BlackRock hat seine Beteiligung an MTU Aero Engines angepasst – doch was bedeuten die verschobenen Stimmrechtsanteile wirklich für den Luftfahrtzulieferer und seine Anleger?
BlackRocks Aktienanteil steigt, Gesamtposition sinkt
BlackRock, Inc. meldete, dass die Schwelle am 30. Oktober erreicht wurde. Die Mitteilung wurde am Mittwoch veröffentlicht. Die Stimmrechte aus Aktien summieren sich nun auf 9,06 Prozent; zuvor waren 8,87 Prozent gemeldet. Einschließlich der zugerechneten Instrumente beträgt die Position 9,46 Prozent nach zuvor 9,76 Prozent. BlackRock hält demnach mehr Stimmrechte über Aktien, aber insgesamt einen geringeren Anteil als in der vorherigen Meldung.
Die Differenz erklärt sich auch durch die ausgewiesenen Instrumente: Deren Anteil sank von 0,89 auf 0,40 Prozent. Die Meldung weist unter anderem verliehene Wertpapiere mit Rückrufrecht sowie Differenzkontrakte aus. Aus der Mitteilung geht nicht hervor, dass BlackRock eine bestimmte strategische Absicht mit der Veränderung verfolgt.
Analysten setzen unterschiedliche Akzente
Die Einschätzungen zur Aktie gehen auseinander. BofA stufte MTU von „Buy“ auf „Neutral“ zurück und begründete dies mit Margendruck und möglichen Risiken für Gewinnschätzungen. Als Kursziel werden 370 Euro genannt; ob BofA dieses Ziel verändert hat, ist nicht ausgewiesen.
Die DZ Bank hält dagegen an ihrer Kaufempfehlung und einem fairen Wert von 445 Euro fest. Analyst Holger Schmidt verweist auf das Wachstum des Luftverkehrs, eine steigende installierte Triebwerksbasis und ältere Flugzeugflotten. Das spreche für einen hohen Anteil des margenstarken Ersatzteilgeschäfts und eine hohe Auslastung der Wartung. Den Bewertungsabschlag der Aktie im Branchenvergleich beziffert er auf rund 40 Prozent.
Was bedeutet die Entwicklung für Anleger?
Der Kursanstieg um 2,36 Prozent steht neben der vorsichtigeren Einschätzung von BofA, beweist aber für sich genommen weder eine Entwarnung beim Margendruck noch eine Bestätigung der DZ-Bank-These. Die beiden Kursziele liegen über dem aktuellen Kurs, beruhen jedoch auf unterschiedlichen Bewertungen der Ertrags- und Margenperspektiven. Die Stimmrechtsmeldung liefert ihrerseits keine Erklärung für die Tagesbewegung.
BlackRock meldet einen höheren Anteil an MTU-Stimmrechten aus Aktien, während die gesamte Position einschließlich Instrumenten zurückging; zugleich reichen die Analystenurteile von neutral bis kaufen. Für Anleger macht diese Kombination deutlich, dass Beteiligungsmeldung, Kursanstieg und Einschätzungen zu Margen und Ersatzteilgeschäft getrennt zu bewerten sind. Die nächsten Unternehmensinformationen und die weitere Entwicklung der Profitabilität werden zeigen, welche Analysteneinschätzung sich besser bewährt – Anleger können die Faktoren gezielt im Blick behalten.