Wie will Vonovia mit der neuen Marke Veveus das Dienstleistungsgeschäft ankurbeln und welche Rolle spielt sie für das zukünftige Wachstum des Immobilienriesen?
Neue Marke bündelt Immobilienservices
Vonovia stellt Veveus auf der Expo Real 2026 vor. Unter dem neuen B2B-Auftritt sollen Investment-, Asset-, Property- und Facility-Management aus einer Hand angeboten werden. Zielgruppe sind institutionelle Eigentümer und Investoren. Die bisherige Marke soll weiterhin für das Vermietungsgeschäft stehen.
Der Konzern bewirtschaftet nach eigenen Angaben bereits rund 75.000 Wohnungen im Auftrag Dritter. Das neue Angebot soll diese Aktivitäten bündeln und eine Betreuung über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie ermöglichen. Vorstandschef Luka Mucic sieht darin eine Grundlage für langfristiges Wachstum außerhalb der klassischen Vermietung.
Value-Add-Erlöse legten zu
Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Vonovia im Segment Value-Add externe Erlöse von 79,2 Millionen Euro – 13,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Neu ist vor allem der gemeinsame Marktauftritt: Die Dienstleistungen waren bereits am Drittmarkt aktiv, werden nun aber unter einer Marke zusammengeführt.
Bis 2028 sollen die gesamten Non-Rental-Aktivitäten 20 bis 25 Prozent des Adjusted EBITDA Total ausmachen. Für das Value-Add-Segment ist ein Anteil von 9 bis 12 Prozent vorgesehen. Die Aktie notierte am Montag bei 16,89 Euro, nach 16,82 Euro am Vortag, ein Plus von 0,46 Prozent.
Kann Veveus das Wachstum beschleunigen?
Mit der Bündelung will Vonovia Schnittstellen und Komplexität für Kunden verringern. Bereichsleiter Olaf Weber hebt als Vorteile klare Verantwortlichkeiten, lokale Umsetzungskompetenz und Effizienz durch eine integrierte Wertschöpfungskette hervor. Ob die neue Marke zusätzliche Aufträge und Erlöse bringt, muss sich im Geschäft erst zeigen.
Faktencheck zu einer Mietbehauptung
Auch bei der Bewertung von Aussagen rund um den Konzern lohnt sich ein genauer Blick: Der Faktencheck zur angeblichen 166-Euro-Miete ordnet die Behauptung ein und beleuchtet die tatsächlichen Kosten.
Mit Veveus machen wir diese Erfahrung, etablierte Prozesse und Skalenvorteile künftig auch institutionellen Eigentümern und Investoren zugänglich.— Luka Mucic
Vonovia bündelt mit Veveus bestehende Immobiliendienstleistungen für institutionelle Kunden und will damit das Geschäft jenseits der Vermietung ausbauen. Für Anleger ist entscheidend, dass das Value-Add-Segment bereits wächst, die neue Marke allein aber noch keinen zusätzlichen wirtschaftlichen Erfolg belegt. Die nächsten Entwicklungen werden zeigen, ob der einheitliche Auftritt mehr Drittgeschäft ermöglicht und die strategischen Ziele bis 2028 unterstützt.