten könnten Reichweite und Pricing-Power weiter erhöhen und insbesondere das Werbegeschäft beschleunigen. Doch genau diese Marktmacht ruft in den USA Kritiker auf den Plan. Elf Generalstaatsanwälte haben das Justizministerium aufgefordert, den Netflix Merger streng zu prüfen, da eine zu dominante Stellung im Film- und Serienmarkt befürchtet wird.

Gleichzeitig liefert das bestehende Kerngeschäft beeindruckende Zahlen: Ende 2025 zählte Netflix 325 Millionen zahlende Abonnenten, 2025er-Umsätze von 45,2 Milliarden US‑Dollar sowie stark wachsende Werbeeinnahmen. Das werbefinanzierte Abo legte 2025 um rund 150 % auf 1,5 Milliarden US‑Dollar zu und soll 2026 nochmals auf etwa 3 Milliarden US‑Dollar verdoppelt werden. Damit würde Werbung knapp 6 % des Gesamtumsatzes ausmachen – ein Wachstumsfeld, das ganz ohne Großakquisition adressiert werden kann.

Wie sehen Bewertung und Analysten Netflix derzeit?

Fundamental ist Netflix nach dem Kursrückgang so günstig wie seit drei Jahren nicht mehr. Auf Basis der 2025er-Gewinne von 2,53 US‑Dollar je Aktie liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei rund 30–31 und damit in der Nähe des Drei-Jahres-Tiefs sowie leicht unter dem Niveau des Nasdaq‑100. Auf Forward-Basis, mit Konsensschätzungen von etwa 3,12 US‑Dollar Gewinn je Aktie für 2026, fällt das KGV auf gut 25.

Mehrere Häuser – darunter Morgan Stanley, Goldman Sachs und Citigroup – hatten Netflix zuletzt überwiegend mit positiven Langfristperspektiven bewertet, auch wenn kurzfristig die Unsicherheit rund um den Netflix Merger auf die Stimmung drückt. RBC Capital Markets verweist in seinen Einschätzungen auf das starke Wachstum des Werbegeschäfts und die robuste Margenentwicklung. Gerade deshalb sehen viele Strategen die größte Wertschöpfung darin, wenn Netflix sich einen „geordneten Rückzug“ aus der Bieterschlacht erlaubt, die Breakup Fee einstreicht und seine Bilanz für zukünftige, kleinere Deals und Content-Investitionen schont.

„Netflix ist am Ende ein Gewinner, selbst wenn es den Bieterprozess um Warner verliert – solange der Fokus auf Profitabilität und organischem Wachstum bleibt.“
— Ein Marktstratege aus dem Technologiesektor

Fazit

Der Netflix Merger mit Warner Bros. Discovery hat sich vom erhofften Wachstumsturbo zum Belastungstest für Strategie, Bilanz und Kursentwicklung von Netflix entwickelt. Für Anleger könnte ein Scheitern des Deals mit gleichzeitiger Breakup Fee und Fokus auf das dynamisch wachsende Werbegeschäft die attraktivere Variante sein als ein überteuerter Megadeal mit hohem Schuldenhebel. Die kommenden Tage der Vier-Tage-Frist bleiben damit entscheidend – bieten aber gleichzeitig eine Chance, dass Netflix gestärkt und klarer positioniert aus dem Bieterkrieg hervorgeht.

Weiterführende Quellen

Federal Reserve Zinspolitik unter Trump: Zölle, Druck und Risiko-Schock

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25.02.26 18:41 Uhr

S&P 500

Wie lange kann die Federal Reserve Zinspolitik unabhängig bleiben, wenn Trumps Zollpläne Inflation, Märkte und Wahlkampf zugleich anheizen?

Wie reagiert die Fed auf Trumps Zolloffensive?

