Kann ein Mega-IPO mit 2 Billionen Dollar Bewertung den Markt elektrisieren oder die Erwartungen sprengen?
Wie hoch ist die SpaceX IPO-Bewertung wirklich?
SpaceX bereitet sich auf ein Mega-IPO vor: Die geplante Bewertung liegt zwischen 1,75 und 2 Billionen Dollar – laut Polymarket mit 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit wird der 2-Billionen-Marktwert am Ersthandelstag übertroffen. Der Ausgabepreis beträgt 135 Dollar pro Aktie, wobei 555 Millionen Stück emittiert werden. Damit fließen 75 Milliarden Dollar direkt an das Unternehmen – das größte IPO-Volumen aller Zeiten. Im Vergleich: Saudi Aramco kam 2019 auf 29,4 Milliarden Dollar. SpaceX generierte 2025 Umsätze von 18,67 Milliarden Dollar – was einer Preis-Umsatz-Ratio von 96 entspricht. Zum Vergleich: NVIDIA liegt bei 15, der historische Höchstwert für Technologie-Unternehmen liegt bei 30. Diese Bewertung stützt sich stark auf langfristige Szenarien wie Asteroiden-Mining – im SEC-Filing erwähnt SpaceX diesen Bereich mehrfach.
Wie beeinflusst der geringe Free Float den SpaceX IPO?
Nur rund 5 bis 6 Prozent der SpaceX-Aktien werden beim IPO handelbar – ein extrem geringer Free Float. Elon Musk unterliegt einer Lock-up-Frist von 366 Tagen, andere Insider haben kürzere Fristen. Diese Knappheit trifft auf massive institutionelle Nachfrage: Indexanbieter wie Nasdaq haben die Aufnahmevoraussetzungen für den Nasdaq-100 gelockert – SpaceX wird bereits nach 15 Handelstagen, also am 6. Juli, in den Index aufgenommen. Dadurch müssen passiv verwaltete ETFs und Fonds mit Nasdaq-100-Bezug automatisch kaufen. Laut Research-Analyst Callum Thomas könnten passive Fonds bis zu 25 Prozent, aktive Fonds zusammen mit passiven bis zu 50 Prozent der emittierten Aktien absorbieren – bei extrem begrenztem Angebot.
Welche Risiken birgt der SpaceX IPO für den Markt?
Die historische Erfahrung mit Groß-IPOs ist wenig beruhigend: Facebook (heute Meta Platforms) verlor binnen sechs Monaten 38 Prozent, Saudi Aramco 15 Prozent. Hinzu kommt die Bewertungsdiskrepanz: Ein P/S-Verhältnis von 96 ist ohne Parallele. Analyst George Ferguson kritisiert das Geschäftsmodell – 76 Prozent der Umsätze stammen von Starlink, doch die Nachfrage nach Satellitenkonstellationen sei begrenzt. Zudem fehlt SpaceX noch der Netto-Gewinn: Eine Aufnahme in den S&P 500 ist daher vor 2027/2028 ausgeschlossen. Hedgeye warnt sogar vor einem „perfect storm“, der den Trump-Bull-Market gefährden könnte – durch die Kombination aus überzogener Bewertung, geringem Free Float und indexgetriebener Nachfrage.
Welche Strategie empfehlen Experten zum SpaceX IPO?
Ein sofortiger Kauf zum IPO-Preis wird von vielen Marktteilnehmern skeptisch gesehen. Die Erfahrung mit Cerebras zeigt, dass ein massiver Ersttagsanstieg (über 65 Prozent) oft von einer heftigen Korrektur gefolgt wird. Stattdessen empfehlen Strategen wie RBC Capital Markets eine taktische Positionierung nach der ersten Volatilitätsphase – also nach dem initialen Abverkauf, aber vor der automatischen Indexaufnahme am 6. Juli. Goldman Sachs betont dabei, dass der langfristige Raumfahrt- und KI-Software-Markt ein 28-Billionen-Dollar-TAM bietet – doch die Umsetzung bleibt abhängig von regulatorischen und technologischen Meilensteinen. Die aktuelle Kursnotierung von 135 Dollar pro Aktie ist vorbörslich bereits überholt: Der Kontrakt bei Hyperliquid notiert aktuell bei 187 Dollar – mit einem Zwischenhoch von 230 Dollar.
SpaceX wird direkt nach dem IPO in den Nasdaq-100 aufgenommen – das zwingt über 30 Billionen Dollar an passiv verwaltetem Kapital, in das Unternehmen zu investieren.— Hedgeye
Der SpaceX IPO bleibt damit ein Paradebeispiel für Hype und Fundament zugleich. Die Bewertung ist historisch, die Nachfrage real – doch die Risiken sind systemisch. Für Anleger bedeutet das: Geduld vor Euphorie. Die erste Woche nach dem SpaceX IPO wird entscheidend sein – nicht für den langfristigen Erfolg, sondern für die Preisbildung in den ersten 30 Tagen. Die Marktkapitalisierung von bis zu 2 Billionen Dollar ist kein Ziel – sie ist der Startpunkt einer neuen, volatilen Phase für den gesamten Technologie-Sektor.