Kann der überraschend starke Cloud-Boom bei SAP die Sorgen über die schrumpfenden Gewinnmargen dauerhaft vergessen machen?
Wie lief das SAP Quartal im Cloud-Geschäft?
Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete der europäische Softwarekonzern ein überaus starkes Wachstum in seiner wichtigsten Sparte. Der Cloud-Umsatz kletterte währungsbereinigt um 24 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten von 6,26 Milliarden Euro leicht. Ein zentraler Wachstumstreiber in diesem **SAP Quartal** war der sogenannte Current Cloud Backlog (CCB) – der vertraglich zugesicherte Cloud-Umsatz für die kommenden zwölf Monate. Dieser wichtige Frühindikator sprang währungsbereinigt um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro nach oben und übertraf das ohnehin schon starke Tempo des Vorquartals.
Dahinter steht ein enormer operativer Druck für die weltweiten Bestandskunden: Der reguläre Support für ältere On-Premise-Systeme läuft im Jahr 2027 endgültig aus. Viele Unternehmen sind daher gezwungen, ihre gesamte IT-Infrastruktur zügig in die Cloud zu verlagern, um hohe Zusatzgebühren zu vermeiden. Laut Vorstandschef Christian Klein stießen insbesondere die neue Autonomous Suite und die Business AI Platform auf große Resonanz. Bemerkenswert ist, dass über 90 Prozent der 50 größten abgeschlossenen Verträge in diesem Quartal bereits eine konkrete KI-Komponente enthalten haben.
Warum sinkt der Ausblick für den Gewinn?
Trotz der starken Umsatzdynamik gab es auf der Ergebnisseite einen kleinen Dämpfer, der einige Marktteilnehmer vorsichtig stimmte. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg im Jahresvergleich zwar um 7 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro, blieb jedoch hinter den Erwartungen des Marktes von 2,88 Milliarden Euro zurück. Die operative Marge lag bei 27,8 Prozent, was vor allem auf höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie gestiegene Kosten für die Nutzung von KI-Modellen zurückzuführen ist. Auch gestiegene Marketingkosten belasteten das Ergebnis.
Zudem passte der Konzern seine Prognose für das operative Ergebnis im Gesamtjahr leicht an. Aufgrund der im Juli abgeschlossenen Übernahmen der Technologieunternehmen Dremio und Prior Labs senkte das Management das bereinigte EBIT-Ziel um 100 Millionen Euro. Es wird nun ein operatives Ergebnis zwischen 11,8 und 12,2 Milliarden Euro erwartet. Finanzvorstand Dominik Asam betonte jedoch, dass diese Anpassung rein akquisitionsbedingt sei und das operative Kerngeschäft weiterhin voll auf Kurs bleibe, während auch der freie Cashflow stark tendiert.
Wie bewerten Analysten das SAP Quartal?
Die Reaktionen der großen Bankhäuser auf das jüngste **SAP Quartal** fielen überwiegend positiv aus. Die US-Investmentbank Jefferies belässt die Einstufung auf “Buy” mit einem Kursziel von 210 Euro. Analyst Charles Brennan betonte, dass der starke Auftragsbestand die jüngste Zurückhaltung der Investoren eindrucksvoll widerlege. Auch Deutsche Bank Research bekräftigte die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 200 Euro und rechnet mit einer weiteren Wachstumsbeschleunigung im kommenden Jahr.
Etwas vorsichtiger zeigt sich JPMorgan. Analyst Toby Ogg stufte die Aktie auf “Neutral” mit einem Kursziel von 175 Euro ein und verwies auf die schwächere operative Marge als negative Überraschung. Die US-Bank Morgan Stanley bestätigte hingegen ihr “Overweight”-Rating. Die Aktie von SAP SE legte im Freitagsgeschäft um über 6 Prozent auf 136,30 Euro zu, womit sie sich deutlich von ihren jüngsten Tiefstständen erholen konnte.
Wie geht es für die Technologie-Branche weiter?
Wer die aktuelle Dynamik im Softwaresektor verstehen will, sollte auch die jüngsten Marktbewegungen im Auge behalten. Nach dem jüngsten Kursrückgang lohnt sich ein Blick darauf, ob die SAP Analyse von Morgan Stanley eine attraktive Einstiegschance bietet. Gleichzeitig zeigt die Hardware-Seite des KI-Booms enorme Stärke, wie das jüngste TSMC Quartal mit einem Rekordwachstum von 36 Prozent eindrucksvoll unter Beweis stellt.
Kunden entscheiden sich für SAP, um genaue und gesetzeskonforme KI-Ergebnisse zu ermöglichen, die auf ihren zentralen Geschäftsprozessen und Daten basieren.— Christian Klein
Das jüngste **SAP Quartal** beweist eindrucksvoll, dass der Softwarekonzern seine Marktführerschaft auch im KI-Zeitalter erfolgreich verteidigt. Für langfristig orientierte Anleger bietet die beschleunigte Cloud-Migration im Hinblick auf die Frist 2027 eine robuste Wachstumsfantasie. Die kommenden Quartale dürften zeigen, ob sich die hohen Investitionen in künstliche Intelligenz auch in einer höheren Profitabilität niederschlagen.