Präsident Trump hat seine Zollpolitik in der längsten jemals im Fernsehen übertragenen State-of-the-Union-Rede offensiv verteidigt. Zölle von bis zu 10 % auf breite Importkörbe sollen nach seinen Worten hunderte Milliarden Dollar einbringen und langfristig sogar Teile der Einkommensteuer ersetzen. Gleichzeitig arbeitet die Regierung daran, das Zollniveau punktuell auf 15 % anzuheben. Für die Federal Reserve Zinspolitik ist diese Strategie heikel: Ökonomen schätzen, dass die Zölle die von der Fed bevorzugte PCE-Inflation um rund 0,5 Prozentpunkte erhöhen und damit den Kurs weiterer Zinssenkungen erschweren.

Fed-Vertreter verweisen darauf, dass die Kerninflation nach wie vor um 3 % pendelt und damit klar über dem 2-%-Ziel liegt. Chicago-Fed-Chef Austan Goolsbee warnt explizit davor, sich bei 3 % „einzurichten“. In diesem Umfeld würden zusätzliche Zollrunden den Preisdruck eher verstärken als entschärfen, während sich die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen um die psychologisch wichtige 4-%-Marke stabilisieren.

Federal Reserve Zinspolitik: Wie groß ist der politische Druck?

Trump drängt den Kongress auf eine schnelle Bestätigung eines neuen Fed-Vorsitzenden und macht keinen Hehl daraus, dass er eine Notenbank will, die seine Wachstums- und „Affordability“-Agenda aktiv unterstützt. Namen wie Kevin Warsh oder Rick Rieder kursieren als potenzielle Nachfolger von Jerome Powell. Kern der Forderung: eine deutlich lockerere Federal Reserve Zinspolitik mit zwei bis drei weiteren Zinssenkungen im Jahr 2026 – unabhängig von kurzfristigen Konjunkturdaten.

Fed-Offizielle stellen sich bislang quer. Mehrere Notenbanker signalisieren eine verlängerte Pause, bis eine nachhaltige Rückkehr der Inflation in Richtung 2 % erkennbar ist. Boston-Fed-Chefin Susan Collins betont, die Leitzinsen müssten „für einige Zeit“ stabil bleiben. Damit stellt sich die Fed offen gegen Trumps Ruf nach schnellen Zinssenkungen, was die Debatte über ihre Unabhängigkeit erneut anheizt und strukturellen Stress für die US-Bonität erzeugt.

Federal Reserve und Trump-Zoelle Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Was bedeuten Zölle und Zinsen für Aktien und Wohnungsmarkt?

Trotz der politischen Spannungen zeigen sich die US-Börsen robust: Der S&P 500 notiert bei 6.940,54 Punkten, nachdem er sich weiter von den Tiefs des vergangenen Jahres entfernt hat. Der Fear & Greed Index liegt mit 43 Punkten nahe der neutralen Zone, während der VIX unter 20 zurückgefallen ist – ein Zeichen für abnehmende kurzfristige Angst. Dennoch warnen Marktstrategen, dass die Kombination aus hoher Bewertung, Zollunsicherheit und unklarer Federal Reserve Zinspolitik die Anfälligkeit für Rücksetzer erhöht.

Auf dem Immobilienmarkt prallen Trumps Politik und Fed-Kurs besonders hart aufeinander. Der Präsident will die Hypothekenzinsen durch weitere Lockerung der Geldpolitik nach unten drücken und hat parallel institutionellen Investoren den Erwerb zusätzlicher Einfamilienhäuser untersagt, um Platz für private Käufer zu schaffen. Experten verweisen jedoch darauf, dass eine wirkliche Belebung des Marktes erst bei Hypothekenzinsen unter etwa 5,5 % zu erwarten wäre, während die Notenbank wegen der Zolldynamik und robuster Beschäftigung bisher nicht bereit ist, den Zinshebel aggressiv zu nutzen.

Wie positionieren sich Analysten zu Fed und Zöllen?

Research-Häuser sehen die Märkte in einem fragilen Gleichgewicht. Bei Goldman Sachs rechnet die Zinsstrategie-Abteilung weiterhin mit insgesamt 50 bis 75 Basispunkten an Lockerung bis Jahresende, allerdings klar datenabhängig und nur, wenn der Arbeitsmarkt merklich nachgibt. Morgan Stanley um Chefökonom Seth Carpenter bleibt für das US-Wachstum 2026 mit über 2,5 % positiv gestimmt, warnt aber, dass die Zölle die Inflation hartnäckiger machen und damit den Spielraum der Federal Reserve Zinspolitik einengen könnten.

Citigroup hebt in ihren Fixed-Income- und FX-Reports hervor, dass ein Mix aus fiskalischer Expansion, höheren Zöllen und nur moderaten Zinssenkungen den US-Dollar mittelfristig unter Druck setzen dürfte. RBC Capital Markets verweist auf die hohe Sensitivität von Tech- und KI-Werten gegenüber den realen Renditen: Sollten Zolleskalation und eine weniger lockere Fed die Renditen nach oben treiben, könnten gerade hoch bewertete Wachstumsaktien unter Druck geraten, während Value- und Small-Cap-Werte von den Steuersenkungen profitieren.

Zölle treiben die Inflation nach oben, während die Politik gleichzeitig von der Federal Reserve erwartet, mit Zinssenkungen die Erschwinglichkeit zu retten – dieser Spagat wird 2026 zum Stresstest für die Unabhängigkeit der Notenbank.
— Redaktion Börsenblog

Fazit

Die Federal Reserve Zinspolitik steht an einem Wendepunkt, an dem politische Forderungen nach billigerem Geld mit den realen Zwängen von Inflation und Zolldruck kollidieren. Für Anleger bedeutet dies, dass robuste Indizes wie der S&P 500 auf einem Fundament aus fiskalischem Stimulus, aber auch zunehmenden geldpolitischen Risiken stehen. Wer investiert ist, sollte die kommenden Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten genau verfolgen – sie entscheiden, ob die Fed ihren Kurs halten kann oder der politische Druck letztlich doch die Richtung vorgibt.

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Oracle Prognose mit 523 Mrd. RPO: KI-Boom oder Schulden-Schock?

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25.02.26 17:14 Uhr

Oracle Corporation

Wird Oracles milliardenschwere KI-Offensive zum nächsten großen Tech-Boom – oder zum riskanten Schulden-Experiment?

Oracle Prognose: Wie riskant ist die KI-Offensive?

Nur wenige Technologiewerte spiegeln derzeit die Extreme von Wachstumsfantasie und Risiko so stark wider wie Oracle Corporation. Der Software- und Cloud-Konzern hat sich vom „Legacy“-Anbieter zum Symbol aggressiv finanzierter KI-Investitionen entwickelt. Die Aktie notiert aktuell bei 149,73 US-Dollar und legt damit gegenüber dem Vortag um 2,46 % zu. Gleichzeitig gilt Oracle am Kreditmarkt als eine Art „Kanarienvogel in der Kohlemine“ für das Ausfallrisiko im KI-Sektor: Steigende Preise für Credit Default Swaps deuten auf wachsende Skepsis der Anleiheinvestoren hin.

Das Kerngeschäft mit Datenbank- und Datenmanagement-Software bleibt hochmargig und generiert solide Free-Cash-Flow-Ströme. Doch dieser Cashflow reicht nicht aus, um den massiven Ausbau von Oracle Cloud Infrastructure (OCI) und der zugrunde liegenden Rechenzentren allein aus eigener Kraft zu finanzieren. Die Oracle Prognose setzt daher zunehmend auf Fremdkapital, um den Ausbau der KI-Infrastruktur im Wettlauf mit Amazon, Microsoft und Alphabet voranzutreiben.

Oracle: Kann OCI wirklich zu den Top-Clouds aufschließen?

Strategisch will Oracle Corporation die „Big Three“ der Cloud – Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud – zu einer „Big Four“-Riege erweitern. OCI soll sich als bevorzugte Plattform für High-Performance-Computing und KI-Anwendungen etablieren. Auf einem Investorentag hatte Oracle eine extrem ambitionierte Roadmap vorgestellt: Von rund 18 Milliarden US-Dollar OCI-Umsatz im Geschäftsjahr 2026 soll der Wert bis 2030 auf 144 Milliarden US-Dollar steigen.

Zum Vergleich: Amazon Web Services erzielte 2025 einen Umsatz von 128,7 Milliarden US-Dollar. Die Oracle Prognose impliziert damit, dass OCI binnen weniger Jahre ein Volumen erreichen soll, das über dem heutigen Marktführer liegt. Sollte OCI in die Nähe dieser Ziele kommen und Margen auf dem Niveau von AWS (rund 35 % operativ) erwirtschaften, wären gewaltige Kursgewinne denkbar. Genau diese „Millionärs-Story“ treibt viele wachstumsorientierte Anleger an – trotz der erheblichen Unsicherheiten bezüglich Umsetzung, Finanzierung und Wettbewerb.

Oracle Corporation Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Oracle: Was steckt hinter dem Mega-RPO?

Ein zentrales Argument der Bullen ist der gewaltige Auftragsbestand von Oracle Corporation. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (Remaining Performance Obligations, RPO) lagen zum Ende des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2026 bei rund 523 Milliarden US-Dollar. Bemerkenswert: Rund 300 Milliarden US-Dollar dieses Backlogs entfallen auf Verträge mit OpenAI. Dieses Mega-RPO nährt die Hoffnung, dass die jetzt aufgebauten Rechenzentren in den kommenden Jahren in hohem Tempo Umsatz und Cashflow liefern.

Allerdings zählt bei dieser Story nicht nur die schiere Größe des RPO, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der Oracle die Kapazitäten hochfährt und die vertraglich vereinbarten Leistungen tatsächlich abrechnet. Investoren sollten in den kommenden Quartalsberichten genau auf die Umsetzung der Projekte, die Entwicklung des Free-Cash-Flow und das Verhältnis von KI-Gewinnen zu Zinskosten achten. Denn bis die Erträge aus den OpenAI-Verträgen voll sichtbar werden, muss Oracle den Kapitalmarkt weiter mit neuen Anleihen und gegebenenfalls Eigenkapitalemissionen anzapfen.

Oracle: Wie reagieren Analysten auf die Oracle Prognose?

Während der Kreditmarkt die Risiken der Schuldenstrategie stärker einpreist, sehen manche Aktienanalysten nun wieder Chancen. Oppenheimer hat Oracle Corporation jüngst von „Perform“ auf „Outperform“ hochgestuft und ein Kursziel von 185 US-Dollar ausgerufen. Die Analysten argumentieren, dass der Aufruf zwar verfrüht wirken könnte, weil es Zeit brauche, bis sich der finanzielle Erfolg des kapitalintensiveren Geschäftsmodells in den Zahlen widerspiegelt, das Chance-Risiko-Verhältnis nach dem starken Bewertungsrückgang aber attraktiver geworden sei.

Nach Einschätzung von Oppenheimer sind die Bewertungsmultiplikatoren der Aktie seit dem Hoch im September um mehr als die Hälfte gefallen. Für risikobewusste Anleger eröffnet sich damit ein Hebel auf die Oracle Prognose: Wenn der Konzern seine Cloud-Ziele zumindest teilweise erreicht und die Verschuldung unter Kontrolle hält, wäre deutlicher Aufwertungsspielraum vorhanden. Wer hingegen eine konservativere KI-Wette sucht, wird eher zu Microsoft oder Amazon greifen, die mit hohen Cashbeständen wesentlich robuster finanziert sind.

Weil das Unternehmen so hoch verschuldet ist, können Anleger nicht einfach abwarten und hoffen, dass die Wette aufgeht.
— unabhängiger Marktbeobachter

Fazit

Die Oracle Prognose verbindet enorme KI- und Cloud-Chancen mit einem spürbar steigenden Finanzierungsrisiko. Für offensiv ausgerichtete Anleger kann die Aktie von Oracle Corporation ein spannender Hebel auf den Ausbau von OCI und den gigantischen RPO-Bestand sein, sofern Zinslast und Verschuldung im Rahmen bleiben. Entscheidend wird, ob die kommenden Quartalszahlen einen glaubwürdigen Pfad zu profitabler Skalierung der KI-Infrastruktur bestätigen und damit das Vertrauen in die Oracle Prognose untermauern.

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Gold Rekordrallye über 5.000 Dollar: Zölle, Schulden, Fed

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25.02.26 16:52 Uhr

Gold

Kann die aktuelle Gold Rekordrallye über 5.000 Dollar trotz Zöllen, Schuldenexplosion und Fed-Signalen wirklich weiterlaufen?

Gold Rekordrallye: Wie stark ist der aktuelle Anstieg?

Am Spotmarkt legt Gold (XAUUSD) zur Sitzung am Mittwoch um rund 0,76 % auf 5.215,70 US‑Dollar je Unze zu, nachdem am Morgen bereits Niveaus um 5.190 Dollar erreicht wurden. Damit macht das Edelmetall einen weiteren Teil der Verluste wett, die es während eines historischen zweitägigen Ausverkaufs zum Monatswechsel hinnehmen musste, als die Notierung von einem Zwischenhoch nahe 5.600 Dollar bis in die Region um 4.400 Dollar zurückfiel. In den vergangenen Tagen stabilisierte sich der Preis klar über 5.000 Dollar und bestätigte damit den übergeordneten Aufwärtstrend, der 2025 mit einem Plus von rund 64 % und weiteren circa 18 % seit Jahresbeginn 2026 bereits eine ausgeprägte Gold Rekordrallye markiert.

Auch technisch bleiben die Bullen am Steuer: Der Kurs notiert komfortabel über den gleitenden Durchschnitten der letzten zehn (5.036 Dollar) und zwanzig Handelstage (5.021 Dollar). Intraday fanden Käufer am Dienstag bei 5.140 bis 5.150 Dollar, was in etwa dem 61,8‑Prozent‑Fibonacci‑Retracement der jüngsten Aufwärtsbewegung entspricht. Ein Tagesschlusskurs oberhalb von 5.170 Dollar würde aus charttechnischer Sicht den Weg in Richtung des kurzfristigen Widerstandsbereichs um 5.250 Dollar freimachen.

Welche Rolle spielen Zölle und Iran-Konflikt?

Auf der fundamentalen Seite speist sich die Gold Rekordrallye derzeit aus mehreren gleichzeitig wirkenden Krisenherden. In den USA ist ein breit angelegter Importzoll von 10 % in Kraft getreten, nachdem ein zuvor eingeführtes, reziprokes Zollregime vom Supreme Court gestoppt worden war. Präsident Donald Trump droht bereits mit einer Anhebung auf 15 %, konkrete Beschlüsse stehen jedoch noch aus. Die Unsicherheit über die künftige Handelspolitik und mögliche zusätzliche Zölle auf strategische Güter wie Batterien oder Industriechemikalien schürt Rezessions- und Inflationsängste – typische Treiber für Fluchtbewegungen in Gold.

Parallel bleibt der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ein zentraler Faktor für die Entwicklung am Gold Rohstoffmarkt. Ein US‑Militäraufbau vor der nächsten Runde der Atomgespräche verstärkt die Sorge vor einer Eskalation im Nahen Osten. Marktteilnehmer preisen dieses Risiko in Form höherer Sicherheitsprämien ein, wovon neben Gold auch andere Edelmetalle profitieren: Silber kletterte zeitweise über 91 Dollar je Unze, Platin stieg in der Spitze um 8 % auf 2.285 Dollar, während Palladium ebenfalls zulegen konnte.

Gold Rohstoffmarkt Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Schulden, Debasement-Trade und Fed – was treibt XAUUSD?

Ein struktureller Treiber der Gold Rekordrallye ist der sogenannte Debasement-Trade. Angesichts eines US‑Haushaltsdefizits von rund 1,8 Billionen Dollar im Fiskaljahr 2025 und einer Staatsverschuldung von etwa 38 Billionen Dollar fürchten Investoren eine schleichende Entwertung des US‑Dollars. Rohstoffstrategen verweisen darauf, dass mögliche Rückerstattungen bereits gezahlter Zölle das Defizit zusätzlich belasten und damit Druck auf den Dollar und US‑Staatsanleihen ausüben könnten. In diesem Umfeld schichten Anleger zunehmend Kapital aus Anleihen und Währungen in Sachwerte wie Gold um.

Prominente Investoren wie Ray Dalio und Paul Tudor Jones empfehlen, Gold mit einer Quote von bis zu 15 % im Portfolio zu halten, um sich gegen die Kombination aus hoher Staatsverschuldung, steigender Geldmenge und politischer Unsicherheit abzusichern. Institutionelle Anleger bleiben über Terminbörsen und ETFs wie den SPDR Gold Shares engagiert, auch wenn es kurzfristig zu Abflüssen – etwa 4,5 Tonnen an einem Handelstag – kommt, die als Gewinnmitnahmen im Kontext der laufenden Gold Rekordrallye zu werten sind.

Bremsen stabile Zinsen den weiteren Anstieg?

Gegenwind kommt von der US‑Notenbank. Boston‑Fed‑Präsidentin Susan Collins betonte zuletzt, dass die Leitzinsen angesichts robuster Arbeitsmarktdaten vorerst unverändert bleiben dürften. Der Terminmarkt preist mit über 90 % Wahrscheinlichkeit ein, dass der Leitzins im März in der Spanne von 3,50 bis 3,75 % verharren wird. Da Gold keine laufenden Erträge abwirft, mindern stabile oder sogar steigende Zinsen tendenziell seine Attraktivität gegenüber Anleihen.

J.P. Morgan zeigt sich dennoch klar optimistisch und hat den Hausausblick für 2026 jüngst auf eine Spanne von 6.000 bis 6.300 US‑Dollar je Unze angehoben. Auch andere große Häuser wie Goldman Sachs, Citigroup und RBC Capital Markets verweisen in ihren Strategien auf die Bedeutung von Gold als Absicherungsbaustein im aktuellen Umfeld aus hohen Schulden, geopolitischen Spannungen und moderater Dollarschwäche. Für Anleger bedeutet das: Solange die Marke von 5.000 Dollar technisch verteidigt wird, bleibt der Aufwärtstrend intakt, auch wenn zwischenzeitliche Rücksetzer im Rahmen der übergeordneten Gold Rekordrallye jederzeit einkalkuliert werden müssen.

Wir bleiben für Gold im Jahr 2026 fest optimistisch und haben unseren Ausblick kürzlich auf eine Spanne von 6.000 bis 6.300 US‑Dollar pro Unze angehoben.
— J.P. Morgan Research

Fazit

Die aktuelle Gold Rekordrallye speist sich aus einem seltenen Zusammenspiel von Zöllen, Schuldenangst und geopolitischer Unsicherheit, das den Goldpreis stabil über 5.000 Dollar hält. Für Anleger bleibt Gold damit ein zentrales Instrument zur Absicherung gegen Währungs- und Marktrisiken im ohnehin nervösen Umfeld an den Kapitalmärkten. Wer den Einstieg sucht, sollte Rücksetzer in Richtung der Unterstützungszonen eher als Chance im laufenden Aufwärtstrend des Gold Rohstoffmarkts verstehen, statt das Ende der Rekordrallye auszurufen.

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MicroStrategy Bitcoin-Strategie +5,7%: Rekordkäufe und Short-Schock

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25.02.26 16:29 Uhr

MicroStrategy

Ist die radikale MicroStrategy Bitcoin-Strategie genialer Hebel auf den Kryptomarkt oder ein riskanter Balanceakt am Abgrund?

Wie entwickelt sich MicroStrategy an der Börse?

Die Aktie von MicroStrategy Incorporated (MSTR) legt am Mittwoch kräftig zu und notiert zuletzt bei rund 131,76 US-Dollar, nach 124,61 US-Dollar am Vortag. Das entspricht einem Tagesplus von 5,74 %. Damit entfernt sich der Titel etwas von der Unterstützungszone um 100 bis 110 US-Dollar, die in den vergangenen Wochen mehrfach getestet wurde. Von ihrem Hoch im November 2024 bei über 540 US-Dollar ist die Aktie jedoch weiterhin mehr als 75 % entfernt – von neuen Hochs kann also keine Rede sein.

Auf Zwölfmonatssicht steht ein Kursverlust von deutlich über 50 % zu Buche. Verschiedene Analysen verweisen darauf, dass MicroStrategy damit schwächer abgeschnitten hat als der Bitcoin selbst und viele klassische Tech-Werte. Dennoch bleibt der Titel ein Stellvertreter für den Kryptomarkt: Steigt der BTC-Kurs, reagiert die Aktie oft überproportional – fällt er, verstärkt die Hebelwirkung der Bilanzstruktur die Rückschläge.

Gleichzeitig bleibt die MicroStrategy Bitcoin-Strategie der zentrale Treiber der Investmentstory. Anleger bewerten die Aktie weniger nach klassischen Software-Kennzahlen, sondern zunehmend wie einen gehebelten Bitcoin-Proxy mit zusätzlichem Unternehmensrisiko.

Was bedeutet der 100. Bitcoin-Kauf für MicroStrategy?

Mit der jüngsten Transaktion hat MicroStrategy Incorporated die Marke von 100 offiziellen Kaufmeldungen seit August 2020 erreicht. Zwischen dem 17. und 22. Februar verkaufte das Unternehmen 297.940 Stammaktien und nahm damit netto rund 39,7 Millionen US-Dollar ein. Die gesamten Erlöse flossen in den Erwerb von 592 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Preis von 67.286 US-Dollar je Coin.

Insgesamt hält MicroStrategy nun 717.722 Bitcoin, für die etwa 54,56 Milliarden US-Dollar bezahlt wurden. Der durchschnittliche Einstandspreis liegt bei rund 76.020 US-Dollar pro BTC. Bei einem aktuellen Bitcoin-Kurs leicht über 66.000 US-Dollar ergibt sich daraus ein Buchverlust von etwa 10.000 US-Dollar pro Coin – in Summe rund sieben bis acht Milliarden US-Dollar. Trotz dieser gewaltigen Differenz hält das Management an der MicroStrategy Bitcoin-Strategie fest und nutzt den Aktienverkauf weiter als primäre Finanzierungsquelle für Zukäufe.

Nach Unternehmensangaben stehen zusätzlich rund 7,84 Milliarden US-Dollar im Rahmen eines laufenden Aktien-ATM-Programms sowie weitere Milliarden über verschiedene Serien von ewigen Vorzugsaktien zur Verfügung. Das unterstreicht, dass die MicroStrategy Bitcoin-Strategie langfristig angelegt ist und das Unternehmen den BTC-Bestand weiter ausbauen will – unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen.

MicroStrategy Incorporated Aktienchart - 252 Tage Kursverlauf - Februar 2026

Warum ist MicroStrategy die meistgeshortete Large Cap?

Bemerkenswert ist, dass MicroStrategy Incorporated mittlerweile als am stärksten leerverkaufte Large-Cap-Aktie an der Wall Street gilt. Daten von Goldman Sachs und FactSet zufolge sind rund 14 % der Marktkapitalisierung leerverkauft und machen MicroStrategy derzeit zum Favoriten unter Short-Sellern, noch vor Coinbase. Die hohe Short-Quote ist jedoch weniger als Abstimmung über das Überleben des Unternehmens zu verstehen, sondern entspringt vor allem einem beliebten Arbitrage-Geschäft.

Viele Hedgefonds setzen auf den sogenannten Basis-Trade: Sie kaufen physisch hinterlegte Bitcoin-ETFs – etwa die großen US-Spot-ETFs – und verkaufen gleichzeitig MicroStrategy-Aktien leer. Hintergrund ist, dass die Aktie historisch häufig mit einem deutlichen Aufschlag zum reinen Wert des BTC-Bestands gehandelt wird. Professionelle Investoren spekulieren darauf, dass diese Prämie im Zeitverlauf zurückgeht.

Bisher ist diese Wette allerdings nicht vollständig aufgegangen. Während Bitcoin-ETFs seit Jahresbeginn teils über 25 % verloren, liegt der Rückgang bei MicroStrategy etwas darunter. Für Anleger bedeutet das: Neben der fundamentalen Diskussion um die MicroStrategy Bitcoin-Strategie spielt die Dynamik zwischen Long-ETF-Positionen und Short-Positionen in der Aktie eine zunehmend wichtige Rolle – ein möglicher Short-Squeeze bleibt damit ein Risiko für die Gegenseite.

Wie funktioniert das neue MicroStrategy-Yield-ETP?

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die MicroStrategy Bitcoin-Strategie durch ein neues börsengehandeltes Produkt von 21Shares. Das Unternehmen hat ein ETP lanciert, das europäischen Anlegern Zugang zu einer variablen, ewigen Vorzugsaktie von MicroStrategy verschafft. Diese sogenannte Variable Rate Series A Perpetual „Stretch“ Preferred Stock (STRC) ist mit dem Bitcoin-Bestand des Unternehmens besichert.

Das 21Shares Yield-ETP zielt darauf ab, als Cashflow-Brücke zwischen traditionellem Finanzsystem und dem BTC-Vermögen von MicroStrategy zu fungieren. Anleger erhalten eine auf 11,25 % p.a. ausgelegte variable Dividende, die im Hintergrund durch den großen Bitcoin-Schatz von MicroStrategy unterlegt ist. Damit erweitert sich das Ökosystem rund um die MicroStrategy Bitcoin-Strategie: Neben der Aktie und Optionen darauf steht Investoren nun ein strukturiertes Produkt zur Verfügung, das Ertrag und Krypto-Exposure kombiniert.

Parallel dazu bleiben Analysten vergleichsweise optimistisch. Mehrere Häuser wie Zacks berichten von überwiegend „Buy“-Einstufungen und einem mittleren Kursziel um 325 US-Dollar – deutlich über dem aktuellen Kurs. Investmentbanken wie Goldman Sachs analysieren vor allem die Short- und Arbitrage-Ströme in der Aktie, während klassische IT-Coverage angesichts der Dominanz des Bitcoin-Themas in den Hintergrund tritt.

Michael Saylor hat MicroStrategy faktisch in einen hochgehebelten Bitcoin-Fonds verwandelt – mit allen Chancen und Risiken, die dieses Modell mit sich bringt.
— Unabhängiger Marktbeobachter

Fazit

Unterm Strich bleibt die MicroStrategy Bitcoin-Strategie radikal und konsequent: Das Unternehmen nutzt jede Schwächephase des Marktes für weitere Käufe und akzeptiert hohe Buchverluste als Teil des Plans. Für Anleger bedeutet das ein hochvolatiles, aber klar positioniertes Investment, das deutlich stärker schwankt als Bitcoin selbst. Wer an einen langfristigen BTC-Superzyklus glaubt, findet in MicroStrategy einen gehebelten Proxy – die nächsten Quartalszahlen und die Entwicklung des Short-Interesses werden zeigen, ob diese Wette aufgeht.

Weiterführende Quellen