Warum korrigiert Krones seine Umsatzziele für 2026 und 2028 nach unten – und welche Faktoren belasten das Geschäft des Anlagenbauers?
Was steckt hinter der Senkung?
Der Vorstand begründet die Anpassung mit ungünstigen Entwicklungen auf relevanten Märkten. Herausfordernde geopolitische Rahmenbedingungen, daraus entstehende Kostensteigerungen bei Kunden und anhaltende gesamtwirtschaftliche Unsicherheiten dürften das Geschäft im vierten Quartal belasten. Die neuen Angaben beruhen auf vorläufigen Zahlen für die ersten neun Monate sowie der Planung für das Schlussquartal.
In den ersten drei Quartalen erzielte Krones Aktiengesellschaft vorläufig rund 4,1 Milliarden Euro Umsatz. Währungsbereinigt waren es etwa 4,14 Milliarden Euro, ein Plus von 0,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Das EBITDA lag voraussichtlich bei 453 Millionen Euro; darin enthalten ist ein positiver Effekt von rund 10 Millionen Euro aus der Rückerstattung von US-Zöllen. Ohne diesen Effekt betrug die EBITDA-Marge nach Unternehmensangaben voraussichtlich 10,8 Prozent.
Die Ziele für 2028 fallen niedriger aus
Für 2028 erwartet der Vorstand nun einen Umsatz von 6,0 bis 6,2 Milliarden Euro statt bisher rund 7 Milliarden Euro. Die Zielspanne für die EBITDA-Marge wird auf 11 bis 12 Prozent eingegrenzt, nachdem zuvor 11 bis 13 Prozent angepeilt worden waren. Das Renditeziel für das eingesetzte Kapital (ROCE) von mehr als 20 Prozent bleibt bestehen.
Für das Gesamtjahr 2026 hält Krones an den bisherigen Profitabilitätszielen fest: Die EBITDA-Marge soll 10,7 bis 11,1 Prozent erreichen, der ROCE 19 bis 20 Prozent. Die Umsatzanpassung bedeutet somit keine Änderung der veröffentlichten Jahresziele für Marge und Kapitalrendite.
Bernstein bestätigt „Market-Perform“
Bernstein Research beließ die Einstufung nach der Zielsenkung auf „Market-Perform“ und das Kursziel bei 111 Euro. Analyst Benjamin Thielmann bezeichnete die Korrektur des Umsatz- und Margenziels für 2028 als richtige Entscheidung. Der Kurs lag am Donnerstag bei 111 Euro; gegenüber dem Vortag entspricht das einem Minus von 3,48 Prozent.
Die vollständigen Zahlen zum dritten Quartal will Krones wie geplant am 6. November 2026 veröffentlichen. Die jetzt genannten Finanzkennzahlen sind vorläufig.
Krones senkt die Umsatzprognose für 2026 und reduziert zugleich das Umsatzziel für 2028, während die Jahresziele für Marge und Kapitalrendite unverändert bleiben. Für Anleger stehen damit schwächere Wachstumserwartungen einer weiterhin bestätigten Profitabilitätsplanung und einem beibehaltenen ROCE-Ziel für 2028 gegenüber. Der vollständige Quartalsbericht am 6. November wird zeigen, wie sich die vorläufigen Zahlen bestätigen und ob die angepassten Erwartungen Bestand haben